02.09.2020, 10:44 Uhr

Am Sonntag gestorben Politische Weggefährten erinnern an Ernst Hinsken

Ernst Hinsken engagierte sich fast 50 Jahre in der Politik. Foto: Henning SchachtErnst Hinsken engagierte sich fast 50 Jahre in der Politik. Foto: Henning Schacht

„Wir verlieren mit Ernst Hinsken einen Freund, der über Jahrzehnte die Politik in Niederbayern, Bonn und Berlin geprägt und maßgeblich mitgestaltet hat“ – so nahm Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Vorsitzende der CSU in Niederbayern, am Montag Abschied von Ernst Hinsken. Der langjährige stellvertretende CSU-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken starb am Sonntag, 30. August, im Alter von 77 Jahren.

Landkreis Straubing-Bogen. Bis vor wenigen Wochen war Hinsken noch politisch aktiv – bei den Kommunalwahlen am 15. März war er nicht mehr angetreten, nach 48 Jahren schied er aus dem Kreistag des Landkreises Straubing-Bogen aus. Von 1980 bis 2013 vertrat er die Region als Bundestagsabgeordneter, von Januar bis Oktober 1998 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, von November 1998 bis Dezember 2005 engagierte er sich als Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus des Deutschen Bundestages. In Erinnerung bleibt Hinsken auch wegen des Mauerfalls – am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, stimmte er zusammen mit Franz Sauter und Hermann Josef Unland (beide CDU) kurz vor Schluss der Sitzung des Bundestages spontan die Nationalhymne an, was dazu führte, dass sich die Parlamentarier erhoben und mitsangen.

Andreas Scheuer zählt die Verdienste des Politikers auf: „Allein rund 45 Jahre gehörte er dem CSU-Bezirksvorstand Niederbayern an, viele Jahre als stellvertretender CSU-Bezirksvorsitzender. 33 Jahre hat er seinen Wahlkreis in Bonn und Berlin vertreten, zweimal erzielte er das beste Erststimmenergebnis aller deutschen Direktkandidaten. Als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister und langjähriger Tourismusbeauftragter der Bundesregierung hat er sich deutschlandweit einen Ruf als unermüdlicher Arbeiter und Anwalt der Interessen der Menschen gemacht“, so Scheuer.„Mit Ernst Hinsken bleiben auch über seinen Tod hinaus viele Projekte in Niederbayern in Verbindung: Der Aufbau des Wissenschaftszentrums zum Universitätsstandort in Straubing, die Glasstraße durch den Bayerischen Wald und sein nimmermüder Einsatz für die Belange des Mittelstandes und der regionalen Wirtschaft.“

Für den CSU-Europaabgeordneten Manfred Weber war Hinsken ein „Vollblutpolitiker“, der Vorbild war für ganze Politikergenerationen. „Seine Einsatz- und Leistungsbereitschaft, die Leidenschaft und auch die Hartnäckigkeit, mit der er sich für die großen und kleinen Projekte und Themen seiner Heimat eingesetzt hat, brachten ihm weit über Niederbayern hinaus Anerkennung. Er hat dabei immer auf das Vertrauen der Menschen und den enormen Rückhalt in seinem Wahlkreis setzen können, nicht zuletzt, weil er vielen Menschen in persönlichen Anliegen hat helfen wollen und können“, so Weber. „Besonders beeindruckt hat mich stets sein soziales Engagement, vor allem für Menschen mit Behinderung, das er außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung zusätzlich zu seinen vielfältigen Aufgaben gelebt hat. Vor seinem Lebenswerk können wir uns mit Dankbarkeit und Anerkennung nur verneigen“, so der Abgeordnete.


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