04.01.2020, 13:10 Uhr

Landrat besucht Betrieb in Schlbach „Landwirtschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert und verdient unsere Aufmerksamkeit“

Matthäus Obermaier, Josef Groß (Leiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Josefine Hilmer (Landratsamt), Kreisrat Franz Lehner, Kreisbäuerin Claudia Erndl, Stephan Obermaier, Stellvertretende Kreisbäuerin Brigitte Landstorfer, Gerhard Stadler (Bezirkspräsident Bauernverband), Landrat Josef Laumer, Kreisrätin und Ehrenkreisbäuerin Margarete Stadler, Wirtschaftsreferent Martin Köck, Bezirksrat Franz Schreyer und Leiblfings Bürgermeister Wolfgang Frank (von links) beim Ortstermin in Eschlbach. (Foto: LRA)Matthäus Obermaier, Josef Groß (Leiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Josefine Hilmer (Landratsamt), Kreisrat Franz Lehner, Kreisbäuerin Claudia Erndl, Stephan Obermaier, Stellvertretende Kreisbäuerin Brigitte Landstorfer, Gerhard Stadler (Bezirkspräsident Bauernverband), Landrat Josef Laumer, Kreisrätin und Ehrenkreisbäuerin Margarete Stadler, Wirtschaftsreferent Martin Köck, Bezirksrat Franz Schreyer und Leiblfings Bürgermeister Wolfgang Frank (von links) beim Ortstermin in Eschlbach. (Foto: LRA)

„Auch Landwirtschaft ist Wirtschaft.“ Das machte Landrat Josef Laumer beim Besuch des Landwirtschaftsbetriebs Obermaier in Eschlbach (Gemeinde Leiblfing) deutlich.

ESCHLBACH Nirgends in Bayern ist der Anteil der Erwerbstätigkeiten und der Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft so hoch wie im Landkreis Straubing-Bogen. „Die Landwirtschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert und verdient unsere Aufmerksamkeit“, so der Landrat, der gemeinsam mit Vertretern der Bauernverbandes, des Landratsamtes, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Gemeinde Leiblfing den Landwirtschaftsbetrieb besuchte. „Höfe wie diesen haben wir viele im Landkreis“, sagt Josef Laumer. „Die Anliegen, die wir hier hören, sind repräsentativ.“ So wolle man eben im Landkreis nicht nur Industriebetriebe, Mittelständler, Handwerker, Dienstleister und Einzelhandel besuchen, sondern auch die Landwirtschaft.

Gerhard Stadler, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes, betonte die Wichtigkeit, die unterschiedlichen Schwerpunkte und Arbeitsweisen der Betriebe in die Öffentlichkeit zu tragen: „Denn sie leisten enorm viel zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und als Nahrungs- und Energieproduzent“, betonte Stadler. „Dort wo Probleme entstehen müssen sie unter Einbindung der Praxis gelöst werden, aber nicht für alles ist die Landwirtschaft verantwortlich.“

Der Landwirtschaftsbetrieb Obermaier von Matthäus und Stephan Obermaier ist ein reiner Ackerbaubetrieb mit Lohnunternehmen und Forst. Angebaut werden Zuckerrüben, Weizen, Raps, Dinkel und Gerste. Der Schwerpunkt bei Lohnarbeiten sind überbetriebliche Gülleausbringung und Transport nach Vorgaben der neuen Düngeverordnung und Mulch- und Direktsaat von Zuckerrüben. Seit 2002 führt man eine pfluglose Bodenbearbeitung durch, um Erosion zu verhindern. „Unser Betrieb ist auch verpflichtet, Gewässerrandstreifen nach den Vorgaben des Volksbegehrens Rettet die Bienen umzusetzen“, macht Agrarbetriebswirt Stephan Obermaier klar.

Die Palette der angesprochenen Themen war lang. Besondere Herausforderungen: „Der Preisverfall durch politische Änderungen beim Zuckerrübenbau führte die letzten Jahre zu einem Erlösrückgang von über 30 Prozent“, so Stephan Obermaier. Auch die enormen jährlichen Schäden im Forstbereich durch den Borkenkäfer führten zu einem extremen Werteverlust. Auch an der neuen Düngeverordnung ließ

der Praktiker kein gutes Haar: „Bewährte und ausgeklügelte Verfahren werden so auf den Kopf gestellt. Ein eventuelles Düngungsverbot von Zwischenfrüchten führt zu schwachen Zwischenfrüchten mit der Folge eines schlechteren Erosionsschutzes“, erklärte der Agrarbetriebswirt. „Hinzu kommt, dass es zur Unterernährung der Pflanzen führen und somit zu einem Erlösrückgang durch geringeren Ertrag bzw. Minderqualitäten kommen kann.“

Problematiken, die Landrat Josef Laumer wohl bekannt sind. „Ich bin ja oft in Gespräche mit Landwirten und bekomme die Thematiken mit. Man sieht, wenn man sich eingehender damit beschäftigt, dass Lösungen nicht so einfach sind, wie sie oftmals plakativ und populistisch geäußert werden. Es gibt selten nur die eine gültige Wahrheit. Vor allem ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit erkennt, welch ein anspruchsvolles und kompliziertes Berufsbild sich hinter einem Landwirt verbirgt.“

Ein Thema, das auch Josef Groß, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, am Herzen liegt: „Die Landwirte von morgen investieren sehr viel Zeit in ihre Aus- und Fortbildung. Viele Menschen haben da völlig falsche Vorstellungen.“ Diese Vorstellungen zu verändern sei eine der wichtigen Zukunftsaufgaben. Genauso wie die praktische Umsetzung von Innovationen. „Ökologie und Ökonomie müssen in einem Einklang stehen“, so die Forderung von Josef Groß.

Landrat Josef Laumer hofft, dass mit den Informationsoffensiven des Bauernverbandes die Bevölkerung mehr Verständnis für die Arbeit der Landwirte haben wird. „Denn es muss aufhören, dass man unsere Landwirte für jede Fehlentwicklung der Vergangenheit verantwortlich macht.“ Gerade solche Besuche könnten laut Gerhard Stadler einen wichtigen Beitrag leisten. „Denn Regionalität erfordert auch in Zukunft heimische Betriebe, bedeutet zugleich regionale Wertschöpfung und viele Arbeitsplätze auch im vor- und nachgelagerten Bereich.“


0 Kommentare