05.12.2019, 09:55 Uhr

Neue Leitung des BKH Straubing Ärztliche Leiter des Straubinger Bezirkskrankenhauses stellen sich vor

Stellten die Pläne zur Neustrukturierung des Bezirksklinikums Straubing der Personalversammlung vor: (v.l.) Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Personalratsvorsitzender Günther Luginger, der künftige ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Joachim Nitschke, und sein Stellvertreter Dr. David Janele, Stefan Eichmüller, Leiter des Referats Gesundheitseinrichtungen beim Bezirk Niederbayern, Pflegedirektor Michael Zehrer und Krankenhausdirektor Thomas Klement. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)Stellten die Pläne zur Neustrukturierung des Bezirksklinikums Straubing der Personalversammlung vor: (v.l.) Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Personalratsvorsitzender Günther Luginger, der künftige ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Joachim Nitschke, und sein Stellvertreter Dr. David Janele, Stefan Eichmüller, Leiter des Referats Gesundheitseinrichtungen beim Bezirk Niederbayern, Pflegedirektor Michael Zehrer und Krankenhausdirektor Thomas Klement. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)

Das Bezirkskrankenhaus Straubing bekommt ab Januar eine neue ärztliche Leitung. Dies hat der Bezirkstag von Niederbayern kürzlich einstimmig entschieden. Nun war es am Mittwoch soweit, dass sich der künftige ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Joachim Nitschke, und sein Stellvertreter Dr. David Janele bei einer Personalversammlung den Mitarbeitern vorstellten.

STRAUBING Zu Beginn wandte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und fasste nochmal kurz die Lage zusammen, die sich nach der Entscheidung des Bayerischen Sozialministeriums ergeben habe: Straubing bleibe eine forensische Klinik, aber mit verändertem Auftrag. Es gebe also keinen „Sonderstatus“ mehr, sondern alle 14 Forensiken in Bayern sollen künftig gleich aufgestellt sein. Diese neue Struktur bedeute, dass künftig nur mehr Patienten aus dem eigenen Regierungsbezirk aufgenommen werden und dementsprechend einige Patienten rückverlegt werden müssen. Das heißt außerdem, dass nicht mehr nur in Straubing die „Schwierigsten der Schwierigen“ behandelt werden, im Gegenzug aber auch hier die sogenannten 64er (benannt nach dem Paragraphen 64 im Maßregelvollzugsgesetz), also suchtkranke Straftäter aufgenommen werden. Ebenso beinhalte die Neukonzeption, dass künftig auch Lockerungen in Straubing eingeführt werden, was bisher nicht der Fall war.

Diese umfassende Neustrukturierung erfordere viel Knowhow, Erfahrung und Organisationstalent – beides bringen die neuen Ärzte mit – sowie einen schrittweisen Prozess, in dem das gesamte Personal eingebunden werden müsse. Heinrich appellierte vor allem daran, offen und unmittelbar zu kommunizieren, fair miteinander umzugehen und den Neustart als Chance zu begreifen. „Sie können sich darauf verlassen, dass wir Ihnen reinen Wein einschenken. Der Freistaat hält an dem Standort fest und auch wir als Träger wollen die Sicherheit, die sich sowohl die Mitarbeiter als auch die Bevölkerung wünschen.“ Das Bezirksklinikum Straubing solle wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen. „Mit dem neuen Team habe ich keine Zweifel daran, dass uns dies gelingen wird.“

Der neue Chefarzt Dr. Joachim Nitschke war für einige unter den Zuhörern ein Altbekannter, hatte er hier doch schon von 2006 bis 2008 als Oberarzt gearbeitet. Er ging auf die Lockerungen im Maßregelvollzug ein, mit denen er in seiner derzeitigen Stellung als Chefarzt des Bezirkskrankenhauses in Ansbach bereits viele Erfahrungen sammeln konnte. Es gelte, gemeinsam als Team eine Struktur zu erarbeiten. Denn entgegen der Befürchtungen vor allem seitens der Bevölkerung werde ein Straftäter nicht von heute auf morgen gelockert, sondern es gebe zahlreiche Beobachtungen im Vorfeld sowie viele kleine Schritte bei der Umsetzung, an denen viele Mitarbeiter beteiligt sind. Genauso wie sein Stellvertreter Dr. David Janele, der im Moment Oberarzt im Bezirksklinikum Regensburg ist, habe er nur zugesagt, weil „es ein klares politisches Statement gibt, dass diese Klinik bestehen bleibt“. Er wird ab Januar tageweise vor Ort sein und sich ansonsten von Ansbach aus einarbeiten. Ab September ist er täglich im Haus und verlegt auch seinen Wohnsitz in die Region.

Bereits ab Februar in Vollzeit ist Dr. Janele in Straubing. Die künftige ärztliche Doppelspitze bezeichnete er als „Dreamteam“, denn beide Ärzte kennen sich schon sehr lange und schätzen sich sowohl menschlich als auch fachlich. Insofern waren sie sich auch einig, dass sie – für Chefärzte sehr ungewöhnlich – auch „stempeln“ werden. „Wir wollen unsere Arbeitszeit dokumentieren, vor Ort sein, Visite machen, die Patienten kennenlernen.“ Beide hätten „große Lust auf die spannende Aufgabe, hier was Gutes zu machen“.

Der Regensburger hatte zuletzt auch noch einiges an Lob für die Mitarbeiter im Gepäck. „Ich habe mich über Ihre Arbeit informiert und erfahren, dass viele Mitarbeiter hier sind, die großartige Arbeit leisten. Sie haben nun jahrelang das schwierigste Klientel aus ganz Bayern behandelt und ich kann mir vorstellen, dass sich das nicht immer gut angefühlt hat.“ Die Mitarbeiter bat er wie Heinrich zuvor, den Neustart in Straubing positiv mitzugestalten.

Der gesamte Prozess gehe nicht von einem Tag auf den anderen, zwei bis drei Jahre seien als Ziel angesetzt. Bei der anschließenden Pressekonferenz verwies Dr. Olaf Heinrich aber auch darauf, dass das Ziel im Mittelpunkt stehe. „Wir werden intensiv daran arbeiten, haben volle Unterstützung vom Sozialministerium und dem Amt für Maßregelvollzug und hoffen, dass wir diesen sportlichen Zeitplan einhalten können.“


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