06.04.2019, 21:01 Uhr

Europawahlkampf-Auftakt in Straubing „Wir stehen vor einer Schicksalswahl für diesen Kontinent“


EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber, Ministerpräsident Markus Söder und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz begeisterten 2.300 Besucher in der Straubinger Fraunhoferhalle

STRAUBING Mit einem klaren Bekenntnis zu Europa ist die CSU am Samstagnachmittag (6. April) in den Europawahlkampf gestartet. Für die Auftaktveranstaltung in der Straubinger Joseph-von-Fraunhofer-Halle hatten die Christsozialen nicht nur den EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber, sondern auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz in die Gäubodenstadt geholt.

Der Ort der Veranstaltung war nicht zufällig gewählt. Weber (46) ist gebürtiger Niederbayer und seit 2004 Mitglied des EU-Parlaments, zuletzt als Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP). Bei der Wahl am 26. Mai will Weber den Sieg für die europäischen Konservativen holen und EU-Kommissionspräsident werden.

„Das Europa, in dem wir heute leben, ist ein gutes Europa und wir lassen es uns von den Nationalisten nicht kaputtmachen“, so Weber kämpferisch. Gleichzeitig räumte er ein, dass man derzeit vor großen Herausforderungen stehe: Brexit, Migration, Handelsstreit mit den USA, überbordende Bürokratie – „wir stehen vor einer Schicksalswahl für diesen Kontinent.“ Weber machte klar, dass es mit ihm an der Spitze keine weiteren „Umverteilungstöpfe“ geben werde und plädierte dafür, die Beitrittsgespräche mit der Türkei zu beenden.

Eine generelle Abkehr von der europäischen Idee komme nicht infrage, darin waren sich die versammelten CSU-Granden einig. Ministerpräsident Markus Söder unterstrich das „klare Ja“ seiner Partei zu Europa und forderte: „Wir müssen den Optimismus besitzen, Probleme zu lösen.“ Der niederbayerische Bezirkschef Andreas Scheuer ergänzte: „Wir sind gegen die, die gegen Europa sind.“

Mit der Einladung des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz war der CSU am Samstag ein echter Coup gelungen. Der 32-Jährige betonte die gute politische, wirtschaftliche und persönliche Verbindung beider Länder und sicherte Weber seine volle Unterstützung zu: „Wir werden für dich laufen, damit du der neue Kommissionspräsident wirst.“ Die Europawahl müsse ein Wendepunkt sein, so Kurz. Und weiter: „Ich bin als Nachbar froh, dass in Bayern der Markus Söder das Sagen hat und zukünftig der Manfred in Europa.“

Weber selbst schwor die 2.300 Besucher in der proppenvollen Fraunhoferhalle auf die Bedeutung der Wahl am 26. Mai ein. „Ich bin im Herzen und im Kopf überzeugter Europäer, helfen Sie mir, Niederbayern in die Welt hinauszutragen.“


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