23.04.2020, 13:36 Uhr

Marianne Schieder Kreative Wege, um mit digitaler Unterstützung würdig an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern

 Foto: Ursula Hildebrand Foto: Ursula Hildebrand

Vor 75 Jahren befreiten alliierte Truppen zahlreiche Konzentrationslager. Besonders in Flossenbürg fanden sie unter den Gefangenen Menschen, die von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Deren bisher weniger beachtete Schicksale aufzuarbeiten, ist ein großes Anliegen der SPD-Bundestagsfraktion. Darum begrüßt Marianne Schieder die Finanzierungszusage von Staatsministerin Monika Grütters.

Flossenbürg. „Es betrübt mich, dass die Befreiungsfeiern, die an vielen der ehemaligen Konzentrationslager geplant waren, abgesagt werden mussten“, erklärt Marianne Schieder. Gleichzeitig würden vielerorts kreative Wege gefunden, um mit digitaler Unterstützung würdig an die Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Am 23. April eröffnet die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg beispielsweise eine Website mit Beiträgen von Überlebenden und Angehörigen. Dort waren besonders viele so genannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ inhaftiert.

Die SPD-Abgeordnete begrüßt darum, dass Staatsministerin Monika Grütters dem Beschluss des Deutschen Bundestages nachkommt und in ihrem Haushalt 1,5 Millionen Euro für die Aufarbeitung des Schicksals der als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten einstellt. Erarbeitet wurde der Antrag unter der Regie von Schieder, die im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien für das Thema zuständig ist. Ihr Wissen um das Oberpfälzer Lager konnte sie dabei einfließen lassen. Mit der Finanzierung einer Wanderausstellung kommt die Bundesregierung einem zentralen Anliegen aus dem am 13. Februar 2020 beschlossenen Koalitionsantrag nach. Konzeptioniert wird die Ausstellung von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Absprache mit der AG KZ-Gedenkstätten. Geplant ist zudem, einzelne Module der Ausstellung auch digital zugänglich zu machen.

„Viele Gedenk- und Erinnerungsorte haben darüber hinaus schon jetzt Ideen verwirklicht, wie online der Opfer gedacht und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gelingen kann. Gerade in den kommenden Monaten wird es umso wichtiger sein, diese Orte offen und das Gedenken wach zu halten“, bekräftigt Schieder.


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