18.09.2019, 11:25 Uhr

Alexander Flierl zu Gast in Flossenbürg Staatsforsten sind „gerüstet für die Zukunft“

Alexander Flierl und Forstbetriebsleiter Stefan Böslauf der Ruine der Schellenburg. (Foto: Büro Alexander Flierl)Alexander Flierl und Forstbetriebsleiter Stefan Böslauf der Ruine der Schellenburg. (Foto: Büro Alexander Flierl)

Nicht nur bei der Land-, sondern auch bei der Forstwirtschaft bringen die letzten Jahre mit heißen Sommern ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Der Schwandorfer Stimmkreisabgeordnete Alexander Flierl machte sich bei einem Besuch der Bayerischen Staatsforsten in Flossenbürg vor Ort ein detailliertes Bild der Lage. Dringlichstes Problem ist hierbei der Borkenkäfer, der sich bei der aktuellen Witterung rasant vermehrt.

SCHWANDORF Forstbetriebsleiter Stefan Bösl begleitete Flierl auf seiner Fahrt durch die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab und Schwandorf, dem Zuständigkeitsbereich Bösls. „Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben zu 25.000 Festmetern Fichtenholz geführt, die der Borkenkäfer zu Tode gebracht hat“, sagte Bösl. Sämtliche Mitarbeiter seien zurzeit voll eingespannt, um die Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen. Darin sieht laut Alexander Flierl auch die bayerische Staatsregierung eine vordringliche Aufgabe. So habe beispielsweise das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein Programm aufgelegt, bei dem private Waldbesitzer einen Zuschuss von bis zu zwölf Euro pro Kubikmeter Holz erhalten (bisher fünf Euro), wenn sie befallene Bäume rasch fällen und sie aus dem Wald verbringen. „Wir unterstützen die Waldbesitzer mit finanziellen Hilfen, mit Fachberatung bis hin zu personeller und organisatorischer Verstärkung“, sagte Flierl. Für die Beurteilung der aktuellen Lage rät Bösl zu einer besonnenen Bewertung aller Faktoren. So sei laut Bösl der Borkenkäferbefall der Bäume „eine echte Plage“. Für die Bayerischen Staatsforsten allerdings fügte er hinzu: „Die Verjüngung des Waldes findet aber schon seit vielen Jahren statt, überall kommt Jungwald nach, man muss keine Angst haben, dass hier große Kahlfläche entstehen“. Zu den Grundaufgaben der Staatsforsten zählte Bösl ferner die Landschaftspflege, die Sicherung der biologischen Vielfalt, die verantwortungsvolle Jagdausübung und die Rücksichtnahme auf die Wasserwirtschaft und die Erholungsfunktion des Waldes. Alexander Flierl fügte vonseiten der Politik hinzu, dass nicht erst seit den zuletzt angestiegenen öffentlichen Diskussionen die naturnahe und nachhaltige Entwicklung und Weiterführung des Lebensraumes Wald höchste Priorität genieße. „Der Artenschutz, der Erhalt der Biodiversität, die Aufrechterhaltung eines funktionalen Waldes bei Wasser- und Erosionsschutz, all das sind Dinge, die in unserer Politik schon seit langem eine große Rolle spielen“, sagte Flierl.

Des Weiteren habe freilich der Wald seine Berechtigung, ebenso die darin lebenden Wildtiere, die man in gleichem Maße berücksichtigen müsse, so Flierl weiter. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den folgenden Generationen einen zukunftsfähigen Wald zu übergeben, hieß es. Diese Einschätzung ist wesentliches Element der bayerischen Klimastrategie. „Unsere Staatsforsten werden hierbei weiterhin Vorbildfunktion haben, weil wir die Bewirtschaftung auch künftig an den Leistungen zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt ausrichten“, ergänzte Flierl. So sollen demnächst erwirtschaftete Überschüsse nicht mehr in die Staatskasse fließen, sondern dazu verwendet werden, die Wälder und Moore als größten Speicher von Kohlendioxid zu erhalten und klimafester zu machen. „Mit diesen und noch vielen weiteren Maßnahmen ist unsere Klimapolitik wirkungsvoll, langfristig angelegt und konjunkturfest“, fasste Flierl den politischen Kurs des Freistaats zusammen.


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