24.09.2018, 14:45 Uhr

Kleinstadt ist Pionier Bayerns erste Mängelmelder-Kommune Maxhütte-Haidhof zieht Bilanz

(Foto: Stadt Maxhütte-Haidhof/Anita Alt)(Foto: Stadt Maxhütte-Haidhof/Anita Alt)

Nur 11.500 Einwohner leben in Maxhütte-Haidhof in der mittleren Oberpfalz und doch ist die Kleinstadt ein Pionier: Das etwa 20 Kilometer nördlich von Regensburg gelegene Städtchen ist Bayerns erste Kommune mit einem individualisierten Mängelmelder.

MAXHÜTTE-HAIDHOF Der Mängelmelder ist die bundesweite Plattform für Bürgeranliegen. Dort können Bürgerinnen und Bürger kurze Einträge mit Foto von Schäden im öffentlichen Raum machen: überfüllte Mülltonnen, defekte Straßenbeleuchtung, verdreckte Spielplätze sind nur einige Beispiele. Diese Einträge werden dann automatisch an die zuständigen Kommunen weitergeleitet und können behoben werden. Eine Verpflichtung besteht dazu nicht – jede Kommune entscheidet selbst, was mit diesen Hinweisen ihrer Bürgerschaft passiert.

Viel Arbeit? Eher eine Arbeitserleichterung und eine große Chance, so sieht es Christoph Stangl. Der Verwaltungsinformationswirt in Maxhütte-Haidhof wurde 2014 auf einer Messe auf das Anliegenmanagement Mängelmelder aufmerksam und erkannte sofort das Potenzial des Portals. „Als Mitarbeiter in einer kleinen Kommune, wo jeder jeden kennt, ist es häufiger passiert, dass ich in der Freizeit auf der Straße persönlich wegen defekter Beleuchtung oder kaputter Gehwege angesprochen wurde. Gestört hat mich das nicht. Aber die Hinweise unterwegs zu behalten und dann alles im Amt in die Wege zu leiten, war nicht immer leicht – da konnte auch mal etwas in Vergessenheit geraten. Der Mängelmelder schien mir und meinen Kollegen daher ein geeignetes Mittel, um dafür zu sorgen, dass nichts untergeht und alle Anliegen unserer Bürgerschaft an die richtige Stelle gelangen.“

Möglich macht das die individuelle Einrichtung des Mängelmelders für Maxhütte-Haidhof. Im Gegensatz zum bundesweiten Mängelmelder gehen die Hinweise der Bürgerschaft nicht alle in einem allgemeinen E-Mail-Postfach der Stadt- oder Gemeindeverwaltung ein. Stattdessen legte die Kommune selbst nach Bedarf und personeller Aufstellung fest, in welchen Kategorien Meldungen dort abgegeben werden können. Zusätzlich wurden automatische E-Mail-Benachrichtigungen an die direkten Verantwortlichen jeder einzelnen Kategorie eingerichtet. Das sorgt für eine effektive Verarbeitung der Bürgeranliegen und für ein schnelles Beheben der Mängel und Defekte.

Seit drei Jahren bietet Maxhütte-Haidhof diesen Service inzwischen an und das Angebot wird rege genutzt. Etwa 30 Prozent der Meldungen gingen dabei allein in der Kategorie Beleuchtung ein. Straßenschäden stellen mit knapp 20 Prozent die zweithäufigste und allgemeine Verschmutzungen mit knapp 15 Prozent die dritthäufigste Kategorie. Insgesamt gingen in den drei Jahren Laufzeit mehr als 400 Meldungen bei der Kommune ein. „Für eine Kleinstadt dieser Größe ist das vergleichsweise viel“, urteilt Tobias Vaerst von der „wer denkt was“ GmbH. Vaerst ist Projektleiter beim Darmstädter IT-Unternehmen, das den Mängelmelder vor acht Jahren entwickelte. Maxhütte-Haidhof ist eine von etwa 45 Kommunen mit eigenem Mängelmelder-System, die von der „wer denkt was“ GmbH betreut werden – darunter auch Großstädte wie Dortmund, Bremen oder Mannheim.

Christoph Stangl und seine Kollegen sind äußerst zufrieden mit dem eigenen Mängelmelder: „Wir bekommen regelmäßig gutes Feedback von unseren Bürgerinnen und Bürgern. Denn das Schöne ist, dass jeder über den Status seiner Meldung informiert wird. Ist etwas in Bearbeitung oder der Mangel bereits behoben? Ein Ampelsystem macht das deutlich und zeigt unserer Bürgerschaft, dass wir ihre Anliegen und Mitteilungen ernst nehmen und etwas tun.“ Auf der Straße auf Mängel hingewiesen wird er inzwischen nur noch selten – denn die Bürgerschaft weiß, dass mit dem Eintrag im Mängelmelder alles seinen Weg geht.


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