25.07.2018, 10:12 Uhr

OB Feller bei Fachkonferenz in Weiden Lärmschutz bei der Elektrifizierung der Bahnlinie – schnelle Bürgerbeteiligung steht im Mittelpunkt

(Foto: Stadt Weiden)(Foto: Stadt Weiden)

Der Bahnkorridor von Hof nach Regensburg und weiter nach Burghausen soll in den nächsten Jahren voll elektrifiziert und ausgebaut werden. Zahlreiche Vertreter von Städten und Gemeinden, dem Bürgerforum „Laut wird’s“, Abgesandte der Deutschen Bahn AG sowie die Logistikagentur Oberfranken e. V. trafen sich nun zur 4. Fachkonferenz zur Ostoberfranken-/Oberpfalz-Magistrale in Weiden, um sich über die weitere Einbindung der Anwohner zu verständigen. Die Federführung des Planungsprozesses wurde dabei der Logistik Agentur Oberfranken übertragen.

WEIDEN/SCHWANDORF Die Bürgerbeteiligung soll zeitnah und mit Unterstützung des Freistaates Bayerns umgesetzt werden, so Andreas Weinrich, Geschäftsführer der Logistik Agentur Oberfranken. Weinrich erläuterte insbesondere, dass sich die Logistik Agentur Oberfranken e. V. einerseits als Vertreter der betroffenen Bürgerschaft auf der einen Seite versteht, andererseits aber auch die Notwendigkeit des Trassenausbaus für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in ganz Ostbayern sieht. Schon vor Abgabe von Planfeststellungsunterlagen gelte es deshalb zusammen mit der Deutschen Bahn alle Möglichkeiten abzuwägen, wie zum Einen ein leistungsfähiger Schienenkorridor für künftige Güterverkehre und schnellere Personenzugverbindungen und zum Zweiten ein guter Lärmschutz für die betroffenen Gebietskörperschaften entstehen können. Oberstes Ziel müsse es sein, dass unter Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung der Ostkorridor wie geplant 2030 als vollelektrifizierte Strecke zwischen den Anschlussstellen Hof und Regensburg in Betrieb geht.

Logistik Agentur Oberfranken beauftragt

Aufgrund des Zusammenschlusses in der Logistikinitiative Bayern mit dem Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien und dem „Neuen Adler Nürnberg“ sei man als Logistikagentur jederzeit in der Lage, eisenbahntechnische Grundlagen zu verifizieren und auch den jeweils aktuellen Stand der Bahntechnik abzurufen und diesen in die Planungen einfließen zu lassen, so der Geschäftsführer. Die Gebietskörperschaften beschlossen daraufhin nach intensiver Diskussion einstimmig, dass die Logistik Agentur Oberfranken e. V. , beginnend mit dem Streckenabschnitt Hof-Marktredwitz, alle Gebietskörperschaften entlang des Korridors bei der Umsetzung der anstehenden Maßnahmen begleiten soll.

Anstehende Aufgaben

Aufgabe und Kompetenz der Logistikagentur sei es hierbei die Überprüfung von Grunddaten wie Streckenbelastungen oder Taktfrequenzen durchzuführen und daran anknüpfend Vorschläge für die anzustrebenden Lärmschutzmöglichkeiten entlang der Strecke zu unterbreiten. Auch die technische Ausrüstung des Wagen- und Gleismaterials soll hierbei untersucht und gegebenenfalls verbessert werden. Zu den Aufgaben der Logistikagentur zählen außerdem die Auswahl von Gutachtern für Immissionsprüfungen und deren juristische Begleitung sowie die Organisation und Moderation von Bürgerbeteiligungen und Abstimmungsgesprächen mit der Deutschen Bahn AG.

Kostenverteilung

Anfallende Kosten, neben der Förderung durch den Freistaat Bayern, sollen dabei anteilig durch Städte und Gemeinden übernommen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind von der Kostenbeteiligung in jedem Fall die Stadt Hof, der Landkreis Hof und der Landkreis Wunsiedel betroffen. Nachdem auf Basis der in Hochfranken erhaltenen Kenntnisse ein Teil der Grundlagenarbeit für weitere Ausbauabschnitte bereits erledigt sein dürfte, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt ein weiterer Grundsatzbeschluss über die weitere Finanzierung des Projektmanagements gefasst werden. Die Logistik Agentur Oberfranken wird nun zeitnah einen Förderantrag an das bayerische Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr stellen und den weiteren Ablauf voraussichtlich im 4. Quartal 2018 mit den betroffenen Gebietskörperschaften abstimmen.


0 Kommentare