18.10.2020, 14:57 Uhr

Aktionstag Greenpeace Regensburg protestiert gegen Billigfleisch

 Foto: Daniel Dickert Foto: Daniel Dickert

Gegen Billigfleisch und für bessere Tierhaltung protestierten am Samstag, 17. Oktober, Greenpeace-Aktive in Regensburg.

Regensburg. Einheitlich gekleidet und mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clip am Ohr sowie einem Banner mit der Aufschrift „Billigfleisch ist ein krankes System“ machten sie auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fatale Billigfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam.

Der Aktionstag fand gleichzeitig in mehr als 50 deutschen Städten statt. Anlass war eine am Freitag, 16. Oktober, veröffentlichte Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten.. Das Ergebnis: Rund 90 Prozent stammt von Schweinen, Rindern oder Hühnern, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Kaum eine Filiale bietet Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produkten aus der Haltungsform 4 (unter anderem Bio-Produktion) verharren 2020 auf sehr niedrigem Niveau. „Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden”, sagt Daniel Dickert, Ansprechpartner von Greenpeace Regensburg. „Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiere artgerecht gehalten werden.“

Die Infoaktion fand heute von 11 bis 12 Uhr auf dem Domplatz in Regensburg statt. Wer sich für weniger Tierleid und bessere Fleischprodukte im Kühlregal einsetzen möchte, konnte am Greenpeace-Infostand eine Protestkarte an die Marktleitung seines Supermarktes ausfüllen. „Die Kennzeichnung mit der Haltungsform schafft zwar grundsätzlich Transparenz. Wenn Kundinnen und Kunden aber fast ausschließlich Billigfleisch kaufen können, verkommt die Kennzeichnung zu Greenwashing”, sagt Dickert. Passantinnen und Passanten erhielten Informationen zur Haltungskennzeichnung und einen kleinen Ratgeber, der auf einen Blick zeigt, welches Siegel aus Greenpeace-Sicht aussagekräftig ist.

Zusätzliche Greenpeace-Recherchen in Filialen

Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 294 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gibt es an eingen Bedientheken. Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet.


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