24.09.2020, 12:44 Uhr

Nasse Angelegenheit Gemeinsam für den Schutz der Gewässer eintreten – Tobias Gotthardt informierte sich in Arnschwang

Markus Schmidberger stellte Ausschussvorsitzenden Tobias Gotthardt im Fluss Chamb den Eisvogelsteig vor. Thema des Besuchs war die Europäische Wasserrahmenrichtlinie.  Foto: Philipp SeitzMarkus Schmidberger stellte Ausschussvorsitzenden Tobias Gotthardt im Fluss Chamb den Eisvogelsteig vor. Thema des Besuchs war die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Foto: Philipp Seitz

Für den bayerischen Europaausschussvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt ist es eine nasse Angelegenheit: Der Abgeordnete hat bei strömenden Regen das LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ in Arnschwang besucht und sich dabei auch hinein in den Fluss Chamb gewagt.

Arnschwang. Der deutschlandweit einzigartige Eisvogelsteig lockt jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Arnschwang. Mit einem Sicherungsset, wasserdichten Wathosen und Audioführer ausgestattet, gilt es, die intakte Auenlandschaft in ihrer Vielfalt kennenzulernen. Wie Markus Schmidberger, Leiter der Geschäftsstelle Cham – LBV-Zentrum „Mensch und Natur“, betont, lassen sich in der LBV-Umweltstation in Cham zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten beobachten. „Ob etwa der Eisvogel, Biber oder die Mooreidechse, hier vor Ort können zahlreiche Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden“, sagt Schmidberger, der Geschäftsstellenleiter des Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Cham. Auch stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Gisela Merkel-Wallner wagt sich kurz hinein in den Fluss. Der Eisvogelsteig sei bei jungen und alten Besucherinnen und Besuchern beliebt, berichtet sie.

Wie auf einem Klettersteig tasten sich die Besucherinnen und Besucher im Wasser auf einem vorgegebenen Weg durch die Chamb. An einem Seil können sich die Gäste bei ihrer Wanderung durch den Fluss gut einhalten. Auch wenn Gotthardt den Eisvogel nicht entdecken konnte, zeigte er sich vom Eisvogelsteig begeistert: „Hier kann nicht nur spielerisch die Natur und das Element Wasser entdeckt, sondern einiges über unsere Tier- und Pflanzenarten gelernt werden.“

Doch die LBV-Umweltstation hat noch wesentlich mehr zu bieten, wie Europapolitiker Gotthardt bei seinem eineinhalbstündigen Besuch erfuhr: Eine „gläserne“ Imkerei, eine große Forschungsstation und sogar einen Gummistiefelpfad für Kleinkinder. „Das ist wirklich ein tolles Ausflugsziel für die gesamte Familie“, lobte der Landtagsabgeordnete, der in europapolitischer Mission vor Ort war. Gotthardt interessierte sich bei seinem Ortsbesuch insbesondere für die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und die Meinung der Experten der örtlichen LBV-Kreisgruppe hierzu.

Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist es, einen Ordnungsrahmen für den Schutz der Gewässer zu schaffen. Dadurch sollen unter anderem das Grundwasser, aber auch Landökosysteme, die direkt vom Wasser abhängen, geschützt werden. „Deutschland hinkt bei der Umsetzung der Richtlinie weit hinterher: Kein Bundesland schafft bis 2027 das in der Richtlinie gesteckte Ziel: 100 Prozent der Gewässer in gutem Zustand“, sagte Europaausschussvorsitzender Gotthardt – und baut dabei auf „einen großen gesellschaftlichen Konsens, keine einseitigen Schuldzuweisungen: Wir schaffen das nur gemeinsam.“

Wie wichtig ein entsprechender Schutz der Gewässer ist, zeigte Markus Schmidberger bei dem Ortsbesuch in der Cham auf. An vielen Stellen sei das Wasser im Fluss nach dem Starkregen verunreinigt. Abgeordneter Gotthardt spürt es, als er sich seinen Weg durch den Fluss bannt. Oberste Zielsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist es, keine gefährlichen Stoffe mehr in die Flüsse einzuleiten. Ein Anliegen, das auch dem LBV um Geschäftsstellenleiter Markus Schmidberger sehr am Herzen liegt.


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