22.09.2020, 12:49 Uhr

Kommunalpolitik Lappersdorfer SPD fordert zukunftsweisendes Baukonzept für die Marktgemeinde

Katja Stegbauer informiert über geplante Bauvorhaben. Foto: Fritz WeinbeckKatja Stegbauer informiert über geplante Bauvorhaben. Foto: Fritz Weinbeck

„Ja, wir brauchen Wohnraum, jeden freien Quadratmeter dafür zuzubauen wäre aber falsch“, ruft Stefan Königsberger den Genossen bei der SPD-Versammlung aufgeregt zu. Mit Sorge beobachten die drei SPD-Marktgemeinderäte in Lappersdorf die großen Bauvorhaben in Hainsacker beim Gasthof Prößl, in Lappersdorf beim Café Hahn und in Kareth unterhalb der Raiffeisenbank mit jeweils mehr als 30 Wohneinheiten.

Lappersdorf. „Derzeit gibt es für Bauträger bei uns kaum Vorgaben. Nichts in Sachen Energiekonzept, nichts in Sachen geförderter Wohnraum für Menschen mit kleinem Geldbeutel, nichts zu barrierefreien Wohnanlagen für Senioren oder ähnliches“, ergänzt Katja Stegbauer, Fraktionsvorsitzende der SPD im Marktgemeinderat. Was die Lappersdorfer Genossen befürchten: Durch bauliche Großprojekte wie die aktuell anstehenden verschwindet der dörfliche Charakter der Lappersdorfer Ortsteile mehr und mehr. Die Marktgemeinde verkümmere so zu einer Schlafstätte vor den Toren Regensburgs. „Diese Bauvorhaben sind nicht nur ortsprägend und somit von Interesse für die Bürgerschaft, sie müssen auch hinsichtlich der weiteren Infrastruktur in unserer Marktgemeinde gründlich überprüft werden. Haben wir ausreichend Kita- und Schulplätze für die Menschen, die hier mit ihren Kindern wohnen wollen? Sind unsere Zufahrtswege ausreichend für die Autos, die diese Menschen mitbringen und sind ausreichend Stellplätze in den neuen Wohnanlagen vorgesehen?“, so Stegbauer kritisch. Dass von der Rathausspitze keine Vorgaben hinsichtlich einer Sozialwohnungsbauquote oder anderer zukunftsweisender Themen gemacht werden, hält die SPD in Lappersdorf für unhaltbar. „Hier muss unbedingt rasch nachgesteuert werden, damit wir nicht noch mehr Filet-Stücke in unseren Ortsteilen allein den Plänen von Bauträgern überlassen“, fasst Königsberger die Gedanken der SPD-Marktratsfraktion zusammen. Diese wird demnächst einen Antrag im Marktgemeinderat auf Beschließung eines Bebauungskonzeptes für die Marktgemeinde stellen.


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