07.09.2020, 22:58 Uhr

Bauvorhaben Bund Naturschutz will die Natur-, Erholungs- und Umweltfunktionen des nördlichen Sallerner Berges erhalten

Aktuelle Beschränkung am Sallerner Berg. Foto: Ursula HildebrandAktuelle Beschränkung am Sallerner Berg. Foto: Ursula Hildebrand

Durch den geplanten Neubau der Schule und das geplante Baugebiet "Sallern Nord" werden Belastungen auf die Anlieger zukommen. Es hat sich auch eine „BI Sandberg“ gebildet. Auch aus Sicht des Bund Naturschutz müssen – wie überall – mögliche Beeinträchtigungen für Anlieger bestmöglich minimiert werden. Es sei zu klären, wie groß die Verkehrsbelastungen über die Jahre ausfallen und wieweit diese auch durch baubetriebliche und andere Maßnahmen bestmöglich – auch zeitlich- minimiert werden können, so der BN.

Regensburg. Der Aberdeen-Park und die angrenzenden Areale sind über die letzten Jahre gerade von der Stadt zu einem ökologisch wichtigen Artenhotspot entwickelt worden. Bereits im Jahr 1988 pflanzten hier Mitglieder der Kreisgruppe Regensburg des Bund Naturschutz 75 Linden anlässlich des 75. Jahrestags der Gründung des Bund Naturschutz in Bayern e. V. und 2000 nochmals weitere 2.000 Bäume und Sträucher.

Es kommen dort viele Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu liegen, um Eingriffe in Natur- und Umwelt an anderen Stellen der Stadt auszugleichen. Zudem gibt es dort zahlreiche amtlich kartierte Biotope. Es handle sich um eine „Schatzkiste“ für Natur- und Artenvielfalt, um ein wichtiges Naherholungsgebiet und nach dem Klimagutachten der Stadt Regensburg auch um ein wichtigen thermischen Ausgleichsraum. Das Kaltlufteinzugsgebiet „Regen, Ost“ inklusive des Regentals umfasst in seiner Funktion als Leitbahn für die nächtlichen Fallwinde, eine Fläche von circa 300 Hektar. Die hier an den Hängen des Sallerner Bergs und des Mühlbergs abfallende frische Kaltluft fließt über das Regental in die Regensburger Kernstadt. Nicht umsonst kommt dort auch der Klimaschutzlehrpfad zu liegen.

In der durch die „BI Sandberg“ vorgelegte Karte ist ein Baustraße eingezeichnet. Diese Straße würde auch amtlich kartierte Biotope deutlich betreffen und das filigrane Netz an Heckenstrukturen zerschneiden. Die damit verbundenen Eingriffe hätten sehr großen Einfluss auf die Natur- und Naherholungsfunktion des Gesamtgebietes. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Baustraße dann gleichzeitig für das gepl.nteBaugebiet „Sallern Nord“ benutzt wird, was zu einer Verstätigung der Eingriffe über mehrere Jahre und vielleicht auch über ein Jahrzehnt führen würde. Begehrlichkeiten, die Baustraße dann dauerhaft als Erschließung für Schule und Sallern-Nord zu erhalten, wären dann unvermeidlich. Das würde aber das Gebiet in seiner Werthaftigkeit zentral und dauerhaft schädigen und die bisherige Stadtpolitik, in diesem Bereich Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen zu legen und aufzuwerten, konterkarieren. Die Stadt würde im schlimmsten Fall ein zentral wichtiges „Schatzkästchen“ für Natur- und Naherholung im nördlichen Stadtgebiet verlieren.

Es sei daher wichtig – egal ob auf der Süd- oder Nordseite des Sallerner Berges– die Belastungen zu gering wie möglich und zeitlich kurz zu halten. Der Stadtratsbeschluss, hier alles fundiert zu erfassen, abzuprüfen und mögliche Varianten aufzuzeigen, sei richtig. Unter Umständen müsse auch überlegt werden, ob weitere verdichtete Bebauung in diesem Gebiet „funktioniert“, ohne die Lebensqualität aller deutlich zu vermindern. Die wichtigen Natur-, Erholungs- und Umweltfunktionen des nördlichen Sallerner Berges müssen aus Sicht des Bund Naturschutz dauerhaft erhalten bleiben.


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