13.08.2020, 09:04 Uhr

Vertrag unterschrieben Die Regensburger Tafel hat ein neues Zuhause

 Foto: Tafel Regensburg Foto: Tafel Regensburg

„204 Tage“ stand auf dem Schild, dass am 9. Januar auf dem Tisch stand, als der Runde Tisch zur Zukunft der Tafel das erste Mal zusammentrat. 204 Tage waren es damals noch bis zum Ende des Mietvertrags für den Tafel-Standort in der Liebigstraße. Keiner wusste, wie es weitergeht, und die ehrenamtlichen Helfer der Tafel und ihre Kundinnen und Kunden fühlten sich alleingelassen.

Regensburg. „Wir hatten Tränen in den Augen als wir endlich den neuen Mietvertrag für das Gebäude in der Abensstraße 10 unterschreiben durften“, so die Vorsitzende der Tafel Regensburg Christine Gansbühler. Sie ist sich sicher, dass damit die Zukunft der Tafel gesichert ist.

Es war ein langer Weg bis zur Unterschrift. „Den Durchbruch brachte der vom Bundestagsabgeordneten Peter Aumer ins Leben gerufene Runde Tisch“ so Gansbühler. Von da an kam Bewegung in die Herbergssuche. „Wir haben viele Immobilien angeschaut, aber irgendetwas passte immer nicht“, erzählt Gerhard Fischer, stellvertretender Vorsitzender. Entweder waren Lage oder Zustand ungeeignete oder schlichtweg die geforderte Miete zu hoch. Bis dann schließlich der Tipp mit der Halle in der Abensstraße vom Liegenschaftsamt der Stadt Regensburg kam. Der bisherige Mieter stellte aus Altersgründen den Betrieb ein. Der Eigentümer der Immobilie, Armin Schels, war sofort aufgeschlossen für die Tafel und bot einen langfristigen Mietvertrag an. „Wir sind dem Liegenschaftsamt, Peter Aumer und der Anwaltskanzlei BLTS sehr dankbar. Ohne sie wäre dieser Mietvertrag nicht zustande gekommen“, ist sich Gansbühler sicher.

Optimale Voraussetzungen

Der neue Standort bietet optimale Voraussetzungen für die Tafel. Er liegt in unmittelbarer Nähe zum Donau Einkaufszentrum und ist damit zu einem ÖPNV-Knotenpunkt. „Die meisten unserer Kunden kommen mit dem Bus oder dem Fahrrad“, berichtet Gerhard Fischer. Durch die Lage im Gewerbegebiet gibt es auch keine Probleme bei der Anlieferung oder mit der Nachbarschaft. „Wir sind absolut glücklich über diese Lösung“, so die beiden Vorsitzenden. Und auch die vielen Kundinnen und Kunden der Tafel atmen auf. Sie litten am meisten unter der Unsicherheit ob es die Tafel auch weiterhin geben wird. „Seit bekannt wurde, dass es eine Lösung geben wird, kamen täglich Kunden zu uns und fragten wo denn die neue Heimat sei“, so Gansbühler. „Es ist uns nicht leicht gefallen, das Geheimnis bis zur endgültigen Unterschrift zu bewahren.“

Parallel zur Unterzeichnung des Mietvertrags liefen auch die Planungen für Umbau und Umzug. In den nächsten Wochen wird mit Hochdruck auf der Baustelle gearbeitet. Der Wunsch der ehrenamtlichen Tafelhelfer ist es, dass Schließungen aufgrund des Umzugs möglichst verhindert werden. Zur Finanzierung der Mehrkosten für Miete, Umzug und Betriebskosten hat die Tafel die Aktion „Tafelpate werden – Helfern helfen“ ins Leben gerufen. Mit einer jährlichen oder monatlichen Spende kann so jeder einen Beitrag dazu leisten, dass das Projekt ein Erfolg wird. Der Patenschaftsantrag kann direkt im Internet unter www.tafel-regensburg.de ausgefüllt werden.


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