15.05.2020, 08:56 Uhr

Digitale Diskussion Aus der Corona-Krise die richtigen Lehren ziehen – Europas Rolle während der Pandemie

Die Abgeordneten Engin Eroglu und Tobias Gotthardt stehen in engem Kontakt. Auch mit Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert tauschen sie sich, wie hier bei einem Gespräch vor der Corona-Pandemie, regelmäßig über europäische Angelegenheiten aus. Foto: Archiv/StMWIDie Abgeordneten Engin Eroglu und Tobias Gotthardt stehen in engem Kontakt. Auch mit Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert tauschen sie sich, wie hier bei einem Gespräch vor der Corona-Pandemie, regelmäßig über europäische Angelegenheiten aus. Foto: Archiv/StMWI

Die Corona-Pandemie stellt Europa vor große Herausforderungen. Doch genau darin liegen nach Ansicht des Europaabgeordneten Engin Eroglu und des Regensburger Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt, parlamentarischer Vertreter des Freistaats Bayern im europäischen Ausschuss der Regionen (AdR), neue Chancen. Es gehe nun darum, Weichen für einen bestmöglichen Weg aus der Krise zu stellen und auch die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Kallmünz. Wie Europaabgeordneter Eroglu betonte, seien viele Länder der Europäischen Union bei der Digitalisierung „bislang nicht wirklich aus der Komfortzone gekommen“. Die Corona-Pandemie habe nun zu neuen Schlüssen geführt, wie wichtig eine bestmögliche digitale Infrastruktur sei. „Ich bin fest davon überzeugt und werde mich auch dafür einsetzen, dass es ein Digitalisierungspaket der EU geben wird“, betonte der Europaabgeordnete aus Hessen. „Die EU und Deutschland können nun von den Lehren profitieren, wenn es richtig und effizient angepackt ist.“ Aus Sicht von Eroglu werde die Corona-Pandemie in positiver Hinsicht zu „einem neuen, digital vernetzten Europa“ führen.

Gleichzeitig stellte Eroglu, der sich auch als Vorstandsmitglied der parlamentarischen Intergruppe für intelligente Dörfer einbringt, klar, dass er sich im Zuge einer europäischen Digitalisierungsoffensive für den ländlichen Raum stark machen werde. „Ländliche Gebiete dürfen bei Technologien, die über unsere Zukunft entscheiden, nicht zurückfallen, sondern müssen aktiv gestärkt werden.“ Die Corona-Pandemie bringe außerdem deutlich zum Ausdruck, dass es auch dringender Verbesserungen bei der telemedizinischen Infrastruktur bedürfe.

Tobias Gotthardt, Vorsitzender des Europaausschusses des Bayerischen Landtags, stimmt diesen Forderungen zu. Für Gotthardt und Eroglu stand außerdem fest, dass Europa sich nicht in die Gesundheitspolitik der Nationalstaaten einmischen dürfe. „Dafür ist Europa auch zu unterschiedlich und die einzelnen Beiträge zu verschieden.“

Die Europäische Union könne nun, so Gotthardt, in einmaliger Weise Verantwortung übernehmen und Zukunftsstrategien festlegen. „Zu Beginn der Corona-Pandemie schlug die Stunde der Nationalstaaten.“ Fehler hätten dabei die Nationalstaaten und nicht die Europäische Union begangen, beispielsweise bei der Bevorratung von Schutzmasken. Es gehe aber nun darum, den Blick nach vorne zu richten: „Wir müssen aus den Fehlern lernen und die richtigen Schlüsse ziehen.“ Es werde nun darauf ankommen, wie Europa zusammensteht. Ein gutes Beispiel dafür, dass Europa aus Krisen gestärkt hervorgehen könne, sei die Finanzkrise: „Die Mechanismen, die im Anschluss daran eingeführt wurden, halten bis heute“, stellte Gotthardt hervor. Es gehe nun um einen abgestimmten Plan, bei dem auch die Belange der europäischen Regionen gehört werden müssen.

Die beiden Abgeordneten nahmen von der interaktiven Online-Diskussion aufgrund der äußerst positiven Resonanz die Erkenntnis mit, dass dieses Format beibehalten werden soll. Nun soll es monatlich eine „Europa-Sprechstunde“ der beiden Abgeordneten geben. Diese werde, wie Eroglu und Gotthardt ankündigten, künftig auch über weitere soziale Plattformen gestreamt und solle so eine bestmögliche Einbindung aller Interessierten garantieren: „Bayern und Europa wachsen so zusammen – auch auf digitalem Wege!“


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