10.05.2020, 21:09 Uhr

Stille Zeremonie Regierungspräsident und Oberbürgermeisterin gedenken der Opfer des Zweiten Weltkrieges

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Regierungspräsident und Bezirksverbandsvorsitzender des Bezirksverbandes Oberpfalz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Axel Bartelt. Foto: Regierung der Oberpfalz/Kathrin KammermeierOberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Regierungspräsident und Bezirksverbandsvorsitzender des Bezirksverbandes Oberpfalz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Axel Bartelt. Foto: Regierung der Oberpfalz/Kathrin Kammermeier

Zum 75. Mal jährt sich am 8. Mai 2020 das Ende des Zweiten Weltkrieges. Dieser begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen und endete fast sechs Jahre später mit der vollständigen Kapitulation des NS-Regimes. Insgesamt fielen dem Krieg an die 60 Millionen Menschen weltweit zum Opfer.

Regensburg. Bayernweit erinnerte an diesem Tag der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Aufgrund der Corona-Pandemie fand, anders als ursprünglich im Rahmen eines großen ökumenischen Gottesdienstes im Regensburger Dom geplant, auch in Regensburg ein Stilles Gedenken im kleinsten Kreis statt. An der Kriegsgräberstätte am Oberen Katholischen Friedhof II, gedachten Regierungspräsident Axel Bartelt, Bezirksverbandsvorsitzender Oberpfalz im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., und Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gemeinsam mit Bezirksgeschäftsführer Dr. Dario Vidojković sowie dem Kreisvorsitzenden für die Stadt Regensburg, Dr. med. Theophil Schindler, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Wie Regierungspräsident Axel Bartelt betonte, sollte das Gedenken weit mehr als nur ein rein symbolischer Akt sein. „Der 8. Mai, dieser insbesondere für Deutschland historische Tag, ist für uns Auftrag und Verpflichtung, aber auch ein zutiefst persönliches Anliegen.“ Es gehe darum, sich vor den Millionen Opfern des Krieges, Männer, Frauen und zahlloser unschuldiger Kinder, ganz egal welcher Nation, welchen Glaubens und welcher Herkunft, zu verneigen. „In unserer krisenbehafteten Welt sehen wir, dass Frieden nichts Alltägliches, nichts Selbstverständliches ist. Die Sicherung des Friedens ist eine gemeinsame Verpflichtung, an der wir täglich gemeinsam arbeiten müssen.“ Die Menschen in Deutschland hätten aus zwei grausamen Weltkriegen, die unvorstellbares Leid über die Menschheit brachten, ihre Lehren gezogen, so der Regierungspräsident. „Nie wieder Krieg und insbesondere, nie wieder Krieg, der von deutschem Boden ausgeht: Es ist deshalb Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns, sich gegen Hass, Rassismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus zu stellen, wenn sich auch nur die ersten Anzeichen in unserer Gesellschaft zeigen.“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hob den 8. Mai hervor als Tag der Befreiung, des Neuanfangs und als Beginn einer sehr langen Friedensepoche für Europa. Regensburg war bereits am 27. April 1945 friedlich durch die amerikanischen Soldaten befreit worden. „75 Jahre in Frieden leben zu dürfen, ist ein Geschenk, das alles andere als selbstverständlich ist. Frieden und Demokratie müssen gepflegt und immer wieder neu erarbeitet werden“, so Maltz-Schwarzfischer. Regensburg habe schon früh damit begonnen, den Gedanken der Völkerverständigung mit Leben zu erfüllen. „Bereits 1955 hat die Stadt eine Städtepartnerschaft mit dem schottischen Aberdeen geschlossen. Sieben weitere Partnerstädte sind seitdem hinzugekommen.“

Der Volksbund hat nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern zahlreiche Kriegsgräberstätten angelegt und mehr als 15.000 Tote aus behelfsmäßigen Anlagen und Feldgräbern in 1600 Gemeinden umgebettet. Seit 1954 kümmert sich der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung um die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland – auf den 832 Anlagen in 46 Ländern ruhen mehr als 2,8 Millionen Tote. Bei seiner Arbeit ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als gemeinnütziger Verein auf Spenden angewiesen.


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