18.03.2020, 13:13 Uhr

Kommunalwahlen Mit Frauen-Power in die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Regensburg

Dr. Astrid Freudenstein und Gertrud Maltz-Schwarzfischer gehen für das OB-Amt in die Wahlkampf-Verlängerung. Foto: Günter StaudingerDr. Astrid Freudenstein und Gertrud Maltz-Schwarzfischer gehen für das OB-Amt in die Wahlkampf-Verlängerung. Foto: Günter Staudinger

Regensburg hat gewählt – die Entscheidung fällt aber erst am 29. März. Denn: Bei elf Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt gab es am Sonntag, 15. März, noch keine Siegerin und keinen Sieger. So müssen nun die Wählerinnen und Wähler in eine zweite Runde. Sicher ist dabei nur eines: Egal, wie es ausgeht, Regensburg bekommt eine Oberbürgermeisterin!

Regensburg. Es war ein fast trostloser Wahlabend im Marina-Forum, die große Party war wegen des Coronavirus abgesagt worden, Zutritt hatten nur die OB-Kandidaten mit einer maximal fünf Personen starken Abordnung, Journalisten und die Mitarbeiter der Stadt. Stimmung konnte so keine aufkommen, die paar Personen, die letztlich in den Saal gefunden hatten, verliefen sich. So ging der Abend im Marina-Forum schnell zu Ende.

Für zwei aber geht es nun weiter bis zum 29. März: Zwei Frauen machen das Rennen um den Regensburger OB-Sessel unter sich aus. Dr. Astrid Freudenstein von der CSU und Gertrud-Maltz-Schwarzfischer von der SPD gehen erneut in den Wahlkampf.

Astrid Freudenstein von der CSU blickte im Wochenblatt-Gespräch auf einen doch anstrengenden Wahlkampf zurück. „Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren, wir haben schon gemerkt, dass es ganz ordentlich läuft. Es gab sehr viele schöne Erlebnisse und Begegnungen“, so Freudenstein. Die letzten Tage sei man dann aber wegen des Coronavirus etwas abgetaucht, „das hat den Wahlkampfendspurt total verändert“. Und so wird auch der Wahlkampf bis zum 29. März ein anderer werden: „Wir werden alle Kreativität entwickeln, um das hinzukriegen“, so Freudenstein motiviert. Infostände oder Haustürwahlkampf werde es nicht geben.

Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeigte sich am Wahlabend erleichtert. Der Wahlkampf habe spät begonnen, sei sehr ruhig gewesen und habe sich viel in Podiumsdiskussionen abgespielt. „Das war sehr anstrengend, vor allem neben dem Tagesgeschäft.“ Und zu dem gehörte in den letzten Wochen auch das Coronavirus: „Das war dann nochmal viel schwieriger.“ Haustür- und Straßenwahlkampf wurden eingestellt – und der Wahlkampf für die Stichwahl müsse nun hauptsächlich über die Presse und die sozialen Medien laufen. Abgesehen davon wird Maltz-Schwarzfischer auch als Bürgermeisterin gefragt sein, wenn es um das Coronavirus geht. Das bestätigt auch Stadtverbandsvorsitzender der SPD, Juba Akili: Man werde den Wahlkampf nun auf die „digitale Schiene“ setzen. Auf Straßen- und Haustürwahlkampf müsse man leider verzichten. Für die Stichwahl hat er ein „gutes Gefühl“, Gertrud Maltz-Schwarzfischer mache eine moderne, urbane Politik, die gut für Regensburg sei.

Insgesamt gab es elf OB-Kandidatinnen und -Kandidaten neben Freudenstein, Maltz-Schwarzfischer und Wolbergs (siehe Artikel links). Stefan Christoph von den Grünen holte 14,41 Prozent, Ludwig Artinger (Freie Wähler) bekam 5,26 Prozent. Auf Horst Meierhofer (FDP) entfielen 2,14 Prozent. Benedikt Suttner von der ÖDP brachte es auf 3,72 Prozent. Für Imgard Freihoffer schlugen 1,79 Prozent zu Buche, Christian Janele brachte es auf 1,35 Prozent. Ingo Frank (Die Partei) erhielt 1,26 Prozent der Stimmen, 0,71 Prozent entfielen auf Jakob Friedl (Ribisl-Partie). Ob es Wahlempfehlungen der Unterlegenen geben wird, wollte am Sonntag noch niemand verraten, dies wird wohl erst im Laufe dieser Woche entschieden.

Die Stichwahl findet am Sonntag, 29. März, statt. Alle Wählerinnen und Wähler erhalten die Unterlagen für die Briefwahl zugesandt. Wahllokale wird es wegen der Corona-Epidemie nicht geben.


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