14.03.2020, 20:24 Uhr

Kommunalwahlen Tanja Schweiger – „bei uns ist es einfach am schönsten“

Tanja Schweiger, Freie Wähler.  Foto: Hubert LankesTanja Schweiger, Freie Wähler. Foto: Hubert Lankes

Am Sonntag, 15.März,wir im Landkreis Regensburg gewählt. Wer die die kommenden sechs Jahre die Geschicke des Landkreises leiten?

Landkreis Regensburg. Mit dem Bonus der Amtsinhaberin geht Tanja Schweiger aus Pettendorf für die Freien Wähler ins Rennen, „weil ich die erfolgreiche Arbeit der letzten sechs Jahre fortsetzen will“. Schweiger möchte „die begonnen Projekte gerne zum Ziel bringen und mit meinem Netzwerk und meinen Erfahrungen in Verwaltung, Politik, Ehrenamt und Wirtschaft unseren Landkreis als Ganzes weiter voranbringen“. Sie setzt auf noch mehr Klimaschutz – „sowohl durch Stromeinsparung und eigene Stromerzeugung als auch durch noch mehr regionales Bewusstsein im Bereich der Ernährung im Rahmen unserer Ökomodellregion“, auf die erfolgreichen Kreiskliniken, deren Bekanntheitsgrad sie ausbauen will, und auf die Entwicklung „eines eigenes Landkreisbewusstseins – auch im Bereich der Wirtschaft“

Das Interview in voller Länger

Warum wollen Sie Landrätin des Landkreises Regensburg werden?

Weil ich die erfolgreiche Arbeit der letzten sechs Jahre fortsetzen will. Ich möchte die begonnen Projekte gerne zum Ziel bringen und mit meinem Netzwerk und meinen Erfahrungen in Verwaltung, Politik, Ehrenamt und Wirtschaft unseren Landkreis als Ganzes weiter voranbringen.

Der Landkreis Regensburg kann viele Highlights bieten, was ist für Sie ganz persönlich das Besondere?

Meine Heimat. Die Mischung aus städtischem Flair, Tradition, Fortschritt, landschaftlicher Vielfalt, kulturellen Highlights und einem unglaublichen starken ehrenamtlichen und sozialen Engagement. Bei uns ist es einfach am schönsten.

Welche drei großen Projekte wollen Sie ab dem 1. Mai 2020 anpacken, wenn Sie Landrätin bleiben?

Noch mehr Klimaschutz sowohl durch Stromeinsparung und eigene Stromerzeugung als auch durch noch mehr regionales Bewusstsein im Bereich der Ernährung im Rahmen unserer Ökomodellregion. Den Bekanntheitsgrad unserer erfolgreichen Kreisklinik ausbauen und vor allem ein eigenes Landkreisbewusstsein auch im Bereich der Wirtschaft entwickeln.

Es gibt auch Vorhaben, die eher zu den „weicheren“ Themen gehören. Welche sind Ihnen hier wichtig für den Landkreis?

Den weiteren Ausbau unserer Ehrenamtsarbeit. Ich erhoffe mir von unserer Teilnahme am bundesweiten Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ gute Impulse zur Weiterentwicklung unserer erfolgreichen Vereinsschule.

Außerdem möchte ich die hervorragende Arbeit unserer SeniorenServiceStelle noch bekannter machen. Wir arbeiten eng mit den gemeindlichen Seniorenbeauftragten zusammen, bieten Förderungen für Badumbau und Treppenlifter, bieten Pflegeberatung, haben alle wichtige Partner wie den Bezirk, VdK und weitere Verbände mit im Boot, inklusive vieler Ehrenamtlichen in unseren Helferkreisen. Allerdings weiß das leider noch nicht jeder. Darüber hinaus wollen wir im Bereich Tourismus und Naherholung sichtbarer werden und im Bereich Jugendkultur und Jugendbildung mit unserer Reihe „Mach mit – entdecke deinen Landkreis“ mehr Kultur-, Natur- und Umweltbewusstsein schaffen.

Besonders wichtig ist die Entwicklung der Mobilität in der Region. Welche Perspektiven sehen Sie hier für den Landkreis?

Wir haben zusammen mit der Stadt Regensburg und dem Freistaat die Weichen für ein neues Mobilitätskonzept gestellt. Mit der vorgesehenen intensiven Bürgerbeteiligung und der Integration aller Verkehrsträger werden wir hier als Pilotregion in Bayern neue Erkenntnisse gewinnen. Unabhängig davon, müssen die bereits beschlossenen Projekte schnell vorangetrieben werden. In der Stadt Regensburg ist dies die Aktivierung des Walhalla Bahnhofs, der Bau der Sallerner Regenbrücke, die Verlängerung der Leibnizstraße mit der Brücke bei Ikea und die Hafenspange. Der Freistaat plant derzeit mit der Stadt eine bessere Anbindung in Haslbach, die im Zuge des drei beziehungsweise vierspurigen Ausbaus verwirklicht werden muss. Der Freistaat unterstützt Stadt und Landkreis Regensburg beim Ausbau der Schienen-Infrastruktur. Ab 2022 kommen Taktverdichtungen, zusätzliche Bahn-Haltepunkte müssen reaktiviert oder neu geschaffen werden. Der Landkreis wird weiterhin sein Busangebot ausbauen, die R30neu bauen und an einer Lösung für das Kreuz des Südens inklusive einer besseren Anbindung des südlichen Landkreises an Neutraubling arbeiten. Im Westen brauchen wir eine bessere Auffahrtsituation in Pfaffenstein und möglichst eine Donauquerung bei Kneiting. Die Autobahndirektion untersucht derzeit die Machbarkeit einer dringend benötigten Tunnelerweiterung. Außerdem wird derzeit eine Kapazitätsausweitung an der Anschlussstelle Nittendorf vorbereitet.

Der Landkreis hat durch viele kulturelle und sportliche Angebote sowie durch Naturräume auch einen hohen Freizeitwert. Was sind hier Ihre Ideen für eine Weiterentwicklung?

Die genannten Bereiche noch besser vernetzten und herausstellen wie es bereits in unserer Landkulturarbeit gelungen ist. Wenn die politische Unterstützung in der Stadt da ist, eine gemeinsame Urlaubsregion Regensburg etablieren, mit dem Ziel, mit mehrtägigen Verbleib Stadt und Landkreis zu erkunden.

„Stadt und Land – Hand in Hand“, das ist ein gerne verwendeter Spruch. Was bedeutet er für ihre Arbeit? Wie stellen Sie sich die Arbeit gemeinsam mit der Stadt vor?

Ich hatte sowohl mit Joachim Wolbergs als auch mit Gertrud Maltz-Schwarzfischer monatliche Besprechungen, um die wichtigen Themen abzustimmen. Das möchte ich auch weiterhin. Ein gutes Miteinander zwischen Stadt- und Landkreisspitze ist die notwendige Grundlage für eine erfolgreiche Region.

Auch die Nachbarlandkreise darf man nicht außer acht lassen. Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den Landkreisen Cham, Straubing, Kelheim, Neumarkt und Schwandorf vor?

Genauso wie bisher. Der Landkreis Kelheim ist sogar der Energieagentur Regensburg beigetreten. Mit dem Landkreis Neumarkt arbeiten wir seit längerem konstruktiv an einer besseren Bahntaktung. Außerdem haben wir einen gemeinsamen Schulstandort mit Realschule und Gymnasium in Parsberg. Die genannten Kollegen sind Teil unserer gemeinsamen erfolgreichen SPNV-Offensive, die uns einen 30-minütigen Schienentakt zu den Hauptverkehrszeiten ab 2022 bringt. Außerdem sind sie wichtige Partner im RVV. Ich hoffe, wir können ab September gemeinsam das 365 Euro Ticket für Schüler und Auszubildenden einführen. Im Rettungszweckverband und im Planungsverband gibt es ebenso ein vertrauensvolles Miteinander. Kurzum: Die Zusammenarbeit läuft bereits sehr, sehr gut.

Wie werden Sie den Wahltag verbringen?

Ich werde in Pettendorf zum Wählen gehen, den Tag mit den Kindern verbringen, telefonisch Kontakt zu meinen diensthabenden Mitarbeitern im Landratsamt halten und ab 18 im Landratsamt sein.

Wie sieht Ihr Plan B aus, falls es nicht mehr klappt mit dem Chefsessel im Landratsamt?

Ich möchte weiterhin mit ganzem Herzen Landrätin sein. Und wenn es am 15. März nicht klappt, werde ich mir in Ruhe etwas anderes überlegen.


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