26.02.2020, 08:48 Uhr

Digitalisierung „Augmented Reality“ nimmt Schaltanlagen des Bayernwerks in Betrieb

Bayernwerk-Technikvorstand Dr. Egon Westphal demonstriert, wie mittels Augmented Reality Schaltanlagen in Betrieb genommen werden können. Foto: Simon Leibl/Bayernwerk AG Bayernwerk-Technikvorstand Dr. Egon Westphal demonstriert, wie mittels Augmented Reality Schaltanlagen in Betrieb genommen werden können. Foto: Simon Leibl/Bayernwerk AG

Das Energieunternehmen Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) mit Sitz in Regensburg setzt beim Betrieb seiner Energienetze voll auf Digitalisierung. In einem speziellen Entwicklungsprogramm erarbeitet das Bayernwerk gemeinsam mit dem Technologiekonzern IBM als Vertragspartner neue Lösungen für die Netzpraxis.

Regensburg. Dazu zählt das Projekt „Switch.ON“, das für die digitale Inbetriebnahme von Trafostationen steht. Hierbei kommt die Künstliche Intelligenz von „IBM Watson“ zum Einsatz, die in der „IBM Public Cloud“ bereitgestellt wird. Mehrere tausend neue intelligente Ortsnetzstationen bindet das Bayernwerk in den nächsten Jahren in seine Energienetze ein. Sie sind ein wichtiger Schritt in die Energiezukunft, da sie detaillierten Aufschluss über vorhandene Netzkapazitäten liefern. Jede dieser Stationen erfordert eine separate Inbetriebnahme und Erfassung, die durch einen Techniker des Bayernwerks erfolgt.

Bislang waren dazu verschiedene Schritte nötig, die mit aufwändigem Protokollieren und einer manuellen Übertragung in die Systeme des Bayernwerks verbunden waren. Dank der Kooperation mit dem Vertragspartner IBM erfolgt dieser Prozess künftig digital. Die tabletbasierte App „Switch.ON“ übernimmt die mobile Datenersterfassung. Durch eine intuitive Bedienung und Augmented Reality wird der Nutzer durch alle Bearbeitungsschritte geführt – ganz ohne Stift und Papier. Dabei werden die Daten über die intelligente Bilderkennungssoftware von „IBM Watson“ aufgenommen. „Wir treiben die Digitalisierung unserer Arbeitsschritte konsequent voran. Unter intelligenten Netzen verstehen wir weit mehr, als innovative Komponenten für die Netzsteuerung und den Betrieb. Effiziente, innovative, sichere und schnelle Prozesse rund um Inbetriebnahme und Wartung gehören ebenso dazu. Mit unserer Digitalisierungsoffensive ,NEXT‘ erschließen wir uns neue Möglichkeiten und entwickeln parallel Lösungen, die nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner und Kunden spannend sind“, betonte der Technische Vorstand des Bayernwerks, Dr. Egon Westphal, bei einem Vor-Ort-Termin zur digitalen Inbetriebnahme einer Trafostation.

Mit vor Ort waren auch die Projektpartner von IBM. „Die Digitalisierung macht auch vor den Netzbetreibern nicht Halt. Um die Chancen dieses Wandels zu nutzen, steht IBM dem Bayernwerk bereits seit zwei Jahren als Vertragspartner für zahlreiche KI-Projekte zur Seite. Mit ,NEXT Switch.ON‘ schlagen wir nun das nächste Kapitel auf. Die App unterstützt Mitarbeiter in ihrem Arbeitsablauf, indem sie die technische Inbetriebnahme von neuen Trafostationen komplett digitalisiert“, erklärt Frank Schwammberger, Industry Solution Executive für die Energie- und Versorgungswirtschaft bei IBM. „Mithilfe von ,IBM Watson Visual Recognition‘ erfasst und dokumentiert der Techniker sämtliche Bauteile der Station und übermittelt sie automatisch ins Backend. Papierlisten und Übertragungsfehler gehören damit endgültig der Vergangenheit an.“


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