08.02.2020, 23:40 Uhr

Interkommunale Zusammenarbeit Neue Rufbuslinie für Bürger aus Brennberg, Rettenbach und Falkenstein

 Foto: Resi Beiderbeck Foto: Resi Beiderbeck

Groß war das Interesse bei der Info-Veranstaltung am Mittwoch, 5. Februar, im Gasthaus Wagner in Brennberg. Vor einer großen Zuhörerschaft erklärte Landrätin Tanja Schweiger, warum und wie die Gemeinden Brennberg, Rettenbach und Falkenstein ab Mai per Rufbuslinie 900 an den ÖPNV angeschlossen werden.

LANDKREIS REGENSBURG. Dies wird die erste Rufbuslinie im Landkreis Regensburg sein, bei deren Realisierung man auf die Kooperation mit dem Landkreis Cham setzt. Die neue Linie soll vor allem den Bereich Brennberg, Falkenstein und Rettenbach ans Unterzentrum Wörth anbinden und so die ÖPNV-Versorgung in diesen Gemeinden weiter verbessern. Weil alle Rufbusfahrten mit der RVV Linie 5 kompatibel sind, besteht auch die Möglichkeit, mehrfach am Tag an der Haltestelle Wörth Marktplatz den Anschluss an die Linie 5 von und nach Regensburg zu nehmen.

„Der Landkreis Regensburg investiert viel in den Öffentlichen Personennahverkehr“, so Landrätin Tanja Schweiger. Innerhalb der letzten fünf Jahre habe man die Betriebsleistung von sieben auf neun Millionen Wagenkilometer erhöht. „Wir ruhen uns nicht aus“, sagte sie. Hatte man früher den Schülertransport im Fokus, so sei der ÖPNV im Regensburger Land mittlerweile an vielen Orten attraktiv für Berufstätige, Naherholungssuchende, ja sogar für Nachtschwärmer. Freilich sei in manchen Ortsteilen der 41 Landkreisgemeinden noch Luft nach oben, so die Landrätin. Es gebe noch „weiße“ Flecken wie etwa den Ort Frankenberg. Aber auch hier soll es Verbesserungen geben und zwar per Rufbus. Josef Weigl, Geschäftsführer der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN, zeigte anhand eines möglichen Fahrplans auf, wie das System funktioniert. Thomas Ederer vom Landratsamt Cham berichtete über die Erfahrungen im Nachbarlandkreis.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung wurden von den ÖPNV-Verantwortlichen der Landkreise Cham und Regensburg die derzeitigen Überlegungen zur Diskussion gestellt. Die Anregungen der Bürger sollen in die weitere Projektplanung einfließen. So soll das Rufbusangebot so ausgestaltet werden, wie es den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger am besten entspricht. Um der Bevölkerung auch dann, wenn der übliche Linienbus nicht fährt oder wenn erst gar keine ÖPNV-Anbindung besteht, ein öffentliches Verkehrsmittel anzubieten, werden sogenannte „Bedarfsverkehre“ eingesetzt. Diese fahren nach einem festen Fahrplan und halten an den gekennzeichneten Rufbushaltestellen – allerdings nur nach rechtzeitiger Anmeldung. Damit werden Leerfahrten vermieden. Da nur diejenigen Fahrten durchgeführt werden, die tatsächlich benötigt werden, sind Rufbusse bei einem nur gelegentlichen Fahrgastaufkommen nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch flexibler und ökologischer als der normale Linienverkehr.

Lückenschluss und Ergänzung zum vorhandenen ÖPNV

Zudem erschließt der Rufbus Regionen, welche mit dem regulären ÖPNV nicht versorgt sind. Er verbindet Ortschaften miteinander und schließt an Bus- und teilweise auch an Bahnverkehre an. Ob zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder einfach zum Treffen mit Freunden zu fahren, die Rufbusse bieten dafür attraktive Fahrt¬möglich¬keiten. Der Rufbus sorgt für den Lückenschluss und ergänzt den vorhandenen Öffentlichen Personennahverkehr. Das beauftragte Unternehmen Piendl aus Wörth wird ab 4. Mai auf Bestellung jene Haltestellen anfahren, für die eine Buchung vorliegt. So kommt der Fahrgast per Kleinbus auf dem direkten Weg pünktlich zum Anschluss an die Umstiegshaltestelle oder zur gewünschten Haltestelle auf der Rufbuslinie – und das zehn Mal täglich.

Brennbergs Bürgermeisterin Irmgard Sauerer freute sich über das große Interesse der Bevölkerung und wünschte dem Rufbus-System einen guten Start. Wiesents stellvertretender Bürgermeister Herbert Hanwalter bezeichnete das Vorhaben als eine echte Verbesserung für viele Menschen in Außenbereichen wie Dietersweg oder Rupertsbühl, die bisher überhaupt keinen Anschluss an den ÖPNV hatten.

Und so funktioniert es: Bestellen muss man den Rufbus mindestens eine Stunde vor Abfahrt der jeweiligen Linie entweder online oder telefonisch. Daueraufträge sind sowohl als regelmäßiges oder unregelmäßigen Abo möglich. Bei der Anmeldung erhält man die tatsächliche Abfahrtszeit mitgeteilt, sollte diese von der im Fahrplan ausgewiesen Zeit abweichen. Was die Kosten betrifft, so gilt der ganz normale RVV-Tarif.

Der Landkreis will im Spannungsfeld von Bedarf und Nutzung, Angebot und Nachfrage den Spagat schaffen und dabei die Bevölkerung von Anfang an mitnehmen. Deshalb wurden die zahlreichen Wortmeldungen bei der Info-Veranstaltung bereitwillig aufgenommen. Die beteiligten Gemeinden Brennberg, Falkenstein, Rettenbach, Wörth und Wiesent werden nun die Liste der geplanten Haltestellen optimieren und dann kann es am 4. Mai losgehen mit dem Bus, der wie gerufen kommt.


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