04.12.2019, 09:01 Uhr

Beschluss der Vollversammlung Stadtjugendring Regensburg unterstützt „Fridays for Future“ – Einsatz für Klimaschutzmaßnahmen auf lokaler Ebene

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Die Vollversammlung der Regensburger Jugendverbände und Organisationen unterstützen die lokalen Demonstrationsgruppen „Fridays for Future“ in Regensburg. Scharfe Kritik gibt es für einen Antrag der AfD im Bayerischen Landtag.

REGENSBURG Der Stadtjugendring Regensburg unterstützt die lokalen Demonstrationsgruppen von „Fridays for Future“ in Regensburg. Das beschlossen die Delegierten bei der Vollversammlung des Stadtjugendrings Regensburg mehrheitlich. Die Vollversammlung ist das höchste Gremium des Stadtjugendrings, bei dem die angeschlossenen Jugendverbände und Jugendorganisationen zwei Mal im Jahr zusammenkommen. Die Delegierten hätten mit dem beschlossenen Antrag gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, dass sie sich über das politische Engagement der jungen Menschen freuen, sagte Vorsitzender Philipp Seitz. Dies sei ein Zeichen lebendiger Demokratie. Es werde hierbei deutlich sichtbar, dass immer mehr junge Menschen nicht mehr bereit seien, die Folgen der aktuellen Klimapolitik hinzunehmen.

Die Bewegung in Regensburg werde so zu einem Positivbeispiel für außerparlamentarische Willensbekundung der jungen Generation. Da viele junge Menschen, die sich an den „Fridays for Future“-Demonstrationen in Regensburg beteiligen, nicht wählen dürften, sei dieses Engagement „eine geeignete Möglichkeit, die Politik auf ihre Interessen aufmerksam zu machen“. So werde politische Verantwortung übernommen. „Genau dieses ernst zu nehmende Engagement wollen wir unterstützen und fördern“, sagte Seitz.

Den mehrheitlich von den Regensburger Jugendverbänden und Organisationen des Stadtjugendrings angenommenen Antrag hatte der Regensburger Kulturverein „Scants of Grace“ eingebracht. Dessen Delegierter und Antragssteller Florian Gmeiner erklärte, dass der Klimawandel zu dramatischen Veränderungen der Lebensbedingungen führen werde, wenn nicht schnell und deutlich gegengesteuert werde. Die von „Fridays for Future“ aufgestellten Forderungen nach effektivem Klimaschutz seien daher zu unterstützen. Es sei deshalb, so Gmeiner, wichtig, die Ziele des Pariser Abkommens einzuhalten. „Es muss Schluss sein mit dem globalen Wettbewerb um natürliche Ressourcen und deren Ausbeutung mit verheerenden sozialen und ökonomischen Folgen für einen großen Teil unserer Weltbevölkerung.“

Die Delegierten beschlossen, dass sich der Stadtjugendring an den nationalen Forderungen von „Fridays for Future“ orientieren wolle. Außerdem beauftragten die Jugendverbände die Vorstandschaft, sich für die Umsetzung effektiver Klimaschutzmaßnahmen auf lokaler Ebene in Regensburg einzusetzen. Die Regensburger Ortsgruppe von „Fridays for Future“ will der Stadtjugendring, im Rahmen seiner Möglichkeiten, unter anderem inhaltlich und materiell unterstützen. Dazu soll unter anderem das Bereitstellen von Räumlichkeiten und technischer Ausstattung zählen.

Ferdinand Klemm von der Regensburger Ortsgruppe von „Fridays for Future“ freute sich über diese Unterstützung und das von der Vollversammlung ausgesendete Signal. Er ermunterte die Verbände und Organisationen, sich gerne bei Aktionen für Klimaschutz weiter einzubringen. Detlef Staude, stellvertretender Vorsitzender des Stadtjugendrings, begrüßte den Beschluss der Vollversammlung. Der Stadtjugendring habe sich auch in seinem Jugendforderungskatalog, an dem viele Verbände und Organisationen mitgearbeitet hatten und mehr als 270 junge Menschen befragt wurden, mit dem Umweltschutz sehr intensiv beschäftigt.

So sieht der Stadtjugendring unter anderem, als kurzfristige Ziele, in der Pflanzung von Bäumen und der Förderung der essbaren Stadt einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Außerdem gelte es, noch stärker Anreize in Regensburg zu schaffen, um Verpackungsmaterial zu vermeiden und damit das Müllaufkommen zu reduzieren. Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt seien eine gute Möglichkeit, um das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bei allen Generationen zu fördern, hob Staude hervor. Für die Delegierten gab es von Geschäftsführerin Stefanie Schmid eine Blühmischung, mit der bildlich „Zukunft gesät“ werden kann.

Im Fokus standen bei der mehr als dreistündigen Vollversammlung des Stadtjugendrings neben den Neuwahlen der Regensburger Jugendbeiräte, die vom Stadtjugendring entsandt werden, auch zwei weitere politische und inhaltliche Anträge. Scharfe Kritik übten die Jugendverbände und Jugendorganisationen an der Landtagsfraktion der „Alternative für Deutschland“ (AfD). Deren Abgeordnete hatten im Bayerischen Landtag gefordert, im Doppelhaushalt 2019/2020 die Mittel für die bayerische Jugendarbeit um zwei Millionen Euro zu mindern. Begründet wurde dies damit, dass sich laut den AfD-Abgeordneten Mitgliedsorganisationen im Bayerischen Jugendring befinden, „die politisch nicht auf neutraler Grundlage stehen und – im Gegenteil – sogar die freiheitlich-demokratische Grundordnung negieren“ würden. Die Vollversammlung verabschiedete einstimmig einen Antrag, der die Vorwürfe der AfD als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnete. Die AfD habe den „nicht akzeptablen Versuch“ unternommen, die Souveränität und Diversität der Jugendarbeit in Bayern einzuschränken. Dies werde von den Delegierten des Stadtjugendrings aufs Schärfste verurteilt. Die AfD habe damit einen Angriff auf die Verbände unternommen. Davon wolle man sich als Jugendarbeit aber nicht spalten lassen und dies deutlich abwehren.


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