02.12.2019, 11:26 Uhr

Sorgen vorgebracht „Unsere Wälder sind in allergrößter Not“ – Vertreter aus Politik, Wald- und Forstwirtschaft an einen Tisch

(Foto: Sylvia Stierstorfer)(Foto: Sylvia Stierstorfer)

Stürme, Trockenheit und der häufig einhergehende Borkenkäferbefall machen dem Wald zu schaffen. „Im Wald herrscht wirtschaftlich das größte Desaster seit Anbeginn einer geregelten Forstwirtschaft“, so Ferdinand Graf von Drechsel, Forstlicher Beirat für Privatwald. Mit diesem Hilferuf wandte er sich an die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer, die kurzerhand ein Gespräch im Bayerischen Landtag in München auf die Beine stellte.

MÜNCHEN So konnten neben Ferdinand Graf von Drechsel auch der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Josef Ziegler sowie der Vorsitzende des Verbands der Familienbetriebe Land und Forst Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg ihre Sorgen vorbringen. Von Seiten der Politik nahmen die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, der forstpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Vorsitzender des Arbeitskreises für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Martin Schöffel, der Vorsitzende des Arbeitskreises für Umwelt und Verbraucherschutz Eric Beißwenger sowie die Abgeordneten Wolfgang Fackler, Alexander Flierl und Tanja Schorer-Dremel an dem Gedankenaustausch teil.

„Die für uns alle so wichtige Lebensgrundlage Wald leidet zunehmend unter den Auswirkungen des Klimawandels. Deshalb ist es notwendig, dass wir an einem Strang ziehen und unsere Wälder retten“, erklärte die Initiatorin der Gesprächsrunde Sylvia Stierstorfer. Große Sorgen bereiten den Forstwirten und Waldbesitzern die Trockenheit und der starke Borkenkäferbefall. Das Problem sei, dass viele Waldbesitzer aufgrund des unter Druck stehenden Holzmarktes und der Unverkäuflichkeit der infizierten Schadhölzer finanziell nicht mehr in der Lage seien, eine wirksame Bekämpfung des Borkenkäfers weiter zu führen. „Genau für diesen Extremfall brauchen wir einen staatlichen Krisenplan und unbürokratische finanzielle Hilfen“, so Josef Ziegler.

Ferner müsse Holz ein wichtiger nachhaltiger Rohstoff bleiben, um noch mehr fossile Brennstoffe zu ersetzen und um durch die Verwendung von Holz als Baustoff langfristig CO2 binden zu können. Dies helfe dem Klima und den Waldbauern, die aufgrund einer verstärkten Nachfrage von Holz ihre Wälder dann auch wieder ökonomisch bewirtschaften können.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass der notwendige Waldumbau noch schneller vorangebracht werden müsse. „Nur der bewirtschaftete Wald ist auch ein wirkungsvoller Klimawald. Wir werden unsere Waldbauern bei den aktuellen Herausforderungen wirkungsvoll durch Forschung, Beratung und Förderung unterstützen und dadurch auch die Pflege und Bewirtschaftung der Wälder. Die Waldbauförderung und die Borkenkäferbekämpfung werden wir deshalb gezielt anpassen“, so Martin Schöffel. Und Staatsministerin Michaela Kaniber ergänzte: „Bayern wird klimastabile Mischwälder durch Förderung und Beratung deutlich forcieren, die begleitende Forschung und Holzverwendung ausbauen und neue Naturwaldflächen für wilde erlebbare Natur ausweisen. Das ist die beste Formel für Wald, Waldbesitzer, die Natur und unser Klima. Aktive und nachhaltige Waldpflege ist wichtiger denn je!“.


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