21.11.2019, 17:08 Uhr

Erfolgsgeschichte Der Landkreis Cham und die Region Pilsen erinnern an 30 Jahre Mauerfall

Die Ehrengäste tragen sich in das Gästebuch des Landkreises Cham ein. (Foto: Schuhbauer)Die Ehrengäste tragen sich in das Gästebuch des Landkreises Cham ein. (Foto: Schuhbauer)

Im November 2019 jährte sich zum 30. Male der Fall des „Eisernen Vorhangs“. Damit wurden die Grundlagen für eine wirtschaftliche wie gesellschaftliche Erfolgsgeschichte auf beiden Seiten der bayerisch-tschechischen Grenze gelegt.

FURTH IM WALD Mit einer festlichen Veranstaltung am 17. November 2019, dem Beginn der „Samtenen Revolution“ in der damaligen Tschechoslowakei, erinnerte der Landkreis Cham in Kooperation mit der Region Pilsen an die damaligen Ereignisse. Gleichzeitig wurde die Bedeutung der Grenzöffnung für das heutige Zusammenleben sowie für die künftige Entwicklung der gemeinsamen Region im Herzen Europas aufgezeigt.

Über 300 Gäste aus Bayern und Tschechien folgten der Einladung des Chamer Landrats und Oberpfälzer Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler in das Tagungszentrum in Furth im Wald. „Wir sind ein Musterbeispiel für das Zusammenwachsen der Regionen in Europa“, meinte er und verwies auf die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung beider Regionen. Auch viele gemeinsame Projekte würden die erfolgreiche Zusammenarbeit belegen, ob im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder in Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Bei der Bahnverbindung von München nach Prag bestehe dagegen noch Nachholbedarf. Die Menschen in der Mitte Europas hätten die Chance, ihr Zusammenleben zu gestalten; „Wir wollen heute gemeinsam das Erreichte aufzeigen und so die Menschen auf beiden Seiten der Grenze ermutigen, in der Zusammenarbeit und im Miteinander fortzufahren.“

Die Bayerische Staatsregierung war durch den Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, Dr. Florian Herrmann, vertreten. Herrmann bezeichnete die Grenzöffnung vor 30 Jahren als „Schicksalsstunde“. Seitdem habe sich die Welt zum Besseren gewandelt. Er blickte auf gemeinsame Erfolge und noch zu bewältigende Aufgaben wie den Ausbau der Bahnverbindung zwischen Deutschland und Tschechien. Die Menschen beiderseits der Grenze sollten auch künftig an der entstandenen Freundschaft und für Europa arbeiten. „Dieses Europa verbindet uns über die gemeinsame Wertebasis“, betonte der Minister.

Zu den weiteren Ehrengästen zählten unter anderem der stellvertretende Hauptmann des Pilsner Bezirks, Ivo Grüner und die Generalkonsulin der Tschechischen Republik, Kristina Larischová. Grüner wies auf die gemeinsame Präsentation der Regionen Oberpfalz und Pilsen in Brüssel hin. Ihm sei es auch wichtig, jungen Menschen in der Region Perspektiven zu bieten.

In einer von Martin Lindner (TVA Regensburg) moderierten Gesprächsrunde sprachen Löffler und Grüner sowie der Dekan der Fakultät für Maschinenbau der Westböhmischen Universität Pilsen, Dr. Milan Edl, und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes über die Möglichkeiten, wie man die partnerschaftlichen Beziehungen in den Bereichen Bildung und in Wirtschaft vertiefen kann. Als Herausforderungen für die kommenden Jahre wurden die Themen Klimaschutz, Digitalisierung und 5G-Ausbau angesprochen. Diese müsse man gemeinsam angehen.

Für große Erheiterung sorgte ein kleiner Sprachkurs für die Gäste durch Lenka Nejedlá. Bewegende Schlussworte sprachen der Chamer Altlandrat Ernst Girmindl und der ehemalige Landrat von Domažlice, Pavel Fschingbauer. Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Blechbläserensemble Chambrass der Landkreismusikschule Cham und der Domažlická dudázká muzika. Bei bayerisch-böhmischer Musik und mit bayerisch-böhmischen Spezialitäten klang die Veranstaltung aus.


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