14.06.2019, 19:08 Uhr

Aktion mit der „Teddy Lane“ Der „Radentscheid Regensburg“ fordert sichere Radwege-Hauptrouten

(Foto: Benedikt Häring)(Foto: Benedikt Häring)

Der „Radentscheid Regensburg“ startete am 13. Juni an der neuen Brücke über die Autobahn A3 in der Markomannenstraße nahe der Einfahrt zum Recyclinghof eine Aktion mit der „Teddy Lane“, um zu demonstrieren, wie ein geschützter Radweg hier aussehen sollte.

REGENSBURG Die neu gebaute Brücke über die Autobahn A3 Richtung Burgweinting wurde aktuell mit aufgemalten Radschutzstreifen rechts und links auf der Fahrbahn ausgestattet. Diese erfüllen offensichtlich nicht ihren schützenden Zweck. Viele Bürger aus Burgweinting beschweren sich über die nur markierten Radwegestreifen auf der Straße und fragen sich, warum die neu gebaute Brücke nicht breiter gebaut wurde, um baulich getrennte und geschützte Radwege realisieren zu können. Michael Achmann ein Sprecher vom Radentscheid: „Auf Jahrzehnte hinaus ist hier keine wirklich bessere Lösung mehr möglich.“ Autofahrer und Radfahrer sind gleichermaßen verwirrt über ihre schmalen Fahrspuren. Sie fahren einfach über die weiß gestrichelten Linien und nutzen die Fahrradstreifen als Fahrspur, was wiederum die Radfahrer, besonders Familien mit Kindern, verunsichert. Viele Autofahrer scheinen auch nicht zu wissen, dass sie trotz der weißen Linien, beim Überholen der Radfahrer, den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter einhalten müssen. Sie fahren beim Überholen einfach entlang der Linienmarkierung, knapp an den Radfahrern vorbei. Wolfgang Bogie: „So eine Lösung, mit überfahrbaren Schutzstreifen, kann man auf einer engen Bestandsstraße anstreben, aber bei einem Neubau ist das ein Unding.“

Für den „Radentscheid Regensburg“ ist das eine klassische Fehlentwicklung. Wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, welches Ziel der Radentscheid mit seinen zu entwickelnden Hauptrouten für den Radverkehr verfolgt, findet hier ein schlechtes Beispiel vor.

Die Demonstranten des Bürgerentscheid Radentscheid Regensburg rollten zur Veranschaulichung einen roten Teppich aus, der mit den Kuscheltieren am Rand als „Teddy Lane“ zeigen soll, wie ein geschützter Radfahrstreifen (GRS) hier aussehen sollte.

Der „Radentscheid“ fordert sichere Radwege-Hauptrouten, stern- und ringförmig durch das Stadtgebiet und abseits von stark befahrenen Hauptverkehrsachsen des Autoverkehrs. Die Autohauptachse sei im Fall Burgweinting die Landshuter Straße. Die Landshuter Straße könne nie eine Hauptroute für den Radverkehr werden oder man müsste hier konsequenterweise eine Autospur nur für den Radverkehr zur Verfügung stellen und die Grünphasen auf die Geschwindigkeit der Radfahrer abstimmen. Das sei aber nicht das Ziel. Es sollten eben parallele Radrouten entstehen, auf verkehrsberuhigten Nebenstraßen, zum Beispiel von Burgweinting über die Markomannenstraße, durch den Grünzug Hinterer Mühlweg, weiter über die Alfons-Auer-Straße, Sternberg Unterführung und Hemauer Straße bis zur D.-Martin-Luther-Straße. Das bedeute, hier könne man, wenn man das planerische Ziel hat, im vorhanden Straßennetzt eine attraktive und sichere Hauptroute für den Radverkehr entwickeln. Ingolf Radke: „Das verkehrsplanerische Ziel sollte hier sein, dass ohne Weiteres Schüler ab zehn Jahren alleine oder Eltern mit ihren Kindern sicher und ganzjährig unterwegs sein können.“ Nicht immer sei es so einfach wie hier, im Bestand eine Hauptroute für den Radverkehr zu entwickeln, oftmals seien dazu Brückenbauwerke notwendig, die solche Routen abseits von Hauptverkehrsachsen des Autoverkehrs erst erschließen. Das könnten Fuß- und Radfahrerbrücken über die Bahnschienen sein oder wie aktuell diskutiert der Holzgartensteg über die Donauarme.

Verkehrsplanerische Mittel zur Entwicklung solcher Radrouten können, abschnittsweise, sehr unterschiedlich sein. Wie in vielen Städten schon üblich, zum Beispiel in München, könnten das Fahrradstraßen in Nebenstraßen sein oder geschützte Radfahrstreifen, die baulich getrennt und damit geschützt von den Autofahrspuren verlaufen. Manchmal genüge es aber auch, die Fahrgeschwindigkeit auf 30 km/h festzulegen.

In dem konkreten Fall der Markomannenstraße lasse sich leider nicht mehr viel retten. Man könne jetzt zur Sicherheit der Radfahrer nur noch die Geschwindigkeit reduzieren und die Radwege komplett rot einfärben oder eine Einbahnstraßenregelung für den Autoverkehr schaffen.


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