05.06.2019, 19:12 Uhr

Bewegung in der Energiepolitik IHK begrüßt Planungen der Bayerischen Staatsregierung für mehr Freiflächen-Photovoltaikanlagen

(Foto: Holger Becker)(Foto: Holger Becker)

Um eine sichere, wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Energieversorgung für die regionale Wirtschaft zu gewährleisten, fordert die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim schon lange Taten von Seiten der Politik.

REGENSBURG „Einem gestern veröffentlichten Bericht der Bayerischen Staatregierung zufolge kommt nun Bewegung in die Energiepolitik“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Das zeige sich beispielsweise in den Maßnahmen zur Versorgungssicherheit. Um diese in Bayern auch nach dem Kernenergieausstieg und bei einem hohen Anteil Erneuerbarer Energien sicherzustellen, setze die Politik unter anderem auf die Schaffung neuer, gasbetriebener Reservekraftwerke. „Gerade energieintensive Unternehmen in der Region müssen verlässlich planen können“, so Helmes. Neben neuen Gaskraftwerken sei auch der verstärkte Ausbau von Erneuerbaren Energien wichtig, um die Versorgungssicherheit in Bayern zu garantieren. Die IHK begrüße daher die Entscheidung für mehr Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus wolle die Regierung über eine nationale Analyse weitere Reservebedarfe ermitteln und die Kraft-Wärme-Kopplung bis 2030 stärker fördern.

Alternativer Netzausbau

Weitere Beschlüsse betreffen die elektrische Infrastruktur. Der Ausbau des Stromnetzes bedeutet in der Regel auch starke Eingriffe in das Landschaftsbild. Beim rund 580 Kilometer langen SuedOstLink zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern konnten langwierige Streitigkeiten durch den Einsatz einer innovativen Erdkabelleitung beigelegt werden. Dadurch werde laut Bericht eine deutliche Erhöhung der Übertragungskapazität ermöglicht, ohne die vorhandene Trasse zu verbreitern. Dies entlastet das Stromnetz an anderer Stelle und reduziert damit einen weiteren Netzausbau. Durch eine Vermeidung von neuen Trassen und einem künftig verstärkten Einsatz von Erdkabeln wolle die Politik sowohl ein leistungsfähigeres als auch landschaftsverträglicheres Stromnetz realisieren.

„Für die regionale Wirtschaft sind das einerseits gute Nachrichten. Andererseits müsse die Politik dringend an der Stellschraube Strompreis drehen“, betonte Helmes. Dieser hätte sich für einen mittelständischen Industriebetrieb in Deutschland innerhalb von nur 18 Jahren fast verdreifacht. Mitverantwortlich sind staatlich verordnete Abgaben und Umlagen wie beispielsweise die EEG-Umlage. „Stromkunden müssen stärker entlastet werden, beispielsweise indem die EEG-Umlage deutlich reduziert wird“, so Helmes.


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