01.06.2019, 08:02 Uhr

Annäherung der Völker Beauftragte für Aussiedler und Vertriebene zu Gesprächen in Prag

Dr. Hannes Lachmann, Leiter der Bayrischen Repräsentanz in Prag, Terezie Vávrová, Direktorin der Organisation „Antikomplex“, Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Peter Barton, Leiter des Sudetendeutschen Büros in Prag. (Foto: M. Svozilek/Bayer. Repräsentanz)Dr. Hannes Lachmann, Leiter der Bayrischen Repräsentanz in Prag, Terezie Vávrová, Direktorin der Organisation „Antikomplex“, Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Peter Barton, Leiter des Sudetendeutschen Büros in Prag. (Foto: M. Svozilek/Bayer. Repräsentanz)

Unmittelbar vor Beginn des Sudetendeutschen Tages in ihrer Heimat Regensburg besuchte die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer (CSU) aus Pfatter, auf ihrer ersten Auslandsreise als Beauftragte vom 27. bis zum 29. Mai Prag.

PFATTER/PRAG Im Rahmen ihres Antrittsbesuchs in der tschechischen Hauptstadt führte sie zahlreiche politische Gespräche, besuchte Einrichtungen und Verbände und eröffnete am 27. Mai 2019 in der Bayerischen Repräsentanz in Prag die von der Organisation „Antikomplex“ und ihrer Direktorin Terezie Vávrová erarbeitete Ausstellung „Unter einem Dach“, die sich am Beispiel der Geschichte von sieben Häusern im Sudetenland mit dem Umgang der tschechischen Bevölkerung mit Schicksal, Kultur und Geschichte der Sudetendeutschen und der Möglichkeit von Versöhnung und Freundschaft auseinandersetzt.

Ein Schwerpunkt des Besuchs der Beauftragten lag in der Begegnung mit den verbliebenen Angehörigen der deutschen Minderheit im Sudetenland und dem Gespräch mit Organisationen, die sich um eine Annäherung beider Völker bemühen. So traf sich Stierstorfer mit dem Vizepräsidenten der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, Hans D. Korbel und der Leiterin des Kulturverbands der Bürger deutscher Nationalität in Tschechien, Irene Novak. Weiter sprach sie mit dem Repräsentanten der Hanns-Seidel-Stiftung in Tschechien, Martin Kastler, dem Leiter des Sudetendeutschen Büros, Peter Barton, Monsignore Anton M. Otte als Vertreter der Ackermann-Gemeinde in Prag und dem Vorsitzenden der tschechischen Ackermann-Gemeinde, dem ehemaligen tschechischen Kulturminister, Daniel Herman. „Was diese Einrichtungen in Prag für die Annäherung der Völker, den Versöhnungsprozess und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in einem geeinten Europa leisten, lässt sich gar nicht hoch genug einschätzen“, so die Beauftragte. Im Gespräch mit den Vertretern des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, Petra Ernstberger und Dr. Tomas Jelinek, ging es vor allem um geförderte Projekte und den Eröffnungstermin des Museums des „Collegium Bohemicum“ in Aussig.

Den Höhepunkt des Besuchs in Prag bildeten die Gespräche der Beauftragten mit hochrangigen Vertretern der tschechischen Politik. Mit dem Senator und ehemaligen Minister für Menschenrechte, Jirí Dienstbier, sprach Stierstorfer über Fragen der Integration von Minderheiten und Zuwanderern. Im Austausch mit den Mitgliedern des Petitionsausschusses im tschechischen Parlament, Pavel Belobrádek, Wissenschaftsminister a. D., und Jan Cizinský, ging es ebenfalls um Fortschritte in der Zusammenarbeit: „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, so die Beauftragte, „aber noch nicht am Ziel. Ich denke, dass wir gemeinsam noch viel erreichen können“. Dieses Resümee bestätigte sich auch beim Treffen mit der neuen Regierungsbeauftragen für Menschenrechte, Prof. Helena Válková.

Die Beauftragte zieht eine sehr positive Bilanz ihrer ersten Prag-Reise im neuen Amt: „Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen, verschiedene Perspektiven kennengelernt, und bin überzeugt, dass wir eine hervorragende Basis für die künftige Zusammenarbeit haben. Es ist gut, dass die bayerisch-deutsch-tschechischen Beziehungen eine Intensität und Qualität erreicht haben, auf die wir früher kaum zu hoffen gewagt hätten. Dabei werden wir auch weiterhin vor allem unseren Vierten Stamm, die Sudetendeutschen, mit einbeziehen, denn letztlich sind sie die Brückenbauer, die ein wirkliches Verständnis voneinander, eine nachhaltige Versöhnung, sehr erleichtern. Darin werde ich sie weiter unterstützen“.


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