22.05.2019, 09:18 Uhr

Halle weithin sichtbar Passanten sind entsetzt – baut da jemand eine zweite Walhalla im Landkreis?


Passanten sind entsetzt von dem, was man weithin sehen kann: Von der Eisenbahnbrücke bei Mariaort aus sieht man ein weißes, schachtelartiges Gebäude, das auf der Erhebung bei Pettendorf steht. „Wird das eine neue Walhalla“?, fragt sich so mancher. Das Landratsamt aber sagt, es handle sich schlicht um den Bau einer privilegierten landwirtschaftlichen Einrichtung.

REGENSBURG Da traute mancher Spaziergänger am Wochenende seinen Augen nicht: In der Blickachse zwischen Mariaort und dem malerischen Pettendorf erhebt sich ein weißes Gebäude, ein Rohbau. „Das sieht aus wie eine zweite Walhalla“, raunte ein Spaziergänger. Einer, der ebenfalls einigermaßen erschüttert ist von dem, was da in die Landschaft gesetzt wird, ist selbst Architekt: Thomas Pongratz entdeckte das Gebäude und fragt sich seither, „wer genehmigt denn sowas?“ Nun, genehmigt hat das Gebäude an der exponierten Stelle das Landratsamt. Rechtlich war das wohl offenbar gar nicht anders möglich, erklärt Hans Fichtl, Sprecher des Landkreises, auf Anfrage: „Bei dem Gebäude handelt es sich um eine landwirtschaftliche Lagerhalle für Getreide und Maschinen. Der Eigentümer bewirtschaftet im Haupterwerb einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb“, so Fichtl. Es liege ein Privilegierungstatbestand vor, wie es im Baurecht heißt. Allerdings schränkt der Vertreter des Landkreises ein: „Aufgrund der exponierten Lage enthält die Baugenehmigung gestalterische und naturschutzfachliche Auflagen, zum Beispiel zur Eingrünung der Ostgrenze mit entsprechenden Gehölzen“, so Fichtl, „zur Verkleidung der Halle mit Boden-Deckelschalung aus Holz sowie zur Farbgebung für das Dach und die Tore.“ Somit besteht also Hoffnung, dass am Ende keine zweite Walhalla, nur in neu, auf dem weithin sichtbaren Hügel steht. Kurios übrigens: Weil die Walhalla in Donaustauf ein weithin sichtbares Denkmal ist, darf das nahegelegene Klinikum nur ganz sachte bauliche Veränderungen vornehmen. Es wundert einen dann doch, was für landwirtschaftliche Betriebe andererseits so alles möglich ist!