07.04.2019, 10:33 Uhr

Neuer Kreisvorstand und Kandidatur Bei der Regensburger CSU geht es jetzt ans Eingemachte


Mitte Mai soll die Wahl des neuen Kreischefs erfolgen – auch im Landkreis sucht man einen Kandidaten oder eine Kandidatin.

REGENSBURG Mitte Mai soll es soweit sein: Dann will der derzeit amtierende Kreischef der Regensburger CSU, Franz Rieger, sein Amt niederlegen. Derzeit laufen die Ortsverbandswahlen in den unterschiedlichen Gliederungen der Partei. Dem Vernehmen nach gibt es keine Kampfkandidaturen, die innerparteilichen Mehrheitsverhältnisse scheinen klar zu sein.

Als gesetzt gilt deshalb auch, dass mit Michael Lehner der langjährige Vorsitzende der Jungen Union antreten wird.

Wie es dann weitergeht, bleibt allerdings mehr als spannend. Drei Kandidaten haben ihren Hut bislang in den Ring geworfen, allerdings hat eine Kandidatin Bedingungen formuliert: Eine Kandidatur käme für Dr. Astrid Freudenstein nur in Frage, wenn die Partei sich personell und inhaltlich neu aufstellen würde. Das aber hat sie in Opposition zu Michael Lehner gebracht. Die Rechtsanwältin und Stadträtin Dagmar Schmidl erklärte indes, keine Bedingungen für eine Kandidatur zu stellen. Der CSU-Stadtrat und Polizist Jürgen Eberwein gilt derweil durch einen Eklat im Wolbergs-Prozess als beschädigt. Doch bei der CSU ist noch völlig offen, wie der OB-Kandidat gekürt wird.

Wie Franz Rieger auf Anfrage bestätigte, gibt es aber mehrere Möglichkeiten, wie es bei der Kandidatenkür weitergeht. „Es kann auch eine Mitgliederbefragung geben“, sagte Rieger auf Anfrage. „Doch das ist Sache des neuen Kreisvorstandes“, so der noch amtierende CSU-Kreischef.

Fraglich ist auch, was bei der Europawahl passiert. Denn eine Kandidatin auf der CSU-Liste ist Mitglied im Bundestag. Wird sie nach Brüssel gewählt, dann würde Astrid Freudenstein in den Bundestag nachrücken. Sie hatte stets betont, dass ein Mandant eine gute Voraussetzung für einen Wahlkampf wäre. Eine Urwahl in der CSU würde auch eher die Wahlchancen der jeweiligen Kandidaten abfragen – unbestritten ist, dass Freudenstein die bekannteste Kandidatin wäre.

Ähnlich verzwickt ist es derzeit in der Kreis-CSU. Offenbar gab es vor mehreren Wochen Gespräche darüber, wer als Gegenkandidat zu Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) antreten soll. Schweiger sitzt fest im Sattel, hat sich in ihrer bisherigen Amtszeit keine Fehler erlaubt. Und die Krux für die CSU ist: Geeignete Kandidaten wie der Schierlinger Bürgermeister Christian Kiendl müssen sich im Frühjahr 2020 entscheiden: Bürgermeister-Amt oder Landrats-Kandidatur? In der CSU sitzt der Schreck über Kreischef Peter Aumers Kandidatur tief, der auf das Mandat in Berlin verzichtete – und durchfiel. Deshalb läuft derzeit alles auf Sylvia Stierstorfer raus: Sie ist die einzige bekannte CSU-Protagonistin, die aus dem Mandat heraus antreten – und nichts zu verlieren hätte.