04.04.2019, 14:29 Uhr

Zuschriften Artikel über Klimaschutz-Jugend und Müll an der Donau polarisiert

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Zahlreiche Zuschriften haben uns nach Veröffentlichung eines Artikels unter der Überschrift „So dreckig feiert die Klimaschutz-Jugend“ erreicht. Wir ergänzen diesen Artikel mit den Zuschriften fortlaufend:

REGENSBURG Ein Leser schrieb:

„Zu Ihrem o.g Bericht möchte ich Sie beglückwünschen besser hätte ich das auch nicht ausdrücken können. Es ist wirklich ein „Saustall“ wie diese Jugend mit der Umwelt umgeht, aber einen „Fridays vor Future“ „feiern“, den sie ohnehin nur benutzen um dem „Schulstress „zu entgehen, denn ein tatsächliches Wissen um die Umwelt spreche ich dieser Jugend ab. In diesem Zusammenhang vielleicht eine Anregung an das Ordnungsamt. Vielleicht ist doch notwendig, wenn auch mit Kosten verbunden, noch mehr Abfallcontainer an solchen Orten aufzustellen, denn letztendlich muss die Stadt ohnehin für die Säuberung herhalten und auch bezahlen, also es gibt keine Ausrede, das ist alles viel zu teuer, oder man muss tatsächlich hart durchgreifen und bestimmte Plätze für solche Events einfach sperren, meine Meinung.“ Elmar Sighart

Eine Leserin schreibt:

„Woher dieser Hass auf eine ganze Generation? Warum dieses Schmierblattniveau? Man kann natürlich über Fridays for Future geteilter Meinung sein, aber muss man deshalb Hass gegen eine ganze Generation im Wochenblatt verbreiten? Woher wissen Sie, dass Müllsünder und Freitagsdemonstranten identisch sind, waren Sie beim Feiern dabei? Und wenn ja, warum haben Sie dann nicht Hand angelegt und aufgeräumt? Ach, Sie waren gar nicht dabei, wissen nur vom Hörensagen, dass der typische Demonstrant regelmäßig seinen Müll an der Donau hinterlässt? Oder sind es gar nur Vermutungen? In diesem Fall würde ich empfehlen, Vermutungen oder Hörensagen vor der Veröffentlichung durch eigene Recherche zu verifizieren. Alles andere ist im günstigen Fall „Poor Journalism“, also Schlamperei, im ungünstigen Fall „Fake News“, also gezielte Verbreitung falscher Informationen. In jedem Fall aber schlechter Journalismus. Und ja, ich finde es absolut ätzend, wenn gefeiert wird und die Landschaft hinterher einer Müllkippe gleicht. Und ja, es gibt mehr als genug Jugendliche, die zu faul sind, die leeren Chipstüten und Flaschen mit nach Hause zu nehmen. Aber auch in Ihrer und meiner Generation gibt es viele schwarze Schafe. Ich glaube kaum, dass Jugendliche mit Fahrrad und Anhänger in den Wald fahren, um dort Müllsäcke und die alte Ikea-Küche abzuladen. Und wie ist es mit den gutgekleideten Damen mittleren Alters, die ihrem Fifi wohlwollend beim Kacka machen zusehen, aber keinerlei Anstalten machen, das Erzeugnis einzutüten? Wie ist es mit den jungen Familien, die neben den unvermeidlichen Feuchttüchern auch gleich den Einweggrill auf der Wiese zurücklassen (und kaputte Grasnarbe unter dem Grill)? Oder all die Wildbiesler, die jeden Baum rückseits mit einem Tempotaschentuch markieren, bei größeren Geschäften auch gerne mal mit dem Inhalt einer ganzen Packung? Selbst unter den Petrijüngern gibt es schwarze Schafe, die leere Flaschen oder Kunststoffverpackungen mit den appetitlichen Resten von Ködern hinterlassen.

Also warum dieser Hass und diese Polemik gegen eine einzelne Gruppe, die mit Sicherheit nicht perfekt ist, aber zumindest den Willen hat, etwas zu verändern.

In unserem Haushalt hat sich auf jeden Fall schon etwas verändert. Nämlich das Aussehen unseres Briefkastens. Da klebt ein neuer Schriftzug. Unter „keine Werbung einwerfen“ steht jetzt auch „Kein Wochenblatt“. Das ist unser bescheidener Beitrag zum Klimaschutz.“ Birgit Kraft

Dieser Leser findet:

„Ich finde diese Vermüllung ja auch ziemlich blöd, aber dass Sie da in ihrem Artikel und Kommentar die gesamte Jugend in einen Topf werfen finde ich so nicht in Ordnung. Eine differenziertere Sichtweise in ihrer Position als Multiplikator wäre besser, generell führt stereotypes Denken zu nichts Gutem.“ Andreas Rehm

Und ein Leser schreibt:

„Ich muss leider erneut Anstoß an einem Ihrer Artikel nehmen, dessen verallgemeinernde und geradezu verleumderische Überschrift - „So dreckig feiert die Klimaschutz-Jugend“ - meiner Ansicht nach sogar den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen dürfte! Oder haben Sie bezüglich des von Ihnen kritisierten Verhaltens konkrete Beweise, was die dafür Verantwortlichen anbelangt? Ihr Artikel lässt zumindest nicht darauf schließen! Von daher erscheint auch Ihr Vorschlag gerade speziell an die Klimaschutz-Jugendlichen bzgl. deren von Ihnen gemutmaßten zweifelhaften Konsum- und mangelnden Müllentsorgungsverhaltens nur heuchlerisch. Und warum sollten sich die jungen Leute in Parteien engagieren, von denen die meisten in den letzten Jahren ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben, sich nur von der Wahlperiode zur nächsten hangeln und die Wähler oftmals nur als bloßes Stimmvieh ansehen. Sie waren niemals wirklich Sachwalter der engagierten jungen Leute bzw. haben deren Anliegen auch nur ansatzweise ernst genommen.

Sie selbst sollten sich lieber nicht so von Ihren offenkundigen tiefverwurzelten Vorurteilen leiten lassen und das durchaus kritikwürdige Fehlverhalten einiger junger Leute, die höchstwahrscheinlich aber ohnehin nicht den Klimaschützern angehören dürften, nicht den Letzteren vorhalten. Immerhin stellen die Aktiven der FridayForFuture-Bewegung insgesamt zur Zeit (leider noch!!!) nur eine Minderheit aller jungen Leute in unserer Stadt dar, die schon von daher nicht für das von Ihnen kritisierte Fehlverhalten mancher anderer junger Leute in Mithaft genommen werden könnte. Und für die uns bekannten jungen Leute, und es sind dies beileibe nicht wenige, glaube ich ein derartiges Verhalten mit Fug und Recht ausschließen zu können. Hier handelt es sich um eine andere Klientel!

Meine Hochachtung haben Sie auf Grund der Tatsache, dass Sie sich als „unbelehrbar“ erwiesen haben, endgültig verspielt!“ Uli Otto

Eine weitere Leserin:

„Wie oft hab ich mir schon den Kopf zerbrochen, was das mit Ihrem Schreibstil im Wochenblatt, vor allem die letzten zwei Jahre, auf sich hat....ist er einfach nur konservativ, ist er rechts, ist er hauptsächlich reisserisch, ist er lediglich provokant,...? Ich habe jetzt beschlossen, Ihre Artikel einfach nicht mehr zu lesen und mich nicht mehr weiterhin zu ärgern. Sich wöchentlich über eine Jugend zu mokieren, die endlich aufsteht und aktiv für ihre Zukunft kämpft, ist einfach nur dumm! Ja, jetzt hab ich’s!“ Jutta Koch

Eine andere Leserin schreibt:

„Nach diesem Bericht muss ich Ihnen meine gestrige Erziehungsmaßnahme an meinen 2 Kindern mitteilen. Wir wohnen in einem kleinen Dorf 1 km von Hemau entfernt. Zu uns geht ein wunderschöner Weg raus vorbei an Wasser Büschen und Ackerland. Viele Leute nutzen diesen Weg, auch Hundebesitzer und gestern habe ich mit meinen Kinder einen Rundgang gemacht und dabei den umliegenden Müll aufgesammelt . Einfach so! ohne grosse Rama Dama Anmeldeaktion. Die Kids waren regelrecht schockiert was alles in der Natur zu finden war was da nicht hingehört. Am schlimmsten waren die zerbrochenen Flaschen die meine Kinder mit den Kommentaren abtaten wie „ Da verletzen sich doch die Tiere und Menschen. Warum machen das die Leute.“ Ich habe sie drüber aufgeklärt das es manchen Menschen einfach egal ist und bat sie eindringlich darum wenn sie jemanden sehen der einfach so was wegschmeisst ihn zur Rede zu stellen und ihn zu bitten seinen Müll wieder mitzunehmen.

Ich denke die Aktion hat Spuren bei meinen Zwei Kindern Johannes und Beatrix hinterlassen. Im Bauhof konnte ich den Abfallsack der Rand voll war von nur 1 Km abgeben.

Ich will Ihnen damit nur Einsicht geben das es nicht nur in der Stadt so schlimm ist.“ Brigitte Waldhier, Hemau

Und dieser Leser:

„Sie finden die richtigen Worte- schön wäre es, wenn die Zielgruppe diese auch zur Kenntnis nähme….“ Peter Richter

Dieser Leser schreibt:

„Durch Ihren Artikel fühle ich mich auch ermutigt, zu diesem Thema Stellung zu nehmen.

Ich möchte gar nicht auf die Qualitäten der Recherchen eingehen, aber ich finde es dennoch erschreckend, wie eine Wochenzeitung, die viele Menschen erreicht, mit einer Schlagzeige adressiert, die im Wesentlichen aus pauschalen Vorverurteilungen besteht. In diesem Stil könnten wir morgen etwa lesen: „…das neonazistische Dresden…“.

Der Wahrheitsgehalt wäre dort genauso zu hinterfragen und man dürfte sich nicht wundern, dass mittlerweile vermutlich viele Menschen eine negative Meinung zu Berichtserstattung durch die Presse haben. Zumal die Wirkung bei einigen nicht differenzierenden Lesern nicht verfehlt wird: Die Schuldigen sind ausgemacht, das Problem ließe sich durch Verbote und Gebote leicht lösen.

Man könnte die Perspektive aber auch mal ändern und zur Feststellung kommen, was wir für ein Glück haben, dass es hier speziell in Regensburg noch viele Menschen gibt, die nicht nur von morgens bis abends arbeiten, nachts schlafen und zwischendurch vielleicht noch Fernsehen, sondern auch das Leben nach Möglichkeit miteinander draußen genießen. Das ist vielleicht gerade ein (seltener, aber erstrebenswerter) Ansatz italienischer Lebensart.

Dieser Perspektive folgend könnten wir auch die Frage stellen, ob es nicht zu wenig Mülleimer entlang dieser „Schwerpunkte“ gibt? Genauso könnte man die gleiche Frage in Hinblick auf die Zahl der Bänke stellen. Persönlich kenne ich keine andere Stadt, die so sehr von einem Fluss profitiert, aber es so wenig Bänke gibt, die man auch nutzen kann. Unsere Bänke sehen in der Stadt wie zusammengezimmerter Abfall aus und wenn man sich daneben auf den Boden statt auf die Bank setzt, bleibt man vermutlich auch sauberer.

Zurück zum Müll. Vielleicht wäre es auch ein Ansatz, dass die Müllabfuhr an den Stellen insbesondere am Wochenende die Eimer öfter leert? Sind wir in Deutschland, in dem wir uns oft loben, so wohlhabend zu sein, so arm, dass wir uns das als Gesellschaft nicht leisten können?

Wie kann es sein, dass ich als Steuerzahler die Polizeieinsätze bei jedem Fußballspiel finanzieren muss, obwohl es sich um Privatveranstaltungen handelt, die nicht alle Menschen interessieren und wir aber im gleichen Atemzug der aufwachsenden Generation keinen Cent gönnen, damit sie das Leben genießen. Anschließend stelle ich die Frage, ob es nicht ein wunderschöner Anblick ist, wenn die Donauufer abends voll von genießenden Menschen beiderseits gesäumt sind? Ist uns das nichts wert?

Vielleicht ist dem Autor auch dieser Blick abhandengekommen und das für ihn Naheliegende hat er beschrieben? Wenn man den Bogen aber weiter spannt, könnte man auch fragen, ob wir nicht zu viel Müll produzieren? Auch in dieser Disziplin gehören wir zu den Weltmeistern. Vielleicht sollte man gleich am Anfang zur Vermeidung greifen, statt die Nutzer als alleinig Verantwortliche anzuklagen. Wäre die Verpackung für Fast-Food künstlich teuer oder mit einem Pfandsystem versehen oder sonstwie unattraktiv zum Wegschmeißen, wäre der Müll vielleicht nicht in dem Umfang vorhanden.

Und siehe da, das Geld für die Extraschicht Aufräumen an Wochenenden wäre vielleicht auch da?

Ganz ketzerisch könnte man meinen, das ist der Ausdruck der Generation zu sagen: „…Hey, Erwachsene, ihr stellt zu viel Müll her! Wir legen’s euch vor die Füße, damit ihr mal aufwacht!“. Durchaus eine denkbare Option, oder?!

Es ist wie häufig auch ein Henne-Ei-Problem. Was kommt zuerst? Sind die Autohersteller in der Pflicht weniger umweltschädliche Autos herzustellen oder sollen sie machen, was sie wollen und die Konsumenten sollen gefälligst im Idealfall die Autos stehen lassen?

Indirekt bejaht der Autor die amerikanische Haltung zu Waffen. Die Hersteller trifft keine Schuld, es sind immer die Benutzer der Waffen, die an allem Schuld sind.

Zuletzt fällt mir der Aufruf zum politischen Handeln ein. Ist es nicht gerade das, was die Schüler zu Recht machen? Sollte uns nicht ein Licht aufgehen? Sind es die Schüler, die ganz vorne in der Wirkungskette stehen? Dabei möchte ich die Jugendlichen kennenlernen, die formell auch aktiv werden können. Die Freitagsdemos bestehen vornehmlich aus Schülern. Der Altersschnitt liegt bei geschätzten 16 Jahren. In dem Alter kann man bei uns kaum wählen, fällt diese Möglichkeit schon mal weg. Sonst können Sie sich mangels Relevanz auch kein Gehör verschaffen. Sie haben ja keine Lobby wie beispielsweise die Automobilindustrie, die die Politik förmlich vor sich hertreibt. Nun haben sie eine „Marktlücke“ entdeckt…

Als Konsequenz bleibt nur eine Demo. Natürlich während der Schulzeit! Genau das machen Sie. Ich habe auch noch nie erlebt, dass sich Demonstranten in ihrer Urlaubszeit erhoben hätten.

Mir ist bewusst, dass das Wochenblatt keine besonders hohen Ansprüche hegt, aber trotzdem sollte man vermeiden so einen extrem einseitigen Artikel insbesondere auf dem Titelblatt zu veröffentlichen. Es ist ein Medium, das durch die Kostenfreiheit sehr viele Menschen erreicht. Auch Menschen, die sämtliches Material aus den Medien als ungefilterte Vorlage für ihr persönliches Weltbild hernehmen. Die Wirkung kann man sich schließlich ausmalen und sie ist nicht besser als irgendwelche Fake-News in beliebigen anderen Medien.“ Lorand d’Ouvenou, Regensburg

Diese Leserin schreibt:

„Gerade habe ich den Artikel von Herrn Christian Eckl gelesen und bin wirklich wütend geworden. Hier wird über die Jugend geschimpft. Das empört mich doch sehr! Fotos von Müll vor winzig kleinen Mülleimerchen wurden fotografiert und in ihrem Blatt abgedruckt. Das soll wohl ein April-Scherz sein. Wurden Fingerabdrücke vom Müll genommen oder woher will Herr Eckl wissen das dieser Müll nur von jungen Leuten ist?? Und warum stellt die Stadt an bekannten Hotspots keine vernünftigen Mülltonnen zum trennen auf? Ich bin mir sicher Herr Eckl kauft ebenfalls eingepackte Bio-Gurken aus dem Discounter! Vermutlich fährt er seine eigenen Kinder mit dem SUV zur Schule. Es ist immer einfach Behauptungen auf zu stellen. Aber alles in allem ist dieser Artikel nicht mehr wert als der Müll der nicht mehr in winzig kleine Mülleimerchen passt. Ab damit in die Tonne.“ Sindy Zengerling

Ein weiterer Leser:

„Den abgebildeten überfüllten Mülleimer in Verbindung zu „Fridays for Future „zu bringen finde ich schon ein starkes Stück und recht typisch für Ihren Redationsleiter! Dazu fällt mir nur noch Schmierfink ein.“ Max Kraus

Diese Leserin meint:

„Die Bilder von überquellenden Mülleimern an der Donau, auf unseren schönen Plätzen in der Stadt und auch am Sarchinger Weiher finde ich sehr hässlich und im ersten Moment denkt wohl jeder: „Diese Jugend heutzutage!“ , und schüttelt den Kopf. Wie wahrscheinlich die ältere Generation schon immer denkt und dachte ). Aber, wäre es nicht klüger lieber an die Stadt zu appelieren einfach größere Müllbehälter aufzustellen, anstatt die Jugend zu „verteufeln“? Vielleicht hätte man damit das Problem einfach und schnell gelöst? Der Müll wurde ja nicht in der Gegend verteilt, sondern liegt unter den Mülleimern. Der Wille war da ... leider nicht stark genug um den ganzen Mist, der keinen Platz fand, mit nach Hause zu nehmen.“ Birgit Albrecht

Diese Leserin schreibt:

„Woher wissen Sie, dass der Müll ausschließlich von Personen wie von Ihnen als „Friday for Future – Generation“ bezeichnet, verursacht wurde? Haben Sie hier eine Beweisaufnahme geführt oder sind dies bloße Vermutungen zur Verurteilung einer von Ihnen ausgewählter Personengruppe? Das hat dann allerdings nichts mit fundierter Berichterstattung zu tun, sondern ist eine Wiedergabe ihrer subjektiven Meinung. Des Weiteren ist klar zu erkennen, dass die Müllverursachenden eindeutig die Absicht hatten den Müll in den dafür vorgesehenen Behältnissen zu entsorgen, da diese um, oder auf dem Abfalleimer drapiert sind. Vielleicht ist hier ein besserer Ansatz die Müllbehältnisse im Stadtgebiet zu erweitern, um eine entsprechende Situation in Zukunft vorzubeugen. Oder ein Konzept, dass den Verkauf von Einmalverpackungen innerhalb des Stadtgebiets entsprechend reduziert. Zu ihrer Aufforderung, Jugendliche sollen mehr aktiv sein, gebe ich Ihnen den Tipp, das Engagement des Stadtjugendrings und dessen Mitgliedsverbände zu beobachten. Genau zu diesem Thema gab es an der vergangenen Vollversammlung einen Antrag, der sich (übrigens von der „Fridays for Future- Generation“) damit beschäftigt, dem Müllproblem her zu werden und das am besten bevor es entsteht. Ich bitte Sie, zukünftig von pauschalen Verurteilungen gegenüber jungen Menschen abzusehen, da diese sehr wohl auch politisch aktiv sind und Probleme innerhalb der Stadt erkennen und lösen wollen.“

Anna Gmeiner

Vorstandsmitglied Stadtjugendring Regensburg

Diese Leserin schreibt:

„Ich habe Ihren Artikel zum Thema der Verschmutzung des Donau-Ufers vom 3. April gelesen und ich muss sagen, dass er mich durchaus empört hat.

Denn zum einen beschuldigen Sie die Kinder und Jugendlichen, die an den Fridays for Futur Demonstrationen teilnehmen, selbst „ein Teil des Problems, nicht der Lösung“ zu sein, indem sie mit Verpackungsmüll die Umwelt verschmutzen.

Doch wie Sie selbst in ihrem Artikel erwähnen, ist das eigentliche Problem das nicht Vorhanden sein von sinnvollen Alternativen. Oder zumindest, dass diese Alternativen nicht immer funktionieren. Hier liegt die Schuld also eher bei den Eisdielen und anderen Läden.

Was aber ein viel wichtigerer Punkt hierbei ist, ist dass die, die an diesen Demonstrationen teilnehmen, größtenteils keinesfalls dieselben Personen sind, die Abends in der Regensburger Altstadt unterwegs sind oder am Donau-Ufer feiern und somit den ganzen Müll verursachen. Denn aus eigener Erfahrung kann ich ihnen sagen, dass vor allem jüngere Schüler (5.-8. Klasse) sich in der Stadt versammeln, um gemeinsam für den Klimaschutz zu kämpfen. Diese sind nun wirklich noch zu jung um Abends wegzugehen und auch nicht in dem Alter, in dem es cool ist durch die Stadt zu laufen. Zudem kann man erkennen, wenn man mal mit offenen Augen durch die Stadt geht, dass vor allem junge Erwachsene (im Studentenalter etwa) die Sonne dort genießen.

Weiterhin erwähnen Sie in ihrem Kommentar, dass die Jugendlichen doch bitte nicht mehr auf die Straße gehen, sondern sich anderweitig politisch für die Umwelt engagieren sollen. Doch wie sie richtig erkannt haben, handelt es sich bei den meisten Demonstrierenden noch um Schüler (Von denen übrigens die wenigsten mit SUVs zur Schule gefahren werden. Was man auch an den überfüllten Bussen im Morgen erkennen kann.) und diese Schüler sind großteilig noch unter 18 Jahren, können somit weder wählen noch die Politik anderweitig direkt beeinflussen. Viele anderen Möglichkeiten bleiben ihnen also nicht um ihre Meinung kundzutun.

Und dazu haben sie auch durchaus das Recht, da wir ja glücklicherweise in Deutschland leben. Ob es nun sinnvoll ist während der Schulzeit zu demonstrieren, sei dahingestellt.

Zum Schluss möchte ich Sie nun bitten, in Zukunft mit ihren Anschuldigungen vielleicht etwas vorsichtiger zu sein und etwas weniger verallgemeinernd zu argumentieren.“ Anna Buchhauser

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