07.02.2019, 11:53 Uhr

Trassendebatte „Diese Trasse braucht kein Mensch“ – Tobias Gotthardt fordert „Ende der Scheinheiligkeit“

(Foto: Ralf Gerard)(Foto: Ralf Gerard)

Ein „Ende der Scheinheiligkeit“ in der Trassendebatte fordert der Regensburger Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt (Freie Wähler) und reagiert damit auf den „aufgeregten Seitenwechsel einiger Kommunalpolitiker“ nach Bekanntgabe der Lehrrohr-Entscheidung durch Tennet:

REGENSBURG „Eine Trasse macht entweder Sinn – oder sie macht keinen. Eine Trasse zerstört entweder Heimat – oder nicht.“ Zehn Meter mehr Trassenbreite seien da „bei weitem nicht das Kernproblem“. Kritik übt Gotthardt auch am „Ablenkungsmanöver Autobahntrasse“: Wer sich in die Materie eingearbeitet habe, wisse „dass ein Erdkabel entlang der Autobahn allein aufgrund der Bebauung schwierig ist – außer man legt es direkt unter die Autobahn“. Gotthards Forderung an die Bundespolitik: „Planungsfehler eingestehen, Trasse beerdingen – und die Milliarden in dezentrale Energiewende stecken. Wir wären auf einen Schlag viele Probleme los.“ Der Landtagsabgeordnete stellt sich damit weiterhin konsequent an die Seite der Trassengegner und betroffenen Bürgermeister: „Diese Trasse braucht kein Mensch“, so sein Credo.

„Bayerns energiepolitisches Rezept war die Unabhängigkeit – und die muss es auch nach dem Atomausstieg bleiben.“ Es sei, so Gotthardt, „Irrsinn hoch drei, einen Industriestandort wie unseren an den Trassentropf nordostdeutscher Kohlekraft zu hängen – wohlwissend, dass dieser Brunnen in zehn, 15 Jahren ebenso versiegt. „Dafür Milliarden in Sand und Granit zu setzen, ist Verrat am Stromkunden und ein Kniefall vor den Versorgerriesen.“

Alle Parteien auf Bundesebene bräuchten „den Mut, eine aus heutiger Sicht falsche Entscheidung von 2010 neu zu bewerten und zu revidieren: Fachliche Einsicht vor politischem Stolz“ – dies treffe Union, SPD und die Grünen gleichermaßen: „Sie haben sich schlicht im Trassendschungel verrannt.“ Ziel der Freien Wähler bleibe es, „den realpolitischen Beweis in Bayern anzutreten, dass eine echte Energiewende ohne Trassenwahn gelingen kann, wenn man es konkret anpackt.“ Dass die CSU das wolle, habe sie mit dem Energiekapitel des Koalitionsvertrags unterschrieben.


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