21.10.2018, 10:06 Uhr

Nach der Wahl Die Spaltung sitzt tief – und wird auch in Regensburg immer tiefer

Bunte Bändchen für ein RKK - das scheiterte.  (Foto: ce)Bunte Bändchen für ein RKK - das scheiterte.  (Foto: ce)

Wer die Wahlergebnisse vom letzten Sonntag analysiert, entdeckt immer tiefere Gräben in Regensburg. Während in Stadtamhof mehr als 40 Prozent die Grünen wählen, stimmten in der Schule für Toleranz und Vielfalt 20 Prozent für die AfD.

REGENSBURG Die Wahlen in Stadt und Landkreis Regensburg haben gleich mehrere Spaltungen aufgedeckt. Zum einen gibt es eine riesige Kluft zwischen Stadt und Land. Während die CSU-Kandidatin Sylvia Stierstorfer mit knapp 40 Prozent der Erststimmen wiedergewählt wurde, muss ihr Pendant in der Stadt, Franz Rieger, um den Wiedereinzug bangen.

Er hat nur drei Prozent Vorsprung zum Grünen Jürgen Mistol, die 28 Prozent im Vergleich zu Mistols 24 Prozent kommen vor allem aus den drei Land-Gemeinden, die zum Wahlkreis gehören. Die Kluft zwischen Stadt und Landkreis, sie wird also größer. Doch das ist nicht die einzige Kluft. Auch innerhalb der Stadt gibt es unterschiedliche Welten.

Im Stadtnorden etwa, im Wahlbüro der Schule für „Toleranz und Vielfalt“, kam die AfD auf 20 Prozent. Nur wenige Kilometer entfernt, im hippen Stadtamhof, werden die Grünen mit über 40 Prozent gewählt.

Eine tiefe Kluft hat sich auch zwischen den Politikern und den Regensburgern aufgetan, schaut man sich das Ergebnis zur Abstimmung über eine Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz an. Dabei hatte sich die bunte Koalition noch mit allerlei Bürgerbeteiligungs-Sperenzchen reingekniet, eine PR-Agentur hat bunte Bändchen über den Bahnhofsplatz gespannt und der Bürger wurde sogar befragt. 37.000 Fragebögen wurden verschickt, doch die Fragen waren so belanglos, dass man sich als Bürger eher veräppelt vorkam. Am Ende stellte nämlich eine Bürgerinitiative die Frage, die von der Stadt ignoriert wurde: Wollen wir überhaupt eine Stadthalle an dem Standort?

Bei all diesen Unterschieden frage ich mich, ob wir Entwicklungen wie in den USA bekommen, wo Demokraten und Republikaner nicht mehr miteinander reden und jeder seiner Gesinnung nach Medien konsumiert, die natürlich die eigene Meinung bestätigen. Ich wünsche mir, dass wir mehr mit- als übereinander reden. Sowohl in der Politik, als auch zwischenmenschlich. Wir müssen uns verstehen!


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