21.09.2018, 09:29 Uhr

Das Dörnberg Irre Preise hinter der Mauer – 206.000 Euro für 26 Quadratmeter!

Schockierende Aufnahme vom „Das Dörnberg“: Da wächst zusammen, was nicht zusammen gehört. Zudem baut man in Regensburg wieder eine Mauer, nämlich entlang der Gleise. Foto: Stefan EffenhauserSchockierende Aufnahme vom „Das Dörnberg“: Da wächst zusammen, was nicht zusammen gehört. Zudem baut man in Regensburg wieder eine Mauer, nämlich entlang der Gleise. Foto: Stefan Effenhauser

Eine Luftaufnahme zeigt, mit welcher fragwürdigen Architektur gerade das Entrée zur Regensburger Altstadt verbaut wird. Das Baugebiet „Das Dörnberg“ ist von oben betrachtet ein riesengroßer „Riegel“, bei dem zu allem Überfluss noch eine Mauer gebaut wird. Was zwar als Lärmschutz für die Anwohner gedacht ist, schaut von oben aus, als wäre es die Neuauflage eines unschönen Bauwerks in Berlin.

REGENSBURG Solche Baugebiete wie „Das Dörnberg“ lassen indes Zweifel aufkommen, ob die Stadtpolitik hier auch nur ansatzweise Einfluss darauf hat, wie und was in Regensburg gebaut wird.

Fraglich ist, warum der in Regensburg eingesetzte Gestaltungsbeirat, der immerhin 60.000 Euro im Jahr Unterhalt kostet, solche Architektur zulässt.

Ein Stellplatz kostet 27.600 Euro zusätzlich

Fraglich ist aber auch, ob durch eine solche Bebauung überhaupt das erreicht wird, was von der Politik seit Jahren gepredigt wird – dass nämlich die immense Entwicklung der Miet- und Kaufpreise durch immer mehr und dicht bebaute Wohngebiete gesenkt werden kann. Uns liegt ein Angebot vor für eine Einzimmerwohnung in „Das Dörnberg“ im Georgenhof vor. Der soll bis Juni 2019 fertiggestellt sein, heißt es in dem Exposée. Der Kaufpreis für die Wohnung beträgt 179.000 Euro für 25,71 Quadratmeter – ohne irgendwas dabei. Sprich: Pro Quadratmeter Wohnfläche werden knapp unter 7.000 Euro fällig – ohne Notar, Grundsteuer und Pipapo.

Noch deftiger wird es, wenn man mit in Erwägung zieht, dass auch ein Stellplatz zur Wohnung gehört, der gekauft werden muss. Und der schlägt nochmals mit 27.600 Euro zu buche. Sprich: Insgesamt kosten 25,71 Quadratmeter in „Das Dörnberg“ 206.000 Euro netto. Steuern und Notarkosten kommen noch extra dazu. Insgesamt entstehen auf dem Areal 1.300 Wohnungen.

UPDATE: Nach Veröffentlichung unserer Druckausgabe erreichte uns folgender Leserbrief:

„Mit ganz großem Kopfschütteln habe ich den Bericht „Irre Preise hinter der Mauer“ über das Dörnberg in der Ausgabe vom 19. September gelesen. Genau genommen ist der Bericht unverschämt - umso länger ich ihn nachwirken lassen. Es wurden ein paar Fakten herausgepickt, die für den unwissenden Leser ein Bild erzeugen, das kein bisschen der Wahrheit entspricht.

Wir haben auch eine Wohnung dort gekauft zu einem Quadratmeterpreis von 4700 Euro. Warum wird nicht von einer Quadratmeter-Preisspanne geschrieben, sondern nur von dem Höchstpreis? Oder warum wird nicht erwähnt, dass beim Tiefgaragenstellplatz im Preis ein Basispaket für eine Ladestation zur E-Mobilität inbegriffen ist? Warum lässt man so etwas einfach weg? Wissentlich - oder weil man einfach keine Ahnung hat? In jedem Fall sollte man das Schreiben besser lassen!

Es geht ja noch weiter: Warum wird nicht geschrieben, dass die Lärmschutzmauer zum Wohngebiet hin abfallend ein Landschaftspark wird? Nur aus der Luft oder für die Zugpassagiere ist es eine Mauer. Dann könnte man aber wohl jeden Lärmschutzwall mit der Berliner Mauer vergleichen! Und es geht immer noch weiter: Warum berichtet die Zeitung nicht, dass auch ein ganzer Wohnkomplex für das geförderte Wohnen der Stadt Regensburg gebaut wurde, wenn man sich schon über die Wohnungs-Politik auslässt? Wie man sieht: Ein uns dasselbe Wohngebiet kann man im guten oder im schlechten Licht dastehen lassen. Schade, dass das Wochenblatt, das ich immer für eine offene Zeitung gehalten habe, auf diese Art und Weise (negative) Meinung macht. Zukünftig muss ich wohl mehrere Berichte der Wochenzeitung Infrage stellen. Ich hoffe, dass zu dieser Erkenntnis bereits mehrere Wochenblatt-Leser gekommen sind, und somit auch Ihre fragwürdige Berichterstattung über das Dörnberg anzweifeln.

Susanne Walther, per Mail“