26.06.2018, 20:39 Uhr

Landtagskandidat beim Jugendring „Was ist Eure Idee vom Europa der Zukunft?“

Halten fest an der „genialen Idee Europa“: Gemeinsam mit Vertretern des KJR haben FW-Landtagskandidat Tobias Gotthardt und FW-Kreisvorsitzender Harald Stadler Ideen für die Zukunft Europas diskutiert. (Foto: Kreisjugendring/Armin Wagner)Halten fest an der „genialen Idee Europa“: Gemeinsam mit Vertretern des KJR haben FW-Landtagskandidat Tobias Gotthardt und FW-Kreisvorsitzender Harald Stadler Ideen für die Zukunft Europas diskutiert. (Foto: Kreisjugendring/Armin Wagner)

Die Meinung von jungen Leute zu Europa hören: Das war das Ziel des Europäischen Jugendevents, zu dem jüngst mehr als 9.000 Jugendliche nach Straßburg eingeladen waren. Der Event stand in diesem Jahr unter dem Motto „Sag deine Meinung“.

NEUTRAUBLING Auch Vertreter des Kreisjugendrings und des Stadtjugendrings waren vor Ort – darunter Konstantin Seitz (Vize-Vorsitzender Kreisjugendring), Miriam Deml (Kreisjugendleitung der Bayerischen Sportjugend) sowie Philipp Kroseberg und Philipp Seitz vom Vorstand des Stadtjugendrings. Wenige Tage später waren sie nun Gast bei Tobias Gotthardt, selbst seit Jahren Parlamentarischer Referent im Europaparlament und nun Landtagskandidat der Freien Wähler.

Gotthardt war der Austausch zu den Jugendthemen wichtig: „Ich wollte einfach wissen, was die jungen Leute mitnehmen von dieser Großveranstaltung, wie sie Europa erleben – und welche Ideen sie für Europas Zukunft haben.“ Erfreut über den Austausch waren auch die KJR-Vertreter – Oberpfälzer Europaabgeordnete hatten sie nämlich in Straßburg nicht getroffen und konnten nun ihre Ideen und Vorschläge weitergeben. Umso ausführlicher das Gespräch mit Gotthardt: Knapp zwei Stunden saß er mit den jungen Europäern zusammen und erfuhr selbst Neuigkeiten aus dem Parlament.

Miriam Deml von der Kreisjugendleitung der Bayerischen Sportjugend erzählt: „Ich hatte den Aufzug hinten links genommen und stand plötzlich auf minus zwei mitten in der Küche.“ Gotthardt grübelt, malt sich den Weg vorm geistigen Auge aus und sagt schmunzelnd: „Klingt spannend, muss ich direkt mal probieren“. Im Mittelpunkt des Gesprächs aber standen weniger die pfadfinderischen Fähigkeiten, als die politischen Schwerpunkte der Veranstaltung: „Digitalisierung und Partizipation“ habe man diskutiert, eine bessere Beteiligung der Bürger, Entbürokratisierung und mehr Förderung für die Jugend. Was die EU denn nach Ansicht der jungen Europäer unbedingt anpacken müsse, will Gotthardt – begleitet von FW-Kreisvorsitzendem Harald Stadler - wissen. Ganz groß auf der Wunschliste: eine andere Rolle in der Welt: „Warum rennen Merkel, Macron und die anderen immer getrennt durch die Büros anderer Staatschefs – warum gehen sie nicht gemeinsam oder mit europäischem Hut?“

Mehr Teamgeist, das wünscht sich auch Gotthardt: „Ich mache den Job in Brüssel nun schon länger: Selten zuvor haben die EU-Mitgliedsstaaten mehr übereinander und weniger miteinander geredet.“ Respekt sei zu einem Fremdwort geworden, Rechthaberei längst übers Recht gestellt: „Das ist nicht gut.“ Beim Jugendevent, berichten die Kreisjugendring-Teilnehmer, sei das anders gewesen: „Wir sind uns offen begegnet – vielfach Freunde geworden.“ Jugendliche der verschiedensten Nationen hätten sich vor Ort getroffen und seien über Politik ins Gespräch gekommen. Das sei echte Verständigung über die Ländergrenzen in Europa hinweg. Ein Vorbild, meint Gotthardt – und fordert mehr Geld für Erasmus-Projekte und Schüleraustausch: „Begegnung ist das beste Rezept gegen Vorurteile.“

Kritisch sieht der Landtagskandidat das ab diesem Wochenende zu verlosende, kostenlose Interrail-Ticket für 15.000 junge Europäer. „Leider nur auf 18 Jahre begrenzt, dazu ziemlich teuer“, sagt Philipp Seitz, Bezirksvorsitzender des Jugendrings. Er fordert Nachbesserungen und eine Ausweitung hinsichtlich des Alters. Ein noch dazu äußerst limitiertes Geburtstagsgeschenk der EU zum 18. Lebensjahr spiegle nicht die komplexe Lebenswelt von jungen Menschen wider. Außerdem würden inklusive Angebote derzeit fehlen. Und Gotthardt ergänzt: „Ja, zwölf Millionen Euro für dieses Jahr – macht 800 Euro pro Stück.“ Ab 2021 sollen es dann bis zu 700 Millionen sein – bei 200.000 zu verlosenden Tickets. Hier bedürfe es noch einiger grundlegender Änderungen.

Das Geld, so die einhellige Meinung am Tisch, könnte die EU, sofern sich das bisherige Vergabekonzept nicht ändern sollte, gut auch in Jugendaustausch, Verbände oder Bildungsmaßnahmen investieren. Mitnehmen will Gotthardt noch einen anderen Vorschlag des Kreisjugendrings: Die Absenkung des Europawahlalters auf 16 Jahre: „Eigentlich ein Irrwitz: Da diskutiert man aktuell ein neues EU-Wahlrecht und keiner denkt daran, das einzubringen.“ Gotthardt hat’s notiert – und auch nach den zwei Stunden ist man noch nicht am Ende: „Lasst uns den Dialog fortführen – ich finde eure Ideen super spannend.“


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