10.06.2018, 15:15 Uhr

Museum Ganz Bayern blickt auf Regensburg – und Fürstin Gloria geht auf Tuchfühlung mit Söder


Das neue Museum zieht am Welterbe-Wochenende die Massen an. Am Samstag lud Ministerpräsident Markus Söder zusammen mit dem Haus der Bayerischen Geschichte zum Festakt in das Museum ein. Mit dabei war auch Fürstin Gloria, ein echtes bayerisches Unikat.

REGENSBURG Kein Wunder aber auch, dass selbst die Regensburger Schlange standen, denn erst in einem Jahr soll das neue Museum eröffnet werden. Natürlich, die Architektur löst nach wie vor Debatten aus. Ist das Gebäude zu futuristisch? Fügt es sich nicht in die historische Silhouette ein? Ja wirkt es gar wie ein Parkhaus an der Stelle, wo einst hunderte Parkplätze waren? Die Süddeutsche Zeitung verstieg sich am Wochenende sogar zu einem fundamentalen Verriss, was den Architekten und den Museums-Machern vom Haus der Bayerischen Geschichte sicher mehr weh tun dürfte als die bösen Facebook-Kommentare. Wer allerdings futuristisch anmutende Architektur im Kontrast zu historischer Substanz schätzen kann, dem dürfte das Museum auch gefallen. Derzeit sind eben die selbst ernannten Architektur-Geschmackskritiker die Lauteren.

Doch zurück zum Anlass: Aus ganz Bayern strömte alles, was Rang und Namen hatte, ins neue Museum und lauschte Markus Söder, der ein flammendes Liebesbekenntnis zu Bayern als Festrede vorbereitet hatte. Das imposante Domfenster, eine der größten in einem Gebäude verbauten Scheiben Europas, war natürlich eine Attraktion. Unter den Gästen war auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, für viele Bayern ein echtes Unikat, übrigens in Begleitung ihres Bruders Alexander von Schönburg, seines Zeichens Textchef bei der Bild-Zeitung. Man darf also gespannt sein, ob sich auch Europas größtes Boulevard-Blatt bald zum neuen Museum äußern wird.

Für Regensburg wird das Museum sicherlich ein weiterer Besucher-Magnet und es ist nicht so, dass so mancher Ureinwohner tatsächlich Angst davor hat, dass noch mehr Touristen die Straßen verstopfen. Andererseits ist schon jetzt klar, dass ein Museum in der Regel eher höherwertigen Tourismus anlockt. Für die Domstadt, und das dürfen auch die Regensburger selbst nicht vergessen, hat sich jedenfalls eine lange Geschichte nun in gewsser Weise mit diesem Gebäude wieder zu einem Bild zusammen gefügt: Regensburg als erste Hauptstadt der Bajuwaren, als Stadt der Immerwährenden Reichstage, als Zentrum des Parlamentarismus im ausgehenden Mittelalter, der Renaissance bis zur Neuzeit – das ist doch was, auf was man stolz sein kann, oder?