14.04.2018, 08:10 Uhr

Bahn tut nichts Gefahr für Flüchtlingskinder – völlig ungeschützte Bahngleise auf einer stark befahrenen Strecke

Bahngleise an der Flüchtlingsunterkunft. Foto: ceBahngleise an der Flüchtlingsunterkunft. Foto: ce

Es ist ein wahres Wunder, dass hier noch nichts passiert ist: Die Bahngleise einer der meistbefahrenen Strecken Deutschlands führen völlig ungeschützt an den Flüchtlingsunterkünften im Regensburger Stadtosten vorbei. Die Regierung der Oberpfalz hat schon mit der Bahn gesprochen, doch bislang ist nichts passiert. Das Problem: Viele Kinder spielen hier, oft gehen sie auch ins Gleisbett.

REGENSBURG Sehenden Auges sind die vielen Kinder aus den Unterkünften im Regensburger Stadtosten einer Gefahr ausgesetzt. An den Unterkünften führt eine der am meisten befahrenen Bahnstrecken Deutschlands vorbei. Dem Wochenblatt liegen Schilderungen vor, dass Kinder immer wieder im Gleisbett spielen.

Ein Wunder, dass bisher noch nichts passiert ist. Die zuständige Regierung der Oberpfalz antwortet auf eine Anfrage: „Die Bahngleise ohne Lärmschutzwall und sonstige Einhausung in der Nähe einer Gemeinschaftsunterkunft im Regensburger Stadtosten in der auch Familien mit Kindern wohnen, bilden de facto besondere Rahmenbedingungen.“ Man habe Gespräche mit der Bahn und der Stadt geführt, man wünsche sich „eine Abtrennung“ möglichst bald. Zudem organisierte die Regierung ein Treffen mit den Eltern der betroffenen Gemeinschaftsunterkunft, wobei auch auf die besondere Situation mit den Bahngleisen hingewiesen wurde. Im Nachgang fand auch eine Infoveranstaltung mit der Verkehrspolizei statt, wo allgemein informiert wurde, wie der Schulweg der Grundschulkinder sicher gestaltet werden kann, und es wurde ein Infoflyer erstellt und in alle relevanten Sprachen übersetzt.

Den großen Mangel an Kindertagesstätten spüren übrigens auch die Asylbewerber-Familien. Offenbar, so heißt es aus Kreisen der Flüchtlinge, erwägen einige sogar eine Klage auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Doch arbeiten sie überhaupt? Manche gingen einer geringfügigen Beschäftigung nach, andere hätten Deutschkurse, heißt es von Seiten der Regierung. Von einer Klage wisse man allerdings nichts.