27.03.2018, 12:16 Uhr

Unfassbar Er ruft offen zum Mord von Homosexuellen auf – Regensburger Club holt Bounty Killer auf die Bühne

Ankündigung des Konzerts für den offen zum Mord von Homosexuellen aufrufenden Sänger Bounty Killer. (Foto: Facebook)Ankündigung des Konzerts für den offen zum Mord von Homosexuellen aufrufenden Sänger Bounty Killer. (Foto: Facebook)

Entsetzen über ein Konzert von Bounty Killer in Regensburg: Der Jamaikaner ruft offen zur Ermordung von Homosexuellen auf. Jetzt soll er ausgerechnet in einem Club auftreten, in dem auch Veranstaltungen für Homosexuelle stattfinden.

REGENSBURG Das Entsetzen ist groß, nicht nur in der „Szene“: Ausgerechnet in der Diskothek Mischwerk in Königswiesen soll am 11, Mai der offen homophobe Sänger Bounty Killer ein Konzert geben.

Nun kann man Homosexuelle mögen oder nicht, schließlich sind wir in einem freien Land und die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Doch schon in der Veranstaltungsankündigung für das Konzert heißt es wörtlich, Bounty Killer sei „einer der aggressivsten Dancehall-Stars der neunziger Jahre“. Leider ist das wörtlich zu verstehen: Der jamaikanische Sänger ruft offen zum Mord von Homosexuellen auf.

Ausgerechnet das Mischwerk, das denkt sich mancher, der die Homosexuellen-Szene in Regensburg kennt – dort werden nämlich seit geraumer Zeit die „Candylicious-Partys“ veranstaltet, gay-, bi- und transgenderfreundliche Veranstaltungen, die kaum mit einem Veranstaltungsort kompatibel sind, an denen ein Hetzer gegen Homosexuelle eine Bühne besteigt.

Dabei war es in der Vergangenheit immer wieder zu Absagen von Konzerten gekommen, weil Homosexuellenverbände gegen den Auftritt eines Mannes protestiert hatten, der offen in seinen Songs dazu aufruft, gleichgeschlechtlich Liebende zu verbrennen oder zu ertränken.

Auf Jamaika, das seit Bob Marley von vielen Linken und Alternativen in Deutschland geradezu glorifiziert wird, verbietet Akte zwischen zwei Männern per Gesetz.

So bestraft das Land sexuelle Handlungen zwischen Männern mit bis zu zehn Jahren. Gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Frauen indes kommen gibt es laut Gesetzgeber nicht.

Natürlich hat das Wochenblatt auch beim Mischwerk nachgefragt, wie man sich zu den Aussagen des „Künstlers“ positioniert. Bislang gab es keine Stellungnahme. Sobald diese vorliegt, werden wir diese selbst verständlich an dieser Stelle veröffentlichen.