20.03.2018, 14:19 Uhr

Entgeltgleichheit Equal Pay Day – „Über Geld spricht man nicht? Wir schon!“

Pressekonferenz bei der Rewag mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger anläßlich des Equal Pay Day 2018. (Foto: Tino Lex)Pressekonferenz bei der Rewag mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger anläßlich des Equal Pay Day 2018. (Foto: Tino Lex)

Die Rewag unterstützt die diesjährige Equal Pay Day Lounge „Transparenz gewinnt“ mit dem Impro-Theater „Chamäleon“ am Donnerstag, 22. März.

REGENSBURG „Deutschland hat bei der Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen noch viel Luft nach oben“ so die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer beim Pressegespräch, zu dem das Regensburger Aktionsbündnis Equal Pay Day anlässlich des Tags der gleichen Bezahlung zwischen Männern und Frauen am 18. März ins „Reiniger-Gebäude“ der Rewag geladen hatte. Und auch der Öffentliche Dienst könne sich nicht entspannt zurücklehnen, Tarifverträge allein schützten auch nicht vor dem sog. Gender Pay Gap, stellt Maltz-Schwarzfischer fest. „Obwohl die Entgeltgleichheit im Grundgesetz verankert ist, ist sie bis heute nicht wirklich umgesetzt. Das muss sich definitiv ändern. Die Stadt Regensburg tut viel dafür, dass Beruf und Familienarbeit besser vereinbar sind; das Bewusstsein dafür, dass Frauen und Männer in allen Bereichen gleichberechtigt sein müssen, muss aber in vielen Köpfen erst noch verankert werden.“

Landrätin Tanja Schweiger, die zusammen mit der Bürgermeisterin die Schirmherrschaft für die diesjährige „Equal Pay Day Lounge“ übernimmt, steht hinter einer konsequent familienbewussten Personalpolitik. Sie selbst lege sehr viel Wert darauf, dass ihre Mitarbeiterinnen Familie und Beruf vereinbaren könnten. Nur wenn Frauen wüssten, dass sie auch als Mütter am Arbeitsplatz nicht nur willkommen sind, sondern sogar mit ihrer Familienkompetenz und Lebenserfahrung besonders geschätzt werden, könnten sie sich mit voller Konzentration im Beruf einbringen.

„Ich habe in meiner beruflichen Station im Osten Deutschlands die Erfahrung gemacht, dass dort das Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen deutlich ausgeglichener ist“, erklärt Olaf Hermes, der Vorstandsvorsitzende der REWAG, der dem Aktionsbündnis das Reiniger-Gebäude für ihre Veranstaltung kostenlos zur Verfügung stellt. Frauen seien in den neuen Bundesländern auch viel selbstverständlicher in Technikberufen beschäftigt. Deshalb sei es ihm in einem nach wie vor sehr von Männern dominierten Energie-Unternehmen wie der REWAG ein Anliegen, Frauen in Führungspositionen zu fördern. So sei zum Beispiel nun auch seit Kurzem eine zweite Frau als Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat bei der Rewag.

Unter dem Motto „Transparenz gewinnt“ wollen die Organisatorinnen der Equal Pay Day Kampagne das Tabu „Über Geld spricht man nicht!“ aufbrechen. „Tabus bricht man nicht mit erhobenem Zeigefinger“, so Ingrid Asche, die Projektleiterin von Business and Professional Women, den Initiatorinnen des Equal Pay Days in Deutschland, „deshalb versuchen wir es in unserer Veranstaltung mit einem Mix aus Information und heiter-beschwingter Unterhaltung mit dem Impro-Theater „Chamäleon“. Den informativen Teil der Veranstaltung übernimmt Karin Wagner, Fachsekretärin bei der IG Metall mit einer kritischen Betrachtung des Entgelttransparenz-Gesetzes „Zwischen Bürokratiemonster und zahnlosem Tiger die Chancen nutzen“. „Natürlich hätten wir uns als Gewerkschaft mehr gewünscht, vor allem, dass der Auskunftsanspruch über die Vergleichbarkeit ihres Gehalts für Mitarbeitende in allen Betrieben gelte, nicht nur in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten“, gesteht die Gewerkschafterin Karin Wagner nicht überraschend, „aber wenn wir die Chancen, die das Gesetz bietet auch nutzen, dann ist da auch Musik drin!“

„Ich verstehe gar nicht, wozu es ein Gesetz braucht, das Unternehmen dazu zwingt, Gehälter offen zu legen. Sich gegen Transparenz zu wehren, könne doch nur heißen, dass man etwas zu verbergen habe“, stellt Jutta Weber, Vorstandsvorsitzende der bos.ten AG in Regensburg fest. „Bei uns hängen die Gehälter am Schwarzen Brett öffentlich einsehbar aus.“

Moderiert von Martin Gottschalk wurden in dieser Runde mit Vertreterinnen und Vertretern der Presse die verschiedenen Facetten des Equal Pay diskutiert. Bleibt zu hoffen, dass der Dialog mit möglichst vielen Frauen und Männern bei der Equal Pay Day Lounge in der transparenten Atmosphäre des „Reiniger Gebäudes“ am Donnerstag, 22. März, um 17.30 Uhr beschwingt fortgesetzt wird, denn: „Über Geld spricht man nicht? Wir schon!“


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