14.02.2018, 07:28 Uhr

RKK und ZOB So stimmten die Regensburger über den neuen Busbahnhof ab – und die Stadthalle


Die Stadt Regensburg stellt am Mittwoch, 14. Februar, die Ergebnisse zur Bürgerbefragung über den neuen Zentralen Omnibusbahnhof und ein Kultur- und Kongresszentrum vor. Der Rücklauf der Fragebögen war sehr gut. Nun stellt sich die Frage: Kauft die Stadt das Wirsing-Gebäude am Ernst-Reuter-Platz? Und sollen Stadthallen-Gegner überrumpelt werden? Und wer könnte ein privater Investor sein, mit dem die Stadt ein RKK verwirklichen könnte?

REGENSBURG Am heutigen Mittwoch, 14. Februar, nach Druckschluss der Wochenblatt-Printausgabe stellt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zusammen mit Planungsreferentin Christine Schimpfermann und Bürgermeister Jürgen Huber sowie weiteren Spitzenbeamten die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor, die im November 2017 durchgeführt wurde. Es geht dabei um den Neubau eines sogenannten Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) sowie um eines der einst umstrittensten Projekte Regensburgs, einer Stadthalle, genannt „Regensburger Kultur- und Kongresszentrum“ am Ernst-Reuter-Platz. Zwar werden die Zahlen erst heute bekannt gegeben, aber mehrere Quellen haben dem Wochenblatt bestätigt, dass man bei der Stadt sowohl mit der Resonanz der Befragung, als auch mit den Ergebnissen sehr zufrieden sei. Von den 133.000 verschickten Fragebögen wurde jeder Dritte zurückgeschickt. Eine beachtliche Quote. Abgefragt wurden verschiedene Themenfelder – nicht jedoch, ob die Bürger überhaupt eine Stadthalle wollen. Dafür konnten die Bürger ankreuzen, ob sie beispielsweise einen neuen ZOB überhaupt wollen. Dem Vernehmen nach haben die Bürger mehrheitlich dafür gestimmt, dass dieses Thema ihnen wichtig oder sogar sehr wichtig sei. Offenbar gab es bei keinem der abgefragten Punkte eine Zustimmungsquote von unter 50 Prozent.

Offenbar versucht die Rathaus-Koalition nun, schnell Nägel mit Köpfen zu machen. Am 28. Februar läuft die Option aus, den im Volksmund Betonklotz genannten Wirsing-Bau am Ernst-Reuter-Platz zu kaufen. Dem Vernehmen nach soll es nun noch im Februar ein Placet des Stadtrates geben, das zu tun – und damit den Grundstein zu legen für ein Kultur- und Kongresszentrum an dieser Stelle.

Politisch wäre das eine Sensation: Eine Bürgermeisterin, die in ihr Amt nicht vom Bürger gewählt wurde und den Posten interimsweise ausübt, hätte dann das geschafft, was der frühere Oberbürgermeister Hans Schaidinger jahrelang vergeblich versuchte. Offenbar gibt es intern die Absprache, im Planungsamt der Stadt das Personal aufzustocken. Denn das, was auf die Stadt und ihre Bürger zukäme, wäre wohl eines der größten Bauprojekte innerhalb der Stadt – an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt. Im politischen Regensburg spekuliert man, dass das Gebäude am Ernst-Reuter-Platz relativ schnell abgerissen werden könnte.

Widerstand gegen ein RKK im Keim erstickt?

Offenbar ist der Bebauungsplan an der Stelle schon so weit vorangetrieben worden, dass es insbesondere auch schwer wäre, Widerstand gegen das RKK zu organisieren. Mancher erinnert sich vielleicht noch an die „Jetzt oder nie!“-Kampagne von OB Schaidinger, die von Kritikern mit einer „Friss oder stirb!“-Kampagne beantwortet wurde. Mehrere Bürgerentscheide gab es zu dem Thema, den Donaumarkt als RKK-Standort lehnten die Regensburger mehrheitlich ab, nicht aber eine Stadthalle grundsätzlich.

Jürgen Huber und Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Foto: Eckl

Fraglich ist nur, wie eine solche Stadthalle umgesetzt werden soll. Und da kommen Erinnerungen hoch an eine Planung, die es einst im Schlosspark von St. Emmeram gab: Angelehnt an den Louvre, der mit seiner atemberaubenden Glas-Pyramide ein Wahrzeichen mit moderner Architektur etablierte, wollte man damals die private Schörghuber-Gruppe (Paulaner, Sheraton- und Arabella-Hotels) dafür gewinnen, ein Hotel im Schloss einzurichten. Die Pläne scheiterten zwar 2008, doch ein RKK am Ernst-Reuter-Platz könnte ja weitere Optionen für eine Hotelnutzung offen halten.

Denn die Rathaus-Koalition plant offenbar, die neue Stadthalle ohnehin zusammen mit einem privaten Investor zu verwirklichen. Intern heißt es, es gebe Pläne, dass man bis kommendes Jahr einen Investor findet, der das RKK Wirklichkeit werden lässt und damit eine jahrzehntelange Debatte in Regensburg beendet. Ob die Stadt das RKK bauen würde und anschließend an einen Betreiber vermietet, oder ob man ein Privat-Public-Partnership-Modell anstrebt, hänge davon ab, wen man für das Objekt gewinnen könnte. Namen kursieren indes noch nicht. Fraglich ist also, ob ein Widerstand gegen ein RKK an dieser Stelle überhaupt so schnell organisiert werden könnte, wie die Stadtväter und -mütter nun Tatsachen schaffen wollen. Fakt ist: In Regensburg gibt es kaum jemanden, der sich an dieser Stelle keine Veränderung wünscht. Zudem könnte man die Regensburger mit etwas locken, das immer zieht: Mit Parkplätzen nämlich. Offenbar ist geplant, dass man sowohl unter dem RKK, als auch in Bahnhofsnähe jeweils eine Tiefgarage verwirklicht. Und wenn Regensburg etwas braucht, dann sind es Parkplätze ...


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