25.01.2018, 14:01 Uhr

Politik CSU hat (k)ein Kandidaten-Problem – gleich drei stehen in den Startlöchern um das OB-Amt


Die Stadträtin Astrid Freudenstein hält sich bedeckt, doch andere Kandidaten stehen wohl bereit: Am 1. Februar sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

REGENSBURG Regensburg. Die Stadt-CSU steht unter Erfolgsdruck. Das hört man hinter den Kulissen der nach außen völlig geschlossenen und schlagkräftigen Partei. Längst ist es CSU-Fraktionschef Josef Zimmermann, der faktisch die Stadt-Politik dominiert. Der sachlich argumentierende Fraktionschef treibt die bunte Rathaus-Koalition in der derzeitigen Krisensituation vor sich her. Doch eines will Zimmermann nicht: „Ich stehe nicht als Oberbürgermeister-Kandidat zur Verfügung!“ Und da ist sie wieder, die K-Frage, die in der CSU seit jeher für mittlere Erdbeben sorgt. Denn nach der krachenden Niederlage des CSU-Kandidaten Christian Schlegl fragt man sich nicht nur innerhalb der CSU: Wie muss ein Kandidat oder gar eine Kandidatin sein, die bei einer OB-Wahl die Stadtschlüssel wieder in konservative Hände bringt? Dabei gibt es natürlich gesetzte Kandidaten – die ungekrönte CSU-Kandidatin aber spielt offenbar auf Zeit. Das ist nicht die schlechteste Taktik, denn niemand weiß, wann letztlich gewählt wird. Der gewählte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ist suspendiert. Mit einem Prozess ist zwar im Laufe des Jahres zu rechnen, wenn das Landgericht die Anklage zulässt. Regulärer Wahltermin jedenfalls wäre im März 2020.

Nach Informationen des Wochenblatts, die beim Neujahrsempfang der CSU am Sonntag im Schloss Prüfening die Runde machten, hat es bereits im Parteivorstand ein Gespräch mit Astrid Freudenstein gegeben. Die Akademikerin, promoviert, Anfang 40, Mutter, glücklich verheiratet: Freudenstein wäre für die CSU eine Traum-Kandidatin. Allein: Die Politikerin, die von ihrer Partei nicht auf einen sicheren Bundestags-Kandidatenplatz gesetzt wurde und deshalb im September rausfiel, ziert sich noch. Bei dem Gespräch im CSU-Parteivorstand ging es darum, dass Freudenstein nun erklären soll, ob sie kandidiert oder nicht. Sie sagte dem Vernehmen nach aber, sie wolle erst einmal sehen, ob das kommunalpolitische Programm zu ihr als Kandidatin passe.

Freudenstein könnte ins Parlament nachrücken

Das könnte ein Spiel auf Zeit sein, denn Freudenstein ist erste Nachrückerin nach Joachim Herrmann in den Bundestag. Der wird mit Sicherheit verzichten, sollte ein Bundestagsabgeordneter ausscheiden. Und bei 46 ist die Wahrscheinlichkeit nicht so gering. Doch das schließt eine Kandidatur in Regensburg nicht aus: Sie könnte aus dem Mandat heraus antreten. Auf Anfrage sagte Freudenstein – nichts. „Ich werde mich dazu nicht äußern, wie ich mich die letzten Jahre nicht geäußert habe“, sagte sie auf Wochenblatt-Anfrage. Am 1. Februar ist die Kandidaten-Frage jedenfalls nochmals Thema im Parteivorstand. Doch die CSU hat diesmal die Traum-Situation, dass es offenbar mehrere Kandidaten gibt. Auch das war Gesprächsthema am letzten Sonntag. Demnach könnte sich offenbar auch CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl eine Kandidatur vorstellen. Die Juristin ist volksnah, intelligent und verbindlich – eine gute Kandidatin. Und noch ein Kandidat scheint Gewehr bei Fuß zu stehen: der Polizeibeamte Jürgen Eberwein. Der Name hat im politischen Regensburg nicht nur seit langem einen guten Klang, Eberwein ist als Beamter und Polizist ein Mann mit Format. Ein Luxus-Problem der Partei?

Jawohl! Denn auch eine externe CSU-Kandidatin scheint es zu geben. Deren Name war jedoch am Sonntag partout nicht zu erfahren.


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