24.11.2017, 13:05 Uhr

Innovationsstandort Bayern IHK in Sorge – „Bürokratie und Fachkräftemangel bremsen die Innovationstätigkeit der Unternehmen“

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die bayerischen Unternehmen bewerten den Freistaat als Standort für Forschung, Entwicklung und Innovation mit der Schulnote 2,3. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Innovationsreport des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK). Insgesamt 70 Prozent der Befragten finden die Rahmenbedingungen „gut“ oder „sehr gut“. Damit schneidet Bayern besser ab als der Bundesdurchschnitt – hier liegt der Wert bei knapp unter 50 Prozent.

REGENSBURG Die bayerischen Betriebe sind im bundesweiten Vergleich aktiver in ihren Innovationsanstrengungen. Was aus dem Bericht aber auch hervorgeht: Ob die Unternehmen ihre Investitionen erhöhen, hängt von der Betriebsgröße ab. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes zieht Bilanz: „Die Schere zwischen den Innovationsaktivitäten großer und mittelständischer Unternehmen hat sich weiter geöffnet. Während zwei Drittel der Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern im nächsten Jahr zusätzlich investieren wollen, ist es bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht einmal die Hälfte.“ Eine Lösung könnte die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung sein, so der einheitliche Tenor der bayerischen IHKs.

Innovationsbremsen identifiziert

Nahezu Dreiviertel der befragten Unternehmen geben an, dass bürokratische Anforderungen – beispielsweise der Kostenaufwand bei Zulassungs- und Genehmigungsverfahren – ihre Innovationsaktivitäten einschränken. Zwei Drittel nennen den Mangel an Facharbeitern als Hürde bei der Umsetzung von Innovationen. Abgehängt wird der Mittelstand laut BIHK ebenfalls bei der Nutzung von öffentlichen Fördermitteln. Jedes dritte Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern nutzt Zuschüsse von Staat, Bund oder EU. Bei kleinen und mittleren Betriebe sind es weniger als ein Viertel. Gleichzeitig gibt fast die Hälfte der Befragten an, keine geeigneten Fördertopfe zu finden. „Um die Programme in Zukunft praxisgerechter aufzusetzen, braucht es den regen Dialog zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand“, gibt Helmes zu bedenken. Unabhängig von der Betriebsgröße blieben Eigenkapital und Mittel aus dem Cashflow die wichtigsten Finanzierungsquellen für Innovationen.

Der BIHK-Innovationsreport kann im Internet unter www.ihk-regensburg.de kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.


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