18.03.2020, 10:20 Uhr

Coronavirus Stadt baut Hilfsnetzwerk auf und hilft der Gastronomie

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Die Stadt Eggenfelden baut ein Netzwerk an sozialer Hilfe, ergänzend zur Nachbarschaftshilfe, auf und setzt Mietzahlungen für die Gastronomie vorläufig aus.

EGGENFELDEN. Das Statement von Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler:

„Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen Sie die fast stündlich aktualisierten Meldungen zum Coronavirus. Das oberste Ziel ist es, die Ausbreitung des Virus zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Dies wird uns auch in Eggenfelden vor große Herausforderungen stellen und unser Zusammenleben massiv betreffen. Auch wenn wir alle hoffen, dass diese Zeit möglichst kurz ist – wir müssen uns auf tiefgreifende Einschnitte einstellen und sie durchstehen. Was jeder individuell an Vorsorge leisten kann, zum eigenen Schutz aber besonders auch zum Schutz seiner Mitbürger - in Hygiene und persönlichem Verhalten - ist schon vielfach beschrieben worden. Bei Fragen wenden Sie sich an die Hotline des Bürgertelefons 08561/20-760 bzw. informieren Sie sich auf den Internetseiten des Landkreises Rottal-Inn.

Neben den Belastungen für unser Gesundheitswesen erkennen wir erst langsam die Auswirkungen auf unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben. Was die Ausrufung des Katastrophenfalls durch Ministerpräsident Söder wirklich bedeutet, müssen wir erst verarbeiten. Dabei hilft weder Panik noch hektischer Aktionismus – vielmehr Vertrauen in die staatlichen Institutionen, die ergriffenen Schutzmaßnahmen und in uns selbst. Dass wir nämlich genügend gesunden Menschenverstand, Gemeinsinn und Mitmenschlichkeit haben, dass wir Schwache unterstützen und uns zivilisiert benehmen. Wir können diese Krise nur gemeinsam bewältigen!

Was kann die Stadt tun? Wir sind dabei, ein Netzwerk an sozialer Hilfe, ergänzend zur Nachbarschaftshilfe aufzubauen, für diejenigen, die durch das notwendige Herunterfahren der sozialen Kontakte besonders betroffen sind: Alte, Alleinstehende, nicht mehr Mobile. Unter der Nummer 708-888 können Sie uns in einem ersten Schritt Ihre Bedarfe mitteilen: Wo drückt der Schuh? Was wäre für Sie eine Erleichterung? Daraus schneidern wir dann in Kooperation mit zahlreichen Helfereinrichtungen kostenlose Angebote. Möglichst geschützt leben – aber dennoch nicht abgekoppelt sein ist das Motto. Dies ist ein Anfang, der nach Bedarf weiter entwickelt wird.

Der Gastronomie helfen wir als Vermieter, indem wir Mietzahlungen bis auf weiteres aussetzen und dadurch mehr Luft zum Atmen geben, wenn kein Geschäft läuft. Die Stadt geht hier mit gutem Beispiel voran – durchaus nachahmenswert auch für private Vermieter. Denn wie lebendig ist Eggenfelden nach dem Virus, wenn es keine Gastronomie und kleinen Geschäfte mehr gibt? Es gibt vielfältige Möglichkeiten, wie die Starken die Schwachen in diesen Zeiten unterstützen können. Denn wir sind eine Gemeinschaft, jeder ist wichtig und wertvoll.

Lassen Sie uns phantasievoll und mit Herz diese schwierige Zeit durchstehen, wir werden damit als Stadtgesellschaft und auch persönlich stärker. Und hoffentlich ziehen die Verantwortlichen im Land, im Bund und in der EU auch politisch und wirtschaftlich daraus Konsequenzen.“


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