04.04.2018, 11:26 Uhr

Start am 9. April Rufbus-Pilotprojekt soll für mehr Mobilität sorgen

Sie besprachen die neuen Fahrpläne(v. li.): ÖPNV-Expertin Sandra Obermeier (Landratsamt), 3. Bürgermeisterin Dagmar Feicht, Geschäftsleiter Kurt Tweraser und 2. Bürgermeister Franz Thalhammer (alle Bad Birnbach). (Foto: Gröll)Sie besprachen die neuen Fahrpläne(v. li.): ÖPNV-Expertin Sandra Obermeier (Landratsamt), 3. Bürgermeisterin Dagmar Feicht, Geschäftsleiter Kurt Tweraser und 2. Bürgermeister Franz Thalhammer (alle Bad Birnbach). (Foto: Gröll)

Mobilität und Öffentlicher Nahverkehr sind im ländlichen Raum wichtige und zugleich schwierige Themen. Im Landkreis Rottal-Inn startet nun ein neues Pilotprojekt: In Bad Birnbach und den angrenzenden Gemeinden Bayerbach, Egglham, Triftern und Dietersburg verkehrt bei Bedarf ab 9. April ein Rufbus, kurz „RuBi“ genannt. Auch einzelne Fahrten in den Nachbarlandkreis sind geplant, und zwar nach Bad Griesbach und Kößlarn

ROTTAL-INN .Das Ziel: ein umfassendes Mobilitätskonzept unter Betrachtung der Aspekte für Senioren, Freizeitmobilität (Fokus auf Jugendliche), grenzüberschreitende und touristische Mobilität zu erreichen. Deshalb wurde im Vorfeld ein Planungsbüro beauftragt, das vorhandene Informationen auswertete, eine Haushalts-, eine Gastgeber- und eine Online-Gästebefragung ebenso vorsah wie zwei Bürgerforen und einen Workshop.

Entstanden ist nun ein erstes Pilotprojekt mit Bedarfsverkehren in vier Sektoren im Umfeld von Bad Birnbach, das Anschlüsse an die Rottalbahn bietet und Möglichkeiten schafft für Einkaufsfahrten, Freizeit, aber auch Belange von Arbeitnehmern zumindest ansatzweise abdecken soll.

Die Bereiche führen in die Gemeinden Dietersburg, Egglham, Bayerbach und Triftern und von dort natürlich auch nach Bad Birnbach, das zum Beispiel auch für Fahrten zur Rottal Terme bedient werden kann. Um möglichst viel Reichweite zu erzielen, wurden zahlreiche Haltestellen für den „RuBi“ neu aufgenommen.

So funktioniert der „RuBi“: Er fährt nur auf vorherige Bestellung und kann von Montag bis Sonntag von 6.30 Uhr bis 21.00 Uhr online oder per Telefon gebucht werden (08561/9699542 oder www.fahrwunschzentrale.de). Der Bus fährt nur die tatsächlichen Haltestellen an, die zum Zu- und Ausstieg benötigt werden. Er wählt stets die schnellste Route.

Anmelden kann man sich bis zu 10 Tage vor der geplanten Fahrt. Die letzte Anmeldezeit ist jeweils rund eine Stunde vor Routenbeginn. Auf den Fahrplänen, die auf den Internetseiten www.rottal-inn.de/rufbus und www.badbirnbach.de (unter Aktuelles) hinterlegt sind, sind die jeweils letztmöglichen Anmeldezeiten genannt.

Dort findet man auch alle Fahrpläne für die einzelnen Sektoren. Diese gibt es natürlich auch in der Gästeinfo im Artrium, in der Postfiliale am Neuen Marktplatz, in der Touristinfo am Vitalcampingplatz und in den einzelnen Rathäusern der beteiligten Gemeinden.

Insgesamt sind 155 neue Fahrtmöglichkeiten entstanden, viele davon auch am Wochenende. Bei der Buchung wird dem Anrufer die Abholzeit genannt an der vereinbarten Haltestelle genannt. Verändert sich diese, zum Beispiel durch nachträgliche weitere Buchungen anderer Fahrgäste, erfolgt eine Benachrichtigung per Telefon, Mail oder SMS.

Das Projekt wird vom Freistaat Bayern erheblich gefördert. Deshalb sei man auch gehalten, den üblichen Wabentarif zu ergeben (z.B. für die erste Wabe Erwachsener 2,10 Euro / Kind bzw. Senior ab 65 Jahre 1,30 Euro, dazu kommen spezielle Schüler- und Mehrfachtarife, die ebenfalls auf den Internetseiten hinterlegt sind).

Jetzt ist es wichtig, dass der Bus genutzt werde. Konstruktive Kritik sei sehr willkommen, denn eine Blaupause für das Projekt gebe es nicht. „Wir müssen jetzt Erfahrung sammeln“, so ÖPNV-Expertin Sandra Obermeier.


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