04.04.2019, 12:57 Uhr

Neues Programm In Passau startet deutschlandweit erstes lokales Projekt des Europäischen Solidaritätskorps

Amjad Abo Huwaij im Gespräch mit der Programmkoordinatorin Heike Zimmermann von der Nationalagentur Jugend für Europa. (Foto: Gemeinsam in Europa)Amjad Abo Huwaij im Gespräch mit der Programmkoordinatorin Heike Zimmermann von der Nationalagentur Jugend für Europa. (Foto: Gemeinsam in Europa)

Bis 2018 gab es den Europäischen Freiwilligendienst, mit dem junge Menschen in ganz Europa in gemeinnützigen Freiwilligenprojekten arbeiten konnten. Dieser Dienst wurde nun abgeschafft und durch den Europäischen Solidaritätskorps ersetzt. Bis 2020 sollen 100.000 junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Möglichkeit bekommen, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa zu engagieren. Im Oktober letzten Jahres konnten sich Organisationen erstmals dafür bewerben, Freiwilligenprojekte im Europäischen Solidaritätskorp umzusetzen.

PASSAU Neu im Programm war die Möglichkeit, dass sich junge Menschen zusammenschließen, um auf lokaler Ebene ein so genanntes „Solidaritätsprojekt“ zu beantragen. Perdita Wingerter, Geschäftsführerin vom gemeinnützigen Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ wollte jungen Menschen in Passau die Teilnahme an diesem Programm ermöglichen. „Wir kennen so viele junge Menschen, die tolle Ideen haben, aber oft fehlt es an einem Budget, dieses zu verwirklichen. Und meistens handelt es sich nicht um große Summen,“ erklärt sie. „Da geht es um das Honorar einer Referentin, um Ausgaben für Lebensmittel oder Büromaterialien, die Miete für einen Veranstaltungsraum oder ähnliches. Mit dem kleinen Projektbudget für das lokale Solidaritätsprojekt können solche Ausgaben finanziert werden.“

Als Perdita Wingerter von dem neuen Programm erfuhr, informierte sie das Koordinatorenteam der Hochschulgruppe „Gemeinsam in Europa“ und unter der Federführung der engagierten Studentin Lena Wiggers einigte man sich schnell auf gemeinsame Aktivitäten. „Alles musste sehr schnell gehen,“ erinnert sich die Koordinatorin Smilla Harmia. „Wir hatten eine Woche Zeit, um den Antrag zu stellen. Amjad und ich saßen in der Küche zusammen, kontaktierten die anderen und sammelten Ideen und Vorschläge.“ Herausgekommen ist ein tolles Projekt mit dem Namen „Gemeinsam“. Geplant sind Kulturabende, Besuche von jungen Menschen in Seniorenheimen, Workshops für Schüler zur Europawahl, eine interkulturelle Laufgruppe und vieles mehr. Und dank der Unterstützung des Vereins konnte der Antrag fristgerecht eingereicht werden und wurde bewilligt – als einziges lokales Solidaritätsprojekt in ganz Deutschland!

„Ich freue mich sehr, dass wir momentan noch das erste und einzige Solidaritätsprojekt in Deutschland sind,“ erklärt der Palästinenser Amjad Abo Huwaij, der seit 2015 in Passau lebt und mit Smilla Harmia die Hochschulgruppe leitet. „Wir hoffen, dass wir viele junge Menschen motivieren können, sich zu engagieren und bei uns mitzumachen. Unser Ziel ist es „Gemeinsam in Europa“ zu leben. Wir wollen auch Spaß miteinander haben, neue Menschen aus anderen Kulturen kennenlernen und Vorurteile abbauen.“

Das begeistert auch Perdita Wingerter. „Durch solche Projekte soll die lokale Gemeinschaft positiv verändert werden, Europa soll für die Menschen vor Ort erlebbar werden. Und die jungen Menschen übernehmen Verantwortung für das Gemeinwohl und lernen unglaublich viel Neues. Und natürlich macht es uns unglaublich stolz hier Vorreiter zu sein und Vorbild zu sein, wie man in Deutschland die lokalen Solidaritätsprojekte umsetzt.“ Und dass von Passau aus Impulse für ganz Deutschland ausgehen, zeigen die ganz frisch gedruckten Informationsmaterialien zum Solidaritätskorps: dort findet sich das Motto ihres Solidaritätsprojekt überall wieder: „Machen – Nicht nur reden!“

Weitere Informationen unter: www.gemeinsam-in-europa.de.


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