11.06.2018, 13:40 Uhr

Jobcenter und Ausländeramt Ehrenamtlich Engagierte im Gespräch mit Landrat Franz Meyer

Bildunterschrift: Die regelmäßigen Treffen auf Einladung von Landrat Franz Meyer nutzen die im Asylbereich engagierten Ehrenamtlichen um sich direkt mit den Fachkräften der Verwaltungen auszutauschen. Moderiert wurde die Zusammenkunft von Beate Heindl, Ehrenamtskoorindatiorn der Caritas Passau (Bildmitte stehend). (Foto: Katharina Beck, Diakonie Passau)Bildunterschrift: Die regelmäßigen Treffen auf Einladung von Landrat Franz Meyer nutzen die im Asylbereich engagierten Ehrenamtlichen um sich direkt mit den Fachkräften der Verwaltungen auszutauschen. Moderiert wurde die Zusammenkunft von Beate Heindl, Ehrenamtskoorindatiorn der Caritas Passau (Bildmitte stehend). (Foto: Katharina Beck, Diakonie Passau)

Regelmäßig lädt Landrat Franz Meyer gemeinsam mit den Integrationslotsinnen ehrenamtlich Engagierte im Bereich Integration/Asyl aus dem Landkreis Passau ein.

PASSAU „Dieser direkte Austausch ist sehr wichtig, denn den engsten Kontakt zu den Neuzugezogenen haben die Ehrenamtlichen vor Ort. Sie wissen am besten, welche Fragen und Herausforderungen im Alltag zu lösen sind und wo sie Unterstützung benötigen“, meint Ehrenamtskoordinatorin Beate Heindl. Erst die Begegnung zwischen Neu-Ankommenden und Einheimischen in den Helferkreisen, so Domprobst Dr. Michael Bär, ermöglicht die Integration. Er bedankt sich deshalb bei allen für ihr Engagement.

Landrat Franz Meyer betont, dass es für ihn ein wichtiges Anliegen ist, die Unterstützung der Engagierten durch die Integrationslotsinnen langfristig zu sichern. Außerdem werden relevante Ergebnisse der Austauschtreffen an die Bayerische Staatsregierung weitergeben, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen.

Fragen aus der Praxis prägten die Diskussikonrunde des letzten Treffens. „Was passiert mit den Müttern, die mehrere Kinder bekommen, und keine Gelegenheit haben, den Sprachkurs zu besuchen?“. Die Bildungskoordinatorin Patrizia Hager weiß Rat: „Wir versuchen gerade Frauen-Integrationskurse mit Kinderbetreuung und niedrigschwellige Frauen-Sprachkurse im Landkreis zu installieren.“ Ebenfalls sehr gefragt war an diesem Nachmittag Claudia Otto vom Ausländeramt: „Wie kann man ein Bankkonto eröffnen, wenn der entsprechende Ausweis, die sogenannte Fiktionsbescheinigung fehlt?“, „Warum wird eine Arbeitserlaubnis von Personen mit Gestattung häufig abgelehnt?“

Insbesondere die Bürokratie stellt die Engagierten immer wieder vor große Probleme. „Der Antrag fürs Jobcenter muss ausgefüllt, Kindergeld beantragt werden. Und dies alles in einer Sprache, die die meisten noch nicht verstehen.“ Diese Unterstützung benötigt viel Zeit, in der die Ehrenamtlichen viel lieber beim Deutsch lernen, der Wohnungs- oder Jobsuche helfen würden.

Norbert Schwarz, Teamleiter vom Jobcenter Passau Land, meldete sich zu Wort: „Die Anträge gibt es übersetzt auf Arabisch und Farsi online.“ Erstaunen im Saal. Das hat noch kaum jemand gewusst.

„Wichtig ist die Nacharbeit nach so einem Treffen, die Recherche zu Fragen, die nicht direkt beantwortet werden konnten“, weiß Integrationslotsin Martina Koch. Sie verschickte deshalb auch einige Tage später über den Newsletter an alle Engagierten ein Dokument mit QR-Codes und Direktlinks, mit denen wichtige übersetzte Formulare heruntergeladen werden können.

Die Integrationslotsung und Ehrenamtskoordinierung unterstützt alle Ehrenamtlichen im Bereich Integration und Asyl im Landkreis Passau. Sie berät auch interessierte Neueinsteiger über Engagementmöglichkeiten im Bereich Integration/Asyl. Kontakt: Martina Koch, martina.koch@caritas-passau.de


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