07.03.2018, 08:39 Uhr

Landkreis-Feuerwehren helfen Brandschutz richtig erziehen

(Foto: Simon Pilsl)(Foto: Simon Pilsl)

Gerätehaus besichtigen, Feuerwehrauto fahren und mit der Kübelspritze „löschen“ – so oder so läuft in manchen Feuerwehren die Brandschutzerziehung ab. Dass es sich hierbei um keine ordentliche Brandschutzerziehung handelt, ist klar.

PASSAU Welche Ziele die Brandschutzerziehung hat, welche Materialien und Gerätschaften hierfür zur Verfügung stehen, wo diese abgeholt werden können und welches Konzept es für einen „Brandschutztag“ gibt, darüber informierten der Fachbereich Brandschutzerziehung in den Gerätehäusern Bad Griesbach und Tiefenbach.

Fachbereichsleiter Ludwig Hack stellte sich und seine Unterstützer Tobias Wolf, Bettina Putz (beide KBI-Bereich Süd) und Michael Brese (KBI-Bereich Nord) vor. Seit nunmehr 30 Jahren wird im Landkreis Brandschutzerziehung betrieben. Insbesondere um den Kontakt zu den Kindern aufzubauen und diese an die Feuerwehr heranzuführen und zur langfristigen Sicherung zukünftiger Jugendfeuerwehr-Mitglieder ist die Brandschutzerziehung aktueller denn je.

Zudem betreibt man eine gute Öffentlichkeitsarbeit bei geringem Aufwand. Jeder dritte Brand in Deutschland wird durch Kinder verursacht – hierbei sterben 50 Kinder jährlich, eindeutig zu viele. Neben Lehrern und Eltern sind auch wir als Feuerwehr für die richtige Unterweisung im Umgang mit Feuer, das Verhalten im Notfall und das Absetzten eines Notrufs verantwortlich. Statistiken zufolge kennt jedes fünfte Kind die Notrufnummer 112 nicht.

Wie ein Brandschutztag im Kindergarten aufgebaut werden kann, wurde den Männern und Frauen der Landkreiswehren im Seminar in vier Stationen vorgeführt: Im ersten Theorie-Teil ging es um das Feuer als Freund und Feind, um gutes und schlechtes Feuer. Die Kinder dürfen hier eine Kerze mit einem Streichholz selber anzünden – hierbei sollte aber vorher in einem Elternbrief die Einwilligung der Eltern eingeholt werden. Die Übung verfolgt ein konkretes Ziel, die „Neugierde“ vor dem Feuermachen mit dem Streichholz nehmen.

Weiter wurden der Aufbau der Feuerwehr und unsere Aufgaben erklärt. Die Kinder sollten zudem die Fluchtwege und den Sammelpunkt im Freien erklären können. Um zu wissen, ob alle Kinder da sind, ist das von der Kindergartenleitung zu führende Tagebuch wichtig. Das Verhalten im Brandfall bei verschlossenem Fluchtweg wurde ebenfalls besprochen.

In einer praktischen Übung dürfen die Kinder anschließend an echten Telefonen unter Einbindung der fünf W-Fragen einen Notruf üben. Merken kann man sich diesen zum Beispiel mit der Rechnung „1+1=2“. Die Telefone zum Üben sind in den Brandschutzerziehungskoffern des Landkreises enthalten und ermöglichen eine realitätsnahe Darstellung eines Notrufs. Erklärt wird auch, wann darf/soll ein Notruf abgesetzt werden und womit kann ein Notruf abgesetzt werden.

Abgerundet wurde die Station durch Vorzeigen von Feuermelder in Gebäuden und einem Rauchwarnmelder. Die Scheu vor der Feuerwehr soll in einer weiteren Station genommen werden. Hier wird die Schutzkleidung der Feuerwehr erklärt. Ein Feuerwehrmann wird vor und nach Einkleidung gezeigt. Dieser zieht sich seinen Schutzanzug langsam an und wird hierzu vom „normalen“ Mann zum Feuerwehrmann. Wenn man hierzu einen Vater eines Kindes hat, schafft man zudem weiteren persönlichen Bezug. Die Kinder können hier auch ein Atemschutzgerät sehen und aus der Atemmaske atmen und hören die Geräusche eines Atemschutzgeräteträgers.

Die vermutlich für Kinder interessanteste ist natürlich die Präsentation der Fahrzeuge und Gerätschaften. Feuerwehrautos sollen hier nur grob erklärt werden. Was ein Hilfeleistungslöschfahrzeug ist, sagt einem Kindergartenkind sicherlich wenig. Kinder können zudem wenig mit Gewichts-, Größen- oder Volumenangaben anfangen. Eine bildhafte Sprache ermöglicht den Kindern hier wertvolle Vergleichsmöglichkeiten. Eine Tonne ist hier vereinfacht ein Elefant. Ein Kubikmeter Wasser eine Plantschbecken voll. Dass ein Hochleistungslüfter vereinfacht ein großer Ventilator ist, ist nur ein Beispiel von vielen.

In den Abschlussrunden wurden die einzelnen Erfahrungen der Feuerwehren vor Ort bei der Brandschutzerziehung besprochen. Das veranstaltete Abendseminar konnte alle Teilnehmer überzeugen und soll nun jährlich wiederholt werden!


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