04.02.2019, 14:58 Uhr

Einsatz im Schnee-Katastrophengebiet Rund 600 eifrige Helfer aus dem Landkreis Mühldorf

(Foto: Landratsamt Mühldorf)(Foto: Landratsamt Mühldorf)

Dieser Winter ist extrem. Schneemassen soweit das Auge reicht. Kein Ende des Schneefalls in Sicht. Binnen kurzer Zeit wurde jüngst in fünf Landkreisen im südlichen Bayern der Katastropenfall ausgerufen. Rund 600 Helfer aus dem Landkreis Mühldorf waren im Chiemgau, um vor Ort zu helfen.

CHIEMGAU/LANDKREIS MÜHLDORF Schneemassen soweit das Auge reicht – und kein Ende des Schneefalls in Sicht. Nachdem insgesamt fünf Landkreise im südlichen Bayern den Katastrophenfall ausgerufen hatten, war auch den vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Landkreis schnell klar: Mit großer Wahrscheinlichkeit werden auch Kräfte aus dem Landkreis Mühldorf angefordert. „Wir haben uns sehr schnell und rechtzeitig mit allen Kräften abgestimmt und im Landkreis ein Hilfeleistungskontingent auf die Beine gestellt.

Allein dieses Kontingent, bestehend aus den Freiwilligen Feuerwehren, dem BRK Kreisverband Mühldorf und dem Malteser Hilfsdienst umfasste über 530 Helferinnen und Helfer“, erklärt Klaus Braun, Katastrophenschutzbeauftragter im Landkreis Mühldorf. Darüber hinaus stellten das Technische Hilfswerk Ortsverband Mühldorf und die DLRG des Kreisverbandes Mühldorf a. Inn sowie das Landratsamt Mühldorf weitere rund 70 Helferinnen und Helfer. Und die Hilfskräfte leisteten in vielerlei Hinsicht hervorragende Arbeit, um Mensch und Tier vor Schaden in den betroffenen Gebieten zu bewahren. Viele tausend Quadratmeter Dächer wurden vom Schnee – zumeist in Handarbeit – befreit. Die Einsatzorte waren dabei nur schwer zugänglich: Marktschellenberg, Bischofswiesen, Reit im Winkl und Traunstein.

Allein die DLRG räumte unter Verwendung von Absturzsicherungen ca. 4.000 Quadratmeter Dachfläche und beseitigte dabei ca. 765 Tonnen Schnee. Der BRK Kreisverband Mühldorf leistete unglaubliche 1.343 Einsatzstunden.

Zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst und anderen Hilfsorganisationen wurden von früh morgens bis spät abends insgesamt ca. 21.000 Mahlzeiten und ein tägliches Frühstück zubereitet – zum Teil wurden Mahlzeiten auch direkt auf die Dächer geliefert.

Das THW Mühldorf stellte speziell ausgebildete Baufachberater bereit, um Schneelastmessungen vorzunehmen. Außerdem wurden Kranfahrzeuge bereitgestellt, um die auf den Dächern eingesetzten Helfer zu sichern. Die Fachgruppe Führung und Kommunikation errichtete eine THW-Führungsstelle, um die insgesamt über 500 THW-Kräfte im Berchtesgadener Land zu koordinieren.

Ebenfalls unverzichtbar waren die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren. Probleme, ausreichend Einsatzkräfte zu finden, gab es laut Kreisbrandrat Lechertshuber nicht: „Da musste ich keinen motivieren. Ich musste eher froh sein, wenn niemand schon vorher hinfährt, um zu helfen.“ Im Einsatz waren Kontingente aus Neumarkt-St. Veit, Heldenstein, Ranoldsberg, Elsenbach, Aspertsham, Schleefeld, Gummatenkirchen, Oberornau, Kraiburg, Haag, alle drei Mühldorfer Feuerwehren, Waldkraiburg, Jettenbach, Aschau, Mettenheim, Ampfing, Elsenbach, Grüntal, Lauterbach, Lochheim, Obertaufkirchen, Polling, Schwindegg, Salmanskirchen und Ramsau – viele motivierte Freiwillige, die im Einsatz bei Markt Schellenberg unermüdlich Dächer vom vielen Schnee befreiten.

Für diesen konzentrierten sowie massiven Einsatz von Mensch und Material, von Zeit und Kraft aber auch für die Freistellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankt Landrat Georg Huber den Einsatzkräften und den Unternehmen: „Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehren, Malteser Hilfsdienste, BRK, THW, DLRG aus dem Landkreis Mühldorf a. Inn und dem eingesetzten Personal aus dem Landratsamt Mühldorf a. Inn, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz in den Schneekatastrophengebieten geholfen haben.“

Um die Bürgerinnen und Bürger über Katastrophen oder extreme regionale sowie lokale Wetterverhältnisse rechtzeitig und umfassend zu informieren, stellt der Landkreis Mühldorf a. Inn die Bürgerinformations- und Warnapp BIWAPP kostenlos zur Verfügung. Die App kann für Android und IOS-Smartphones über die App-Stores oder über die BIWAPP-Landkreisseite (www.biwapp.de/landkreis-muehldorf) heruntergeladen werden.

Tobias Gebhardt-Flohr


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