21.12.2017, 09:49 Uhr

Neue Zahlen veröffentlicht Für Rentnerinnen fällt die Bescherung bescheiden aus

(Foto: Büro MdL Knoblauch)(Foto: Büro MdL Knoblauch)

Rentenzahlungen reichen für viele Frauen nicht zum Leben. Frauen beziehen in Altötting, Mühldorf und Traunstein gerade mal rund die Hälfte der Rente von Männern

ALTÖTTING / MÜHLDORF / TRAUNSTEIN Besorgt reagiert der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch auf die neuesten Zahlen des Bayerischen Arbeitsministeriums, wonach Frauen im Landkreis Altötting weniger als die Hälfte der Durchschnittsrente erhalten. Frauen erhalten in Altötting im Schnitt gerade einmal 557,36 Euro Rente monatlich, Männer hingegen 1.162,39 Euro. In den Landkreisen Mühldorf und Traunstein sind die Zahlen nicht weniger erschreckend. In Mühldorf erhalten Frauen im Mittel 601,14 Euro, während die männlichen Rentner bei 1.071,79 Euro liegen. Die Traunsteiner Rentnerinnen erhalten durchschnittlich 583,84 Euro, Männer dagegen 1.065,34 Euro. 

„Damit lässt sich kein altersgerechtes Leben bestreiten“, warnt Günther Knoblauch. „Es darf nicht sein, dass ein auskömmlicher Ruhestand wesentlich vom Geschlecht abhängt.“ Er kritisiert, dass die Familienpolitik der Staatsregierung Frauen systematisch benachteilige, indem sie sich an lebensfremden, längst überholten Rollenbildern orientiere: „Das Landesbetreuungsgeld zielt auf die Beibehaltung des Modells des männlichen Alleinernährers ab. Die Zeche zahlen im Alter dann die Frauen.“ Auf eine frühere Anfrage hatte das Sozialministerium die enormen Rentenunterschiede zwischen den Geschlechtern mit Hinweis auf den möglichen Bezug einer Witwenrente relativiert. Knoblauch ist empört: „Anstatt die Erwerbstätigkeit und damit eine auskömmliche Rente von Frauen zu fördern, rät die Staatsregierung: ‚Heirate einen gut verdienenden Mann und hoffe, dass er früh stirbt.‘“ An einer Gleichstellung der Geschlechter sei die CSU ganz offensichtlich nicht interessiert, kritisiert Knoblauch. Die Politik müsse schleunigst für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, um Frauen nach der Babypause eine reibungslosere Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen und sie vor der Teilzeitfalle zu bewahren. „, fordert Knoblauch. Die Familien- und Sorgearbeit der Frauen darf am Ende nicht zu einer Entwertung der Lebensleistung führen.“

Zudem trage die Entgeltungleichheit zu den geringen Renten der Frauen bei. „Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt stellenweise über 20 Prozent. Das ist unserer Gesellschaft unwürdig.“ Die SPD-Landtagsfraktion fordere deshalb gesetzliche Regelungen zur Gleichstellungen in der Wirtschaft sowie im öffentlichen Dienst. Der Freistaat Bayern müsse ein Vorbild bei der Schaffung gleichwertiger Karrierechancen sein, betont Knoblauch. Prekäre Arbeitsverhältnisse, insbesondere in den sogenannten Frauenberufen, müssten ein Ende haben: „Frauen haben nicht nur generell seltener einen festen Job, sie arbeiten auch allzu oft nur in Teilzeitmodellen, haben kaum Karrierechancen und verdienen weniger als ihnen zustehen würde.“ Entgegensteuern ließe sich durch bessere Angebote der Kinderbetreuung und paritätische Elternzeit-Modelle.


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