31.10.2019, 09:20 Uhr

Rechtes Facebook-Posting Aufregung um CSU-Stadtrat Willi Hess


Ein vom Landshuter CSU-Stadtrat Willi Hess geteilter Beitrag auf Facebook sorgt für Aufregung in Landshut. Auf dem geteilten Beitrag ist ein deutscher Wehrmachtssoldat zu sehen und dieses Zitat: „Deutscher zu sein heißt, dass deutsches Blut durch deine Adern fließt. Und nicht, weil es irgendein Volldepp in deinen Ausweis getippt hat!“ Hess fühlt sich missverstanden, weil sein Kommentar dazu verschwunden ist. Er habe diesen „Blödsinn anprangern wollen“, erklärte er auf Anfrage.

LANDSHUT Was er mit einem Klick auf die Maus-Taste auslösen würde, das hat sich der Landshuter Stadtrat Willi Hess nicht träumen lassen. Mit einem am Mittwochabend geteilten Beitrag auf seinem Facebook-Profil löste er am Donnerstagmorgen im Internet einen regelrechten Shitstorm gegen sich aus. Hess, ehemaliger stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Landshut im Ruhestand, hatte nach eigenen Worten einen rechten Beitrag eines Bekannten anprangern wollen. Gepostet hatte er aber nur den Beitrag, ein Bild. Das hatte folgen.

Der Beitrag von Hess, der auf Facebook 444 Freunde hat, machte auf der Sozialen Plattform schnell die Runde. Es hagelte kritische Kommentare. Die Seite „Linksjugend solid Landshut“ veröffentlichte einen Screenshot des Beitrags und schrieb dazu: „Das ist Willi. Willi ist sehr sehr besorgt. Und Willi ist auch Stadtrat der CSU Landshut. Einen richtig tollen Typen habt ihr da.“

Der Wirbel, der einsetzte, war gewaltig. Medien aus ganz Bayern stürzten sich auf die Geschichte und fragten bei dem ehemaligen Ordnungshüter an, der sich plötzlich in der Defensive und in die ganz rechte Ecke gestellt sah. Kein Wunder, denn der Beitrag, der von ihm geteilt worden war, hatte es in sich und konnte nicht eindeutiger sein: „Deutscher zu sein heißt, dass deutsches Blut durch deine Adern fließt. Und nicht, weil es irgendein Volldepp in deinen Ausweis getippt hat!“, stand da neben dem Bild eines strammen deutschen Landsers mit Gewehr über der Schulter geschrieben. Was allerdings fehlte unter dem Bild, war der Kommentar von Hess – er ist mittlerweile über 70 Jahre alt und somit nicht gerade ein digital Native – dazu. Den hatte er versehentlich unter den ursprünglichen Beitrag seines Bekannten getippt. Der lautet: „Interessant! Wie konnten die 1871 so viele Bluttransfusionen durchführen und woher hatten sie so viele Blutspenden?“ Damit habe er auf die Gründung des Deutschen Reichs anspielen wollen und die Tatsache, dass es erst ab diesem Zeitpunkt so etwas wie „Deutsches Blut“ überhaupt gegeben habe, erklärte Hess auf Anfrage. „Ich wollte mich satirisch mit diesem Blödsinn auseinandersetzen. Mir ist der Beitrag sauer aufgestoßen und ich wollte ihn anprangern.“ Offensichtlich weil er mit den vielen Facebook-Funktionen überfordert war, ging das gründlich in die Hose. Zwar postete er seinen „satirischen“ Kommentar am Montag, 28. Oktober, unter dem Beitrag des Bekannten, wie ein Screenshot zeigt – am Dienstagabend stellte er aber den rechten Beitrag auf seinem Profil online, allerdings ohne Kommentar. Kurz darauf nahm die virale Welle ihren Lauf.

Nachdem das Posting mächtig Wirbel ausgelöst hatte, löschte er den Beitrag am Donnerstagvormittag von seinem Profil. Viel gebracht hat das freilich nicht mehr. Die Sache war längst viral gegangen. „Übrigens: Löschen bringt nichts“, kommentierte ein Facebook-Nutzer und weiter: „Einmal im Netz immer im Netz!“

(Foto: Screenshot Facebook)

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