15.05.2019, 10:25 Uhr

ödp und CSU zeihen an einem Strang Ungewöhnliche Allianz für den Landschaftsschutz

Von links: Stefan Müller-Kröhling, Elke März-Granda (beide ödp), Thomas Haslinger und Rudi Schnur (beide CSU).Foto: Schmid  (Foto: Schmid)Von links: Stefan Müller-Kröhling, Elke März-Granda (beide ödp), Thomas Haslinger und Rudi Schnur (beide CSU).Foto: Schmid (Foto: Schmid)

Gemeinsame Pressekonferenzen der ödp und der CSU haben absoluten Seltenheitswert. Überhaupt sind die beiden Parteien nicht gerade dafür bekannt, auf einer Linie zu liegen. Darum ist der Termin, der am Montag im Gasthaus Zur Insel stattgefunden hat, etwas Besonderes. Beide Parteien, anwesend waren auch die jeweiligen OB-Kandidaten Dr. Stefan Müller-Kröhling (ödp) und Dr. Thomas Haslinger (CSU), hatten zum Thema Landschaftsschutzgebiete geladen. Will sich da etwa die CSU vor der OB-Wahl im nächsten Jahr einen grünen Anstrich verpassen?

LANDSHUT Darum geht es: Der Streit um das geplante Landschaftsschutzgebiet Rosental, in dem Investoren jetzt bauen wollen (wir berichteten), hat eine Debatte rund um diese seit Jahrzehnten geplanten, aber noch nicht umgesetzten Schutzgebiete in der Stadt ausgelöst. Elf Landschaftsschutzgebiete gibt es in Landshut, neun sind als solche vorgeschlagen. Mit einem Dringlichkeitsantrag an den Stadtrat wollen CSU und ödp jetzt erreichen, dass diese seit Jahren geplanten Landschaftsschutzgebiete auf den Prüfstand kommen. Vor allem liegen vier den beiden Parteien am Herzen: der Auenkomplex nordwestlich der Müllverbrennungsanlage, das Rosental und Buchberg, die unteren Isarauen und das Metzental.

Die Verwaltung soll vor einer endgültigen Entscheidung im Stadtrat sämtliche ökologische und ökonomische Auswirkungen ausarbeiten und dann vorstellen. Mit den Grundstückseigentümern soll ein Dialog aufgenommen werden. Bei den vier Gebieten handelt es sich hauptsächlich um Waldflächen, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden.

„Sowohl der CSU als auch der ödp liegen die Landschaftsschutzgebiete am Herzen“, so CSU-Fraktionsvorsitzender Rudi Schnur. Bevor es einen Schnellschuss in dieser Sache gebe, sollten alle fraglichen Areale noch einmal genau unter die Lupe genommen werden. Man müsse das Thema jetzt wieder anpacken, nachdem sich zuletzt Oberbürgermeister Josef Deimer um die Thematik gekümmert und die Bürger um ihre Meinung gebeten habe, welche Flächen in Landshut noch bebaut werden dürfen.

„Es kann nicht sein, dass man in ein Auto oder in einen Flieger steigen muss, wenn man eine schöne Landschaft sehen will“, fasste Müller-Kröhling das Anliegen der ödp zusammen. Landschaftsschutzgebiete wären ein probates Mittel, um solche wichtigen Flächen zu erhalten, weil es auch den Landnutzer, zum Beispiel die Landwirte, eine Bewirtschaftung ermögliche.

„Wir konzentrieren uns außerdem bewusst auf die Bereiche mit wenig Landwirtschaft“, so ödp-Stadträtin Elke März-Granda dazu. Sie betonte, dass es in Landshut noch potenzielle Bauflächen für bis zu 22.000 Einwohner gebe. Es sei also nicht nötig, diese wertvollen Gebiete anzutasten.

CSU-OB-Kandidat Thomas Haslinger unterstrich, wie wichtig das Thema auch für die CSU sei und betonte, dass man bereit sei, Kompromisse einzugehen. Man unterstütze das Anliegen der ödp. Die wiederum habe sich damit einverstanden erklärt, dass die „Trasse der B15n freigehalten wird“.

Stadträtin Elke März-Granda zur Zusammenarbeit mit der CSU: „Es ist eine ungewöhnliche Allianz. Wenn es um die Sache geht, darf es aber auch mal ungewöhnlich sein.“ Sowohl die Bürger für Landshut als auch die Freien Wähler haben angekündigt, diese ungewöhnliche Allianz unterstützen zu wollen.


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