12.10.2018, 14:50 Uhr

Wahlsonntag Stadt Landshut meldet Rekord an Briefwählern

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die Stadt Landshut meldet für die Landtags- und Bezirkstagswahl am Sonntag ein Rekord an Briefwählern.

LANDSHUT Die Stimmberechtigten befinden dann nicht nur über die Zusammensetzung des Landtags und des Bezirkstags, sondern auch über den von der SPD initiierten Bürgerentscheid zur Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Schon jetzt kann die Stadt einen neuen Briefwahl-Rekord für Landtagswahlen vermelden. Bis Freitag, 14 Uhr, wurden laut Günther Finsterhölzl, Sachgebietsleiter im Bürgerbüro, 12.440 Briefwahlanträge gestellt, das sind rund 1.750 oder 17 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Das bedeutet gleichzeitig, dass rund ein Viertel der 49.011 für die Landtagswahl stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger ihre Kreuzerl per Brief setzen dürfte. Der absolute Briefwahlrekord bleibt jedoch unangetastet: Seit der Bundestagswahl 2017 liegt diese Bestmarke bei 13.343.

Nicht ganz so hoch ist die Briefwahl-Nachfrage beim Bürgerentscheid zur Wohnungsbaugesellschaft: Dafür gingen bis gestern Nachmittag „nur“ 9.061 Anträge ein – und das, obwohl hier sogar 54.899 Frauen und Männer zur Stimmabgabe aufgerufen sind, weil auf kommunaler Ebene auch Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedsländer wählen dürfen. Das Interesse am Bürgerentscheid ist zudem deutlich geringer als im vergangenen Jahr, als für die Bürgerentscheide zur Westtangente und zum Ausbau des ÖPNV 12.385 Wahlberechtigte per Brief abstimmen wollten.

Die Frist für die Beantragung von Briefwahl endet am Freitag um 15 Uhr. Wer seine Briefwahlunterlagen bislang noch nicht ausgefüllt oder zumindest noch nicht abgegeben hat, muss sich nun sputen: Der Wahlbrief mit dem unterschriebenen Wahlschein und den in einem Wahlumschlag steckenden Stimmzetteln muss am Sonntag um spätestens 18 Uhr (letzte Leerung der Briefkästen) in den Rathäusern I oder II eingegangen sein.

Rückschlüsse auf die insgesamt zu erwartende Wahlbeteiligung am Sonntag will Günther Finsterhölzl aus der hohen Briefwahl-Nachfrage übrigens nicht ziehen. „Da muss man sehr vorsichtig sein. Denn die Tendenz geht seit Jahren stark zur Briefwahl“, sagt er. Es sei denkbar, dass im Gegenzug weniger Leute in die Urnenwahllokale kommen und sich letztlich beide Effekte gegenseitig aufheben. „Wir müssen daher einfach den Sonntag abwarten.“

Auch die Briefwahlstimmen werden am Sonntag übrigens erst ab 18 Uhr, also nach Schließung aller Urnenwahllokale, ausgezählt. Es ist damit zu rechnen, dass dies angesichts der vielen Briefwähler diesmal etwas länger dauert als von früheren Landtagswahlen gewohnt – und dass die Resultate aus den 15 Briefwahlbezirken vermutlich wie in den vergangenen Jahren auch diesmal länger auf sich warten lassen werden als die Ergebnisse aus den 60 Urnenwahllokalen, wo im Durchschnitt erheblich weniger Stimmzettel gezählt werden müssen. Über die Ergebnisse der Landtags- und Bezirkstagswahl und des Bürgerentscheids informiert die Stadt am Sonntag ab 18 Uhr auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite unter der Adresse www.landshut-wahl.de.

Die ersten Prognosen zum Ausgang der Landtagswahl werden von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern wie gewohnt am Sonntag um 18 Uhr veröffentlicht. Für die dazu bayernweit nötigen Nachwahlbefragungen hat die für das ZDF tätige Forschungsgruppe Wahlen in der Stadt Landshut das Stimmlokal Ehemalige Schule Frauenberg ausgesucht, das im Auftrag der ARD tätige Institut Infratest-dimap das Stimmlokal Grundschule St. Peter und Paul. Außerdem lässt Infratest-dimap die Resultate eines Landshuter Briefwahlbezirks in die Hochrechnungen einfließen.


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