26.06.2018, 11:21 Uhr

Abschlussbericht der Expertenrunde „Bezahlbarer Wohnraum ist in Landshut nicht vorhanden“

Landshut zieht mit stark wachsender Tendenz. Davon profitiert im Landkreis Landshut auch das Land, übrigens anders als in vielen anderen Gegenden Bayerns. Foto: Schmid (Foto: Tobias Grißer)Landshut zieht mit stark wachsender Tendenz. Davon profitiert im Landkreis Landshut auch das Land, übrigens anders als in vielen anderen Gegenden Bayerns. Foto: Schmid (Foto: Tobias Grißer)

Der bezahlbare Wohnungsmarkt ist in Landshut kaum bis gar nicht vorhanden. Das ist das Ergebnis der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land“. Der Abschlussbericht wurde jetzt in einer Expertenrunde vorgestellt.

LANDSHUT Zu der Expertenrunde hatte die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD) gemeinsam mit ihrem Kollegen aus Bayreuth, Dr. Christoph Rabenstein, der den stellvertretenden Vorsitz der Enquete-Kommission für „Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land“ inne hatte, eingeladen.

Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung wäre „die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft“, darin waren sich Johanna Behrens von der Diakonie Landshut, Mietervereins-Vorsitzender Josef Biersack und der ehemalige DGB-Vorsitzende Hans-Dieter Schenk einig. „Während der Druck in Ballungsgebieten wie München und auch Landshut hinsichtlich Wohnungsmarkt und Infrastruktur stetig wächst, entleeren sich andere Gebiete Bayerns förmlich“ erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete.

Ein Aussage, der Bettina Blöhm als Vorsitzende der SPD in Freyung-Grafenau angesichts des Wegzugs aus Arbeitsmarktgründen nur zustimmen konnte. „Der aktuelle Landshuter Mietspiegel weißt einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6,84 Euro nach. In der Realität hat man allerdings Glück wenn man Wohnraum zu 11 Euro pro Quadratmeter bekommt – und selbst hier stehen die Wohnungssuchenden Schlange“ macht Josef Biersack den Ernst der Lage klar. In den nächsten zwei bis drei Jahren würden rund 600 – bezahlbare – Wohnungsneubauten benötigt, um dem Bedarf ansatzweise gerecht zu werden.

Für Josef Biersack ist die Sachlage eindeutig: „In Landshut gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum“. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sei längst in der Mittelschicht angekommen. Vor allem auch Alleinerziehende können sich die Mieten in Landshut trotz Hauptjob und Nebentätigkeiten kaum mehr leisten. Deshalb setzt sich Hans-Dieter Schenk für das Bürgerbegehren zur Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft ein. „Landshut ist die einzige Stadt Niederbayerns in der Größe, die über keine städtische Wohnungsbaugesellschaft verfügt“, bemängelt er die Tatsache, dass der Landshuter Stadtrat keinen Handlungsbedarf in dieser Sache sieht.


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